Hamburg-Schiffsreise

Schweiz – Hamburg 21.-23.10.14

Am Dienstagnachmittag dem 21.10.14 fahren wir endlich von zu Hause mit unserem Landy ab. Unsere erste Etappe geht über Basel und Mannheim an den Sachsensee, wo wir die Nacht verbringen.
Mittwochs fahren wir direkt nach Hamburg hinein, wo wir einem dringenden Wunsch von Pirmin nachgehen. Dem Besuch des Mini Miniaturwunderlandes in der Speicherstadt. Nach diesem geht es zum Fischmarkt. Wo wir das letzte Mal für fast einen Monat im Landy übernachten.
Am Donnerstag geht es endlich auf das Schiff, mit welchem wir nach Südamerika übersetzen. Der „Grande Francia“.
Nachdem wir alle Mitreisenden im Wartebereich für unsere Fahrzeuge kennengelernt haben. Werden wir ohne Gepäck zu unseren Kabinen gebracht, welche wir für die nächste Zeit unser Heim nennen dürfen. Kurz in der Kabine werden wir schon in den Speisesaal gerufen, da gibt es auch schon unsere erste Mahlzeit auf dem Schiff. Pirmin freundet sich schon jetzt mit der reichhaltigen und guten Küche an.
Am Nachmittag warten wir dass wir unser Landy ins Schiff fahren können, da dies aber anscheinend nicht mehr heute sein wird! Entschliessen wir uns unsere Sieben Sachen aus dem Landy zu holen und in die Kabine zu schleppen. Wo wir alles verstauen.
Nach einem weiteren umfangreichen Essen und einiger ersten Anekdoten unseres Kapitäns, gehen wir noch die letzten Überreste der wilden Überfahrt von England nach Hamburg anschauen! Den Fitnessraum hat es arg in Mitleidenschaft gezogen und alle Geräte umher geworfen. Es wird erzählt das 12 Container verloren gegangen sind, sowie drei beschädigt wurden. Nach dieser Besichtigung und nach ein paar Fotos vom Deck, geht es für die erste Nacht ins Bett .

