21-Andenausläufer

In diesem Abschnitt fahren wir nach Möglichkeit auf kleineren Strassen, damit wir dem Verkehr etwas ausweichen, uns gleich noch die Strassengebühr sparen und vor allem unsere Nerven schonen können. Von der Kaffeeplantage geht es Nordwärts. Wir haben im Internet vor einiger Zeit ein interessantes Bild entdeckt, von einem alten Land Cruiser auf einer Eisenbahnbrücke. Wenn ein Toyota diese Brücke überqueren kann, können wir dies auch mit unserem Land Rover Defender. Mit etwas Recherche haben wir diese in der Region um Amaga ausfindig gemacht. Wir finden die Anfahrt auf Anhieb diese ist aber nur knapp mehr als 2 Meter breit, darum müssen wir schon nach kurzem bei einer Schreinerei warten bis das Holz abgeladen ist. Es geht weiter durch ein paar ehemalige Eisenbahntunnels, bei einem finden wir dann auch direkt Unterschlupf beim plötzlich einsetzenden Gewitter. Nachdem der Sturm vorüber ist und ein paar Bäume aus dem Weg geräumt sind, geht es weiter zur Brücke. Zu Fuss erkunden diese, sie sieht stabil aus uns machen mehr die morschen Balken sorgen und viel Platz hat man auch nicht zum korrigieren. Nach ein paar Fotos ohne Fahrzeug und einer kurzen Diskussion entscheiden wir es zu wagen, trotz unserem schweren Fahrzeug. In langsamer fahrt und mit knarzenden Balken geht es zur Mitte der Brücke. Hier machen wir natürlich nun ein paar Fotos. Dann geht es auf die zweite Hälfte der Brücke welche nicht viel besser tönt. Endlich auf der anderen Seite sind wir erleichtert dass nur die Balken etwas nachgegeben haben nicht aber gebrochen sind.

Die nächsten Tage verbringen wir in Medellin. Die Zeiten des Medellin Kartells sind zum Glück vorbei und die Stadt ist wieder rehabilitiert. Wir schauen uns das Schloss „El Castillo“ der Familie Echavarría an. Fahren mit der überirdischen Metro ins Zentrum wo wir uns die einzelnen Pärke anschauen sowie ein paar Kunstwerke, ihr wisst sicher an Hand vom letzten Bericht von wem diese sind? Schauen uns das schöne Aquarium im Parque Explora und daneben den Botanischen Garten an.

Dazwischen haben wir noch eine Tour an die Westküste ins Departement Choco organisiert. Vom kleineren Flughafen in Medellin geht es mit einem Charterflieger über dichtes Dschungelgebiet an die Küste zur Ortschaft Nuqui. Dort werden wir abgeholt und mit einem Boot 40min nach Süden zu unserer Unterkunft transportiert. Hier erwartet uns ein schöner Sandstrand und eine angenehme Wassertemperatur. Am Nachmittag laufen wir zu Fuss mit der Gruppe und einem Guide dem Strand entlang und dann kurz zu einem Wasserfall im nahen Dschungel. Bei etwas Regen laufen wir am nächsten Morgen 5km am Strand entlang zu einem Thermalbad. Da dies eine sehr Regenreiche Region sein soll, haben wir uns schon darauf vorbereitet und sind eher positiv überrascht gewesen vom Wetter. Zurück in der Unterkunft gibt es Mittagessen. Danach heisst es Kamera packen und mit dem Boot aufs Meer hinaus, wo wir nach Walen Ausschau halten. Wir entdecken drei Buckelwale welche gemütlich vor sich her schwimmen. Lange Zeit halten sie sich zurück, dann auf einmal geht die Post ab! Sie machen Sprünge und Saltos, was für ein Schauspiel. Wir sind glücklich, einige andere Seekrank und übergeben sich. So geht es zurück zur Unterkunft.

Am zweiten Tag gehen wir zu zweit mit einem Guide in den Dschungel und suchen kleine giftige Frösche, welche wir sonst nur im Zoo und hinter einem Glaskäfig zu Gesicht kriegen würden. Nach 2.5 Stunden Dschungelweg mit auf und ab, aber vor allem hinauf, erreichen wir den Gipfel einer Erhebung. Hier im Dickicht versteckt finden wir dann die gesuchten kleinen Frösche. Der Eine und der Andere posieren sogar für uns. Nach den gut 5 Stunden im Dschungel brauchen wir als erstes eine Dusche und etwas zu trinken. Die Luft fühlt sich nicht so heiss an wie zuletzt im Häuserdschungel von Medellin, aber wir sind völlig durchgeschwitzt. Am Nachmittag sehen wir dann auch vom Strand unserer Unterkunft die Wale. Nach dem Morgenessen heisst es zusammenpacken und mit dem Boot zurück nach Nuqui und da mit dem Flieger zurück nach Medellin.

Wir lassen die Grossstadt Medellin hinter uns und fahren nach Norden ins Kolonialstädtchen Santa Fe de Antioquia von dort geht es noch zur Puente de Occidente, einer Brücke aus dem 19. Jahrhundert. Leider sind wir zu hoch und vermutlich auch zu schwer für die Brücke sodass wir diese nur zu Fuss überqueren. Am meisten beschäftigt uns aber die Hitze hier unten im Tal. Um dieser zu entgehen zieht es uns wieder in die Höhe, wo wir beim Hostal La Finca ein Stellplatz finden. Von hier aus machen wir noch einmal eine Kaffeetour, dieses Mal aber bei einer kleinen Familienplantage wo nur Familienangehörige arbeiten. Hier im kleinen Rahmen wird uns der ganze Prozess vom Setzling bis zum fertigen Produkt gezeigt. Die ganze Kaffeetour bei dieser engagierten Familie hat uns sehr gefallen und wir können diese nur weiter empfehlen.

Vom Hostal La Finca fahren wir weiter auf kleinen Bergstrassen. Kurz fahren wir auch wieder einmal auf einer Hauptstrasse und schon nach kurzer Zeit sind unsere Nerven wieder völlig angespannt von dem Verkehr und der Fahrweise der Kolumbianer. Wir sind froh wieder auf eine kleine Nebenstrasse zu wechseln wo wir zwar nicht viel schneller vorwärts kommen, aber dafür unsere Ruhe haben. Am Abend kommen wir am Stausee Guatape an, wo wir nach der Staumauer einen Platz finden. Während des Morgenessen bekommen wir Besuch von einem Wachmann. Dieser sagt uns, dass dies eine Sperrzone sei und es ist nicht erlaubt hier zu stehen. Na ja, zumindest hatten wir eine ruhige Nacht! In der nähe der Ortschaft Guatape gibt es einen Granitfelsen welcher die Landschaft und den Stausee weit überragt. Von oben hat man einen schönen Blick über den Stausee, der Felsen selber sieht aber von unten viel schöner aus. Weiter geht es meist über einsame Bergstrassen bis zum Fluss Rio Claro, wo wir in das gleichnamige Reservat gehen. Im Waldstück werden wir beim Nachtessen von tausenden fliegenden Insekten ins Fahrzeug vertrieben, wo sie aber noch nicht aufgeben wie man am Bild sieht.

Wir fahren zum Eingang zurück wo es etwas weniger Viecher hat. Am nächsten Tag ist es viel besser mit diesen Plagegeistern, gestern hatten wir wohl