Rolfs Welt

Rolfs Welt

Schon vor längerer Zeit wurden wir darauf angesprochen, auch einmal über eine andere Sichtweise zu berichten, denn natürlich herrscht nicht immer Sonnenschein. Wir haben schon vor mehr als einem Jahr in einem Bericht folgenden Spruch erwähnt: „Etwas ist immer.“ Dies ist eine Einsicht welche wir bei unseren Stellplätzen und Übernachtungsmöglichkeiten gelernt haben. Aber auch andere Situationen welche wir auf unserer Reise hatten, haben nicht gerade die Stimmung erhöht.

Mit ein paar Bildern und dazugehörigen Kommentaren haben wir dies nun versucht umzusetzen.

Vermutlich gibt es noch ein paar andere Punkte welche wir vergessen haben, aber so Schlimm wie es vielleicht jetzt bei manchen herüberkommt ist es dann doch nicht. Wir können eine solche Reise nur jedem empfehlen, uns fällt keine bessere Art ein um diesen schönen Flecken Erde zu entdecken. Auch denken wir das Hindernisse zu einer solchen Reise dazugehören, aber die schönen Dinge und Erinnerungen übertreffen diese sowieso um das Tausendfache.

Alles geht raus und entdeckt die Welt, auch wenn es nur vor der Haustür ist ;-).