Schiffsreise: die Tage 24. bis 26.10.14

Nach dem Morgenessen, welches es jeweils um 7:30 Uhr gibt, können wir endlich unsere Fahrzeuge ins Schiff fahren. Wo der Landy auf Deck 6 seinen Platz bis Südamerika zugewiesen bekommt.
Als dann allmählich die letzten Fahrzeuge aufs Schiff gebraucht werden, darunter auch 6 Panzer, gehen wir mit unserer Kamera unter Deck auf Entdeckungstour und schauen was es alles so in den einzelnen Decks geladen hat! Hauptsächlich sind Neuwagen der Deutschen Autohersteller geladen. Ab Deck 6, wo auch unser Landy steht hat es nun auch grössere Fahrzeuge von Transportern über Lastwagen und grossen Mähdreschern inkl. Raupenantrieb. Im Deck 3 hat es allerhand unhandlicher Kisten und Raupenfahrzeuge, Lastwagen, Busse, und wie oben schon erwähnt die Panzer. Jetzt wird auch noch ein Helikopter unten ins Deck 3 geschoben!
Nach einem langen Mittagsschlaf, geht es nun endlich los! Um ca. 16:30 legen wir vom Hafen Hamburg mit der „Grande Francia“ ab. Unser Ziel Südamerika. Auf der Elbe machen wir noch ein paar Fotos von Hamburg. Bevor wir wieder nach drinnen gehen und das Abendessen zu uns nehmen. Nach einigen Gesprächen am Tisch, geht es wieder zurück in unsere Kabine. Wo wir noch ein bisschen Spanisch lernen und für das erste Mal auf dem sich bewegenden Schiff schlafen gehen.
Am nächsten Morgen sind wir nun auf der Nordsee und nicht mehr auf der Elbe, welche wir in der Nacht verlassen haben. Das erste Mal geniessen wir mit den anderen Passagieren die frische Luft an Deck, bei schönem Wetter und viel Sonnenschein.
Um 16:00 Uhr ist heute der Safety-Kurs angesetzt, wo uns die Sicherheitsregeln gezeigt werden und was wir im Ernstfall machen sollen. Zum Abschluss wird uns noch die Brücke gezeigt und einige Geräte erklärt, dies übernimmt dann sogar der Kapitän vom Schiff. Uns wurde auch gesagt dass wir die Möglichkeit haben, wenn wir uns Telefonisch anmelden, jederzeit auf die Brücke können. Und ihnen über die Schultern schauen können!
Am Abendessen wird noch gesagt dass die Uhren auf dem Schiff nicht umgestellt werden! Sommer und Winterzeit kennen die wohl nicht?
Heute zum Morgenessen ist anscheinend nur die Hälfte pünktlich erschienen. Wir haben es auch nicht geschafft! Wir sind sogar die letzten weil wir ganze zwei Stunden zu spät sind. Praktisch jede Uhr von uns Zeigt eine andere Zeit an. Bei der einen wurde Sommerzeit umgestellt bei der andern zusätzlich noch eine andere Zeitzone so haben wir mindestens drei verschiedene Zeiten. Was die heutige Technik nicht alles so automatisch verstellen muss! Auf das Mittagessen schaffen es dann wieder alle anwesend zu sein.
Es hat heute auch schon deutlich mehr Seegang als gestern, seit wir auf der offenen See sind und letzte Nacht die Meerenge zwischen Dover und Calais passiert haben. Aber wir denken das wird noch das schön Wetterprogamm sein auch wenn sich das Schiff doch schon schön hin und her bewegt. Bis jetzt geht es uns auch noch gut, anscheinend wirkt das Medikament gegen die Seekrankheit! Ob wir es überhaupt benötig hätten? Kann vermutlich nicht mehr restlos geklärt werden.
Heute schaffen wir es auch einmal etwas für unsere Reise zu machen, die Zeit auf dem Schiff verfliegt nur so. Jetzt noch kurz etwas zusammentragen was wir die letzten Tage gemacht haben und dann geht es dann auch wieder ins Bett .

27. – 31.10.14

Heute geht es um den oberen westlichen Teil von Spanien, dann entlang der Portugiesischen Küste Richtung Süden. Die Temperaturen werden auch immer wärmer und wir brauchen die Jacken nun definitiv nicht mehr. Wir lesen Reiseführer und Berichte von anderen Reisenden, welche wir vorgängig noch als PDF gespeichert haben.
Am Nachmittag um vier ist eine Schiffsbesichtigung angesetzt. Aber wir warten gut eine Stunde bis gesagt wird, dass diese an einem anderen Tag sein wird. Während dieser Stunde hat Pirmin auch eines seiner Lieblingsbeschäftigungen aus der Schweiz hier auf dem Schiff entdeckt, nämlich „PUZZELN“.
Am Dienstag geht es entlang der Marokkanischen Küste weiter nach Süden. Aber von Land keine Sicht, wir sind wohl zu weit auf dem offenen Meer!
Mittwoch dem 29. gibt es wieder etwas zu sehen wir fahren mit dem Schiff am späten Abend zwischen Grand Canaria und Teneriffa hindurch. Und haben so für kurze Zeit auf dem Handy wieder ein Netz.
Je mehr man sich auf dem Schiffsdeck aufhält so sieht man immer wieder einmal ein paar Tiere im Meer, von Delphinen über Wale, Schildkröten und Rochen.
Wir testen heute Donnerstag auch einmal den Bord eigenen Fitnessraum, wo wir etwas von dem Reichhaltigen Bordessen abtrainieren wollen. Ansonsten heisst es weiter an Deck oder im etwas kühleren Zimmer mehr über Südamerika zu lesen. Was wir auch immer gerne machen, so wie auch diesen Freitag, ist zwischen den Autos hindurch, welche noch bis nach Dakar auf dem Oberdeck sind, nach hinten ans Schiffsheck zu gehen und im Fahrtwind die Aussicht zu geniessen.

01. – 02.11.14

Um Mitternacht zum ersten November fahren wir mit dem Schiff in den Hafen von Dakar ein. Alle sind um diese Zeit noch wach und beobachten wie wir anlegen, sowie die Rampe vom Schiff runtergelassen wird. Und schon bald beginnt das Abladen, halt mit der Afrikanischen Gemütlichkeit. Alles geht hier anscheinend ein bisschen langsamer und nicht voll durchgeplant wie bei uns! Wir gehen aber jetzt ins Bett und schlafen erst einmal.
Nach dem Morgenessen sieht es auf den ersten Blick wie gestern auf dem Schiff aus! Aber sie haben mit den Kränen des Schiffes, die für Afrika bestimmten Container vom Vordeck abgeladen. Sowie vom Bordinneren einige Teile über die Rampen entladen. Denn ganzen Tag durch wird das Vordeck mit leeren Containern beladen.
Als wir mit dem Nachtessen fertig sind, beginnen auch endlich die Arbeiten am Oberdeck und die Fahrzeuge werden mit dem hinteren Kran des Schiffes entladen. Dieser nimmt gleich vier Fahrzeuge auf einmal! Unsere Schiffscrew übernimmt während dieser Zeit hauptsächlich Überwachungs-aufgaben, damit keine Hafenarbeiter irgendwie in die anderen Decks oder Räume des Schiffes gehen.
Bis spät in die Nacht fahren zwei Afrikanische Fahrer immer wieder Fahrzeuge auf das Entladegestell und unten nehmen dann vier bis acht Fahrer die Autos in Empfang wo sie kurz angeschaut werden und dann auf dem Gelände parkiert werden. Das Ganze geht sehr schleppend voran. Liegt wohl auch an der afrikanischen Arbeitsweise. Es hat zwar viele Arbeiter an Deck aber halt nur zwei Fahrer die die Autos holen müssen und auf das Gestell fahren. Die anderen warten die meiste Zeit, vielleicht einmal ein paar Riemen lösen mit welchen die Fahrzeuge fixiert sind, ansonsten warten sie! Gegen Schluss müssen nun auch diese Arbeiter noch anpacken. Alle Fahrzeuge die nun noch an Deck sind, konnten auch mit einer Starterbatterie nicht gestartet werden und müssen nun mit Muskelkraft zum Gestell gebracht werden. Damit auch diese noch vom Schiff kommen. Auf dem nun fast leeren Oberdeck hat es nun fast nichts mehr, nur noch ein paar alte Autos für Südamerika.
Um halb eins reicht es uns und wir gehen auch ins Bett. Wir waren zwischen durch im Fitnessraum und dann die letzten von den Passagieren welche noch zugeschaut haben. So gegen zwei Uhr Nachts legt das Schiff ab und fährt auf das offene Meer hinaus. Richtung Brasilien, wo der nächste Hafen Vitoria sein wird.
Heute hat es 30 Grad im Schatten, zum Glück noch Wind! So noch angenehm, im Schatten! Wir machen heute nicht sehr viel da die Hitze sich doch bemerkbar macht und wir träge werden. Nach einer späten Runde im Fitnessraum beginnt es draussen leicht zu Regnen! Einmal schauen ob dass die Vorboten für eine widrige Überfahrt sind? So geht auch dieser Tag zu Ende .