Ja der Wind, der Wind das Himmlische Kind machte uns nicht immer Freude. Er erschwerte das Kochen, Schlafen, und setzte unserem Fahrzeug zu. Wolken können etwas schönes sein, aber wenn alles nur immer trist und grau ist, schlägt es mit der Zeit auf das Gemüt.
Regen gibt es in Form von ein paar Tropfen bis hin zu Sintflutartigen Regenfällen. Welche uns dann jeweils einen Umweg oder Planänderungen aufzwangen. Neben diesen grösseren Behinderungen hat dieser unsern Aufenthaltsbereich deutlich verkleinert und wir konnten uns dann meist nur noch in unserer übersichtlichen, fahrbaren „Unterkunft“ aufhalten. Ja Touristen, dass ist ein komisches Volk, nicht gerade unsere Lieblings Gattung. Zum Glück trafen wir sie auf unserer Route durch Südamerika nur an ein paar Hotspots.
Bemerkung: Wir sahen uns nicht als Touristen sondern als Overlander /Langzeitreisende.
Dein Freund und Helfer. Wir trafen meist auf sehr freundliche und Hilfsbereite Beamte. Bis auf genauere Kontrollen und ein paar wenige missglückte Versuche etwas zu finden womit sie uns dran kriegen, haben sie uns nur etwas Zeit gekostet. Südamerika hat uns definitiv nicht den Öffentlichen Verkehr schmackhaft gemacht. Wenn wir ihn nutzten hat es meistens geklappt, vielleicht nicht so effektiv wie wir dies uns jeweils vorstellten. Aber unterwegs in unserem Fahrzeug haben wir uns schon manchmal gefragt und genervt über diesen, wie sie uns Rücksichtslos, mit listigen Manövern behindert und wortwörtlich ausgebremst haben.
Vieler Orts sind wir auf Hunde getroffen. Meistens waren es Streuner welche keinen Besitzer hatten, diese machten in der Regel keine Problem. Interessant wurde es jeweils mit Wachhunden welche das Gefühl hatten, dass wir in ihrem Gebiet sind. Wo es viele Hunde gibt da hat es natürlich auch viel Hundescheisse! So sind uns die Strassen von Valparaiso in Chile vor allem wegen diesen Tretminen in Erinnerung geblieben.
Stechende Moskitos und nervende Horden von Insekten mussten wir einige Male erdulden. Flohen vor ihnen ins Fahrzeug und sogar ins Bett. Denn auch mit Mückenspray und Kleidung, der einzige sichere Schutz war das feinmaschige Moskitonetz! Die Bedingungen für Pflanzen sind in Südamerika sicher nicht überall so gut wie in Ecuador und Kolumbien, aber diese Dornen und Stacheln an all den Pflanzen! Auf einer Wiese kannst du nicht einfach rumlaufen ohne voll mit stachligen Pflanzensamen zurück zu kommen. Auch auf die Hände und Füsse musst du acht geben, dass du nicht in Dornen greifst oder trittst.
So gut unterhaltene Wanderwege wie in der Schweiz findet man in Südamerika auch, aber diese sind eher die Ausnahme. Meist sind diese unmarkiert, schlecht bis gar nicht unterhalten, oder nur kleine Trampelpfade welche auch nur Wildtierspuren sein könnten. Lomada, Baden usw. werden die Bodenwellen in Südamerika genannt. Diese gibt es in allen möglichen Varianten, von sanften langgezogenen, mehrere kleinere in kurzer Abfolge bis zu richtigen Sprungschanzen. Und das Schlimmste, du findest sie überall in Südamerika, diese fiesen Mistdinger.
Wellblechpisten davon gibt es einige in Südamerika. Man kann diese langsam oder mit hoher Geschwindigkeit abfahren, aber so oder so wird alles durchgerüttelt. Diese Art von „Demonstration“ sind wir uns in der Schweiz nicht gewöhnt und erschliesst uns auch nicht ganz, ob wirklich die Richtigen getroffen werden. Wir trafen zum Glück nur auf ein paar kleine Blockaden welche spätestens nach zwei Stunden für uns zu Ende waren, aber es geht auch anders z.B. in Potosi in Bolivien, kurz nach unserem ersten Besuch im Jahr 2015, wo die ganze Stadt abgeriegelt wurde.
Auf grösseren Strassen stauen und verlangsamen die Baustellen den eh schon trägen Verkehr. Und auf kleineren, staubig, schlammigen Strassen kann es mehrere Stunden dauern bis du weiterfahren kannst. Auf Wegweiser kannst du dich in Südamerika nicht immer verlassen wenn sie dann überhaupt vorhanden sind! So bogen wir auch schon wegen einem Wegweiser auf eine falsche Strasse ab, nur um später zu merken dass dieser etwa 200m am falschen Ort stand.
Strassenschilder gibt es auch in Südamerika. Meistens sehen sie unseren bekannten ähnlich, dann gibt es aber noch solche welche die Südamerikanischen Beamten erfunden haben oder sogar ein Grundstückbesitzer sich verewigt hat. Nicht immer erschliesst sich was mit diesen Schildern gemeint ist und so machten wir es wie die Einheimischen und beachten diese einfach nicht. In der Regel kannst du dich in Südamerika frei auf noch so kleinen Feldwegen fortbewegen. Bei gesperrten Strassen ist noch lange nicht gesagt wie der Strassenzustand ist. So kann es sein dass sie nur mit dem Rennwagen nicht mehr befahrbar ist, oder im schlimmsten Fall ist keine Strasse mehr vorhanden. Weiter kann es sein dass von der einen Seite einfach ,,schlechte Strasse“ signalisiert ist und auf der Gegenseite ,,gesperrt“. Aber meist gibt es einen Grund. warum gesperrt ist!
Manchmal hätten wir gerne gewusst, wie die Strasse nach einem schlechten Abschnitt aussieht. Ob diese noch schlechter wird oder gar nicht mehr befahrbar ist. Aber wie so oft, geht nichts über vorwärts schauen und ausprobieren. Bei gewissen Strassen gibt es nicht mehr viele Möglichkeiten, bis auf Umkehren.
Auf den Hauptstrassen zu fahren kann sehr anstrengend und kräftezehrend sein, vor allem wenn die Strasse auch noch kurvig, bergig und unübersichtlich ist. In Kolumbien hat uns dies dermassen genervt, dass wir vorwiegend auf kleine Wege auswichen. Um Städte zu durchqueren kann es schon einmal sein dass du Stunden brauchst bis du auf der Gegenseite bist. Und da das Verkehrsaufkommen alleine nicht schon reichen würde, gibt es zusätzlich noch Bodenwellen, Ampeln und dann die Taxis und Busse welche alle paar Meter halten und wieder die Spur wechseln. Nicht zu vergessen die Motorradfahrer welche definitiv nicht mit Europa vergleichbar sind. Grundsätzlich ist hier das Motto, die stärksten und mutigsten zuerst.
Wie schon erwähnt ist der Verkehr in den Städten sehr chaotisch. Ein Grund dafür ist dass in Südamerika überall und meist am dümmsten Ort angehalten bzw. parkiert wird, so dass auch sicher der nächste nicht mehr vorbei kommt. Die Zeit in Warteschlangen verbringen ist in Südamerika ein beliebter Zeitvertrieb. Vor Banken, öffentlichen Schaltern und vor allem vor der Kasse im Einkaufsladen findest du Gelegenheit dazu.
An einigen Orten mussten wir uns schon fragen wie sich dass die Einheimnischen überhaupt leisten können, wenn uns als Schweizer der Preis schon überrissen vorkommt und an Abzockerei grenzt. Einen Abfallbehälter um das Toilettenpapier zu entsorgen findest du in ganz Südamerika, was für uns gewöhnungsbedürftig ist.
Oft erkennt man dass vor einigen Jahren einmal einiges in die Infrastruktur investiert wurde. In Strassen, Wanderwege, Brücken, Gebäude und vieles mehr, aber dann wird einfach nicht mehr dazu geschaut und es verfällt wieder. Bei all den Strapazen welche das Fahrzeug aushalten muss, ist es nur eine Frage der Zeit bis irgend etwas beschädigt oder kaputt geht. Wir können uns aber Glücklich schätzen dass wir nur Kleinigkeiten hatten und von grösseren Problemen verschont blieben.
Dieses Wort ist eigentlich ein unschönes Wort für die US-Amerikaner, aber als Ausländer wirst du dieses Wort sicher einige male hören. Schlimmer ist wenn sie auch noch das Gefühl haben, die können wir jetzt abzocken die haben ja Geld. So hat z.B. eine geschäftstüchtige Land Rover Werkstatt in Chile für diesen lächerlichen Schalter umgerechnet 800.-Franken verlangt, welchen wir dann später bei einem Ersatzteilehändler von Land Rover für 35.- Franken bekamen. Vielleicht wollten sie ja auch das ganze Armaturenbrett austauschen! 😉 Bei diesem Thema kann sich vermutlich jeder noch verbessern. Aber bei einigen Beispielen fragt man sich ja schon z.B. die Argentinier fahren gerne an ein schönes Plätzchen am Bach und grillieren, lassen dann aber allen Abfall liegen, bis es wie auf einer Müllhalde aussieht. Die Chilenen werfen den Abfall in ein trockenes Bachbett, obwohl die Entsorgung in der Gegend kostenlos wäre. An der Küste siehst du vor Abfall keinen Strand mehr, oder sie schauen den ganzen Tag den Abfall in ihrem eigenen Vorgarten an, anstelle einmal eine halbe Stunde aufzuräumen.
Kleine Shops mit Handys und Zubehörartikel findest du fast überall in Südamerika. Da wundert man sich nicht mehr, dass alle nur noch damit herumspielen statt zu arbeiten, oder sich beim fahren auf den Verkehr zu konzentrieren.

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