03. – 06.11.14

Am zweiten Tag auf dem Weg über den Atlantik geht ist es fast wie immer auf dem Schiff zu und her. Heute steht aber um 16:00 die Besichtigung im Maschinenraum an. Damit die Gruppe nicht zu gross ist geht heute nur die Hälfte der Passagiere auf die Führung.
Wir gehen zu sechst mit dem 1. Offizier in den Bauch des Schiffes hinunter zum Maschinen-raum, wo er uns alles einmal zeigt und nur kurz erklärt da es ja auch sehr laut ist hier in diesem Raum mit dem grossen Dieselmotor. Im Kontrollraum wird uns dann von einem Maschinen Engineer noch einmal auf dem Kontrollpanel möglichst „einfach“ erklärt wie alles hier unten funktioniert, sowie auf unsere Fragen eingegangen. Nachdem geht es noch kurz in den Laderaum wo der 1. Offizier uns noch die interessanten Teile der Ladung zeigt.
Heute am Dienstag dem 4.11.14 haben wir ein richtiges Programm vor uns! Wichtigster Punkt für uns ist wohl die Äquator Überquerung. Diese verbringen wir mit einem Schweizerpaar Margrit und Walter oben an Deck neben der Brücke. Wo wir auf dem GPS Gerät die Koordinaten beobachten wie sie immer näher auf 0 zugehen. Anscheinend geht das GPS Gerät nicht ganz so genau wie die des Schiffes da das Schiffshorn ein bisschen vor dem Erreichen von Null ertönt. Aber das stört uns nicht so überqueren wir halt „zweimal“ den Äquator! Wir stossen zu viert mit einem Prosecco auf das Ereignis an.

Offizielle Überquerung des Äquators:

Kurz danach steht schon eine Evakuierungsübung an. Dass heisst der Alarm geht los und alle müssen, mit dem Helm und der Schwimmweste bekleidet sowie dem Überlebungsanzug in der Tasche, bei der „Muster Station“ zusammen kommen. Wo alle aufgerufen und so auf anwesend geprüft werden. Dann geht es zum einen der Rettungsbote wo die Crew kurz auf ihre Positionen geht und die ersten Schritte der Evakuierung einleiten. Dann werden wir aber jeweils zu dritt in das Rettungsbot geholt, wo uns dieses, der weitere Ablauf samt Ausstattung erklärt und gezeigt wird.
Nach dem Nachtessen hat Ingrid mit ihrem Mann Reinhart noch eine eigene Äquatortaufe auf die Beine gestellt und überrascht uns damit. So erhalten wir heute schon zum zweiten Mal ein Diplom. Dazu gibt es noch einmal eine Prosecco Runde. Zum Abschluss des Abends schauen wir alle den Film Hangover an.
Diesen Mittwoch haben wir nicht so ein volles Programm. Heute hat der Wind deutlich aufgefrischt. Was aber das grössere Problem ist das bei der Klimaanlage eine Wartung gemacht werden muss. Diese geht zu unserem Leidwesen ca. 6 Stunden, so sind wir voll der Äquatorsonne ausgesetzt und können nur noch draussen im Schatten und im recht starken Wind etwas Kühlung holen. Da es im Schiff so ohne Kühlung sehr schwül wird. Aber auch dieser Tag geht recht schnell vorbei .

Heute einmal zusammen gefasst wie so ein Tag auf dem Schiff aussehen kann:

Kurz vor 07:30 Uhr „Schiffszeit“ Wichtig! Muss nicht mit der Zeitzone übereinstimmen in welcher wir uns gerade befinden. Wie schon gesagt kurz vor 07:30 Uhr aufstehen. Punkt 07:30 gibt es Morgenessen. Dieses beinhaltet meist ein Brötchen mit Konfi, Cornflakes, Italienisches Pizzabrot, Käse oder Fleisch und Kaffee. Danach verbringen wir meist noch eine gewisse Zeit am Tisch und reden über alles Mögliche aber natürlich auch über unsere geplante Reise! Dann geht jeder einmal seinen eigenen Weg. Von Sport im Fitnessraum, Reiseführer / Berichte lesen, arbeiten am Laptop bis Faulenzen an Deck gibt es einiges zu Tun.

Um Punkt 12:00 gibt es das Mittagessen. Hier ein Beispiel Menü:

  • Suppe mit Kartoffeln (hat aber als Hauptzutat Pasta!)
  • Gnocchi mit einer feinen Sauce
  • Fleisch mit Gemüse
  • Frucht (Was so immer ein Menüpunkt ist! Bsp.: jeweils eine: Mandarinen, Orangen, Trauben, usw.)

Zum Menü gibt es jeweils ein Weiss- oder Rotwein und Wasser zu trinken.
Wie am Morgen sitzen wir meist etwas länger am Tisch als zu Hause und führen das ein oder andere Gespräch. Danach haben wir wieder Zeit für unsere „Arbeiten“. Um ca. 17:00 Uhr gibt es meistens noch kurz einen Kaffee. Um dann um 18:00 Uhr das Nachtessen im Speisessall zu uns zu nehmen. Dieses ist so ähnlich aufgebaut wie das Mittagsessen. Natürlich nicht wieder das Selbe, wo denkt ihr denn wieder hin! Grundsätzlich kann man sagen, wir essen wirklich gut hier auf dem Schiff und zu wenig haben wir definitiv auch noch nicht bekommen. Wir müssen eher schauen das wir nicht zu fest zunehmen!
Nachdem Essen sitzen wir wie üblich etwas länger am Tisch, und dann geht jeder seinem Abendprogramm nach. Von Tischfussball bis Spanisch lernen.
So geht jeweils unser Tag schon fast zu schnell vorbei.

07. – 10.11.14

Heute fliegt bzw. segelt ein fliegender Fische jagender Basstölpel um das Schiff. Dieser prächtige Vogel wollen wir natürlich versuchen möglichst gut auf die Kamera zu bringen und machen einige Fotos. Nur Das eine Foto wie er in das Meer taucht will nicht gelingen. Am Nachmittag kommen noch bis zu drei weitere dazu. Aber so schnell sie gekommen sind, so schnell sind sie auch wieder verschwunden.
Am Abend als wir im Dunkel noch zu zweit auf dem Deck sind. Haben wir eine super Idee, wir könnten ja einmal oberhalb einer Kabine unserer Mitreisenden Jens und Bärbel ein paarmal in die Luft springen und so ein bisschen Krach machen. Wir können gerade noch in eine andere Ecke springen, da kommen sie schon von unten die Treppe hinauf um zu schauen was da los ist. Nur entdecken sie nichts, im Dunkeln und ziehen von dannen.
Am Morgen stehen wir etwas früher auf da wir heute in Vitoria in den Hafen einlaufen werden. So können wir den Sonnenaufgang und die Einfahrt in den Hafen kombinieren. Aber beides klappt heute wohl nicht. Der Sonnenaufgang ist hinter dichten Wolken und in den Hafen dürfen wir heute auch noch nicht, erfahren wir beim Morgenessen. Wir müssen hier ca. 12 km vom Land entfernt warten bis ein Anlegeplatz frei ist. Was ich noch nicht gesagt habe, zu uns an den Tisch sind noch Jens und Bärbel gekommen und essen mit uns gemeinsam das Morgenessen. Als sie nach einer Weile von komischen Geräuschen über ihrer Kabine erzählen, müssen wir uns zusammenreissen das wir nicht Lachen müssen. Eine ihrer Theorien ist das die Vögel etwas gemacht haben, anscheinend hat es viel Vogeldreck dort! Aber sie sind die einzigen von der ganzen Runde, die etwas gehört haben. Ausser uns natürlich, was wir aber nicht sagen. So wird diese Geschichte noch ein bisschen länger gehen!
Bis am Abend geht es zu und her wie sonst auch immer. Nach dem Abendessen gehen wir ans Heck und sehen, wie die Schiffsmannschaft unten am Fischen ist. Da entschliessen wir uns nach unten zu gehen. Wo wir uns zeigen lassen, wie sie Fischen und was sie so gefangen haben. Während unserer kurzen Zeit unten gibt es trotz sehr starker Strömung immerhin drei Erfolge, welche natürlich abgelichtet werden müssen. Stolz präsentieren sie uns ihren Fang.
Mit gut anderthalb Tagen Verspätung können wir nun endlich in den Hafen einfahren. Dazu kommen zwei Lotsen an Bord und manövrieren das Schiff durch den Rio Grande zum Anlegeplatz in Vila Velha. Also nicht Vitoria sondern genau genommen auf der Gegenseite.
Anders als in Afrika geht es hier doch viel zügiger und organisierter zu. Hier werden vor allem viele Fahrzeuge der Deutschen Marken entladen, von Porsche bis VW. Aber zuerst muss der Weg frei gemacht werden. Es müssen die grossen Tanks, Generatoren und Landmaschinen, die noch im Weg sind, an Land gefahren oder gezogen werden. Um Mitternacht werden auch wir noch gesucht! Aber da wir kurz vorher wieder aufgestanden sind, um zu schauen was noch so läuft. Ist die Suche nicht ganz so einfach. Da wir ja nicht mehr in unserer Kabine sind, sonder auf dem Deck umherlaufen. Schlussendlich findet uns ein Offizier und bittet um die Fahrzeugschlüssel damit unser Landy um parkiert werden kann. Kurz den Schlüssel im Zimmer geholt und abgegeben, da kommt uns die Batterie in den Sinn welche wir ja in Hamburg getrennt haben und so ohne Strom wird unser Landy sicher nicht starten. Also schnell hinunter die Sache selber in die Hand nehmen und um parkieren. Jetzt können auch die Letzten Fahrzeuge nach draussen gefahren werden, dies dauert bis am Morgen.
Eigentlich wäre am Morgen alles bereit damit wir auslaufen könnten aber da Ebbe ist können wir den Hafen nicht verlassen und müssen so zuerst auf die Flut warten. Am Mittag ist es soweit, wir nehmen das nächste Teilstück in Angriff.

11. – 16.11.14

Heute Dienstag haben wir wieder einmal ein dichtes Programm. Pirmin hat sich für Rio de Janeiro einen schönen Sonnentag gewünscht, was wir ja bisher in Brasilien noch nicht hatten! Nur Wolken.
So stehen wir früh auf und sehen bisher den schönsten Sonnenaufgang auf unserer Schiffsreise. Dann geht es schon zum nächsten Highlight. Der Kapitän hat nicht zu viel erzählt! Den „schlafendem Indianer“ sieht man wirklich wenn man per Schiff Richtung Rio fährt. Die Hafeneinfahrt ist auch nicht zu unterschätzen man sieht den Zuckerhut, die Jesus Statue auf dem Corcovado, Strände, Hügel und die Stadt. So eine Hafeneinfahrt kann doch schön sein.
Dann geht es vom Schiff runter auf eine Sightseeing Tour durch Rio de Janeiro. Auf dieser Tour geht es zuerst kurz vor die Tore des Maracana Stadions. Weiter zur derzeitigen Baustelle Sambatrom wo dann zum Karneval sicher mehr los sein wird. Auf den Corcovado zur Jesus Statue, wie auch viele andere Touristen sind! Zu einer uns unbekannten Kathedrale. Als zweitletzter Punkt geht es zur Treppe vom Künstler Selarón, wo wir unseren Heimatort verewigt finden. Und zum Schluss an den Copacabana Strand wo wir eine Weile unsere Füsse vertreten
Auch dieses Mal geht der Wunsch von Pirmin in Erfüllung und wir laufen pünktlich zum ein dunkeln aus. So sehen wir Rio noch bei Nacht von der See Seite.

Nach einer kurzen Zeit auf dem offenen Meer geht es am nächsten Nachmittag schon wieder in einen Hafen. Wir fahren den grossen Hafen von Santos an. Hier sind sie schon vorbereitet! Es hat mehrere Teams die irgendwie an den anderen vorbei müssen auf engstem Raum, wie auf einem Ameisenhaufen. So ist eigentlich auch unsere Sicht vom Schiff oben zu beschreiben. Die Hafenausfahrt in der Nacht bemerkt nur Pirmin, sonst schlafen alle.
Jetzt geht es schnell es wird bereits wieder der nächste Hafen angelaufen. Von Paranaguá bemerken bzw. sehen wir nicht viel! Wir laufen diesen am späten Nachtmittag bei Regen an und verlassen in am Morgen vor dem Sonnenaufgang auch schon wieder. Aber den hätte man wegen dem Regen und den Wolken in dieser Region sowieso nicht gesehen. So haben wir diesen Hafen eigentlich nur kurz aus der Kabine gesehen.
Jetzt geht es langsam dem Ende zu. Der nächste Hafen soll schon Montevideo sein. So verbringen wir noch etwa zwei Tage auf dem Meer und sollten dann am Sonntag in den Hafen einlaufen. Die Tage auf dem Meer bis Montevideo verbringen wir noch mit den letzten Vorbereitungen für unsere Reise und soweit es noch möglich ist zum entspannen. Bevor der Ernst des neuen Lebens beginnt. Am letzten Tag werden uns auf dem Schiff, noch die letzten Ecken des Schiffes gezeigt. Und so haben wir dann fast jeden Winkel des Schiffes gesehen.

Nachtrag

In Montevideo angekommen sind wir am Sonntagmittag. Kurz nach zwei Uhr hiess es wir können heute noch nicht das Schiff verlassen, da der Zoll erst morgen um 9 Uhr kommt. Wir können aber das Schiff zu Fuss verlassen, um Montevideo schon einmal zu Fuss zu erkunden. So gehen wir alle in einzelnen Gruppen und sehen uns einmal die Stadt um den Hafen an. Montevideo ist heute um diese Zeit ziemlich ruhig und es sind praktisch alle Geschäfte, Restaurants und Bars geschlossen. Das Abendessen und die Nacht verbringen wir also noch einmal auf dem Schiff. Wir beide gehen aber um zehn Uhr noch einmal in die Stadt und suchen uns eine nette Bar mit Live Musik.
Am Montag warten wir nun wieder bis der Zoll kommt, dies geht nach Südamerikanischer Art ein bisschen länger. Um die Mittagszeit sind unsere Papiere erledigt aber der Zoll ist immer noch nicht gekommen! Ca. ein Uhr müssen wir mit unseren Fahrzeugen runter vom Schiff und draussen auf den Zoll warten. Wir nutzen dies noch um Fotos mit dem Landy und Schiff zu machen. So zwei Uhr kommt der Agent und bringt uns zu Fuss zum Zoll wo kurz ein Formular ausgefüllt wird und wir damit dann gehen können, ohne dass jemand das Fahrzeug angeschaut hat.

Jetzt heisst es Bienvenido Montevideo.

Fazit:

Uns hat es sehr gut auf dieser Überfahrt gefallen. Wir trafen auf eine nette und zuvorkommende Schiffscrew. Die uns fast jeden Wunsch erfüllte und uns viel Freiraum lies. Was natürlich auch wichtig ist, das Essen war immer gut und vor allem reichlich. Mit unseren Mitpassagieren verstanden wir uns sehr gut und wir hatten unter uns ein sehr gutes Klima. Da wurde z.B. beim Essen jeweils jedes Mal in einer anderen Zusammensetzung an den drei Vierer Tischen gegessen. Was sogar dem Kapitän aufgefallen ist! Die Zeit verging wie im Flug. Uns hat es so gut gefallen das wir eigentlich gerne einer Zusatzschlaufe nach Zarate gemacht hätten! Aber so verlassen wir das behagliche Nest und brechen zu neuen Ufern auf.

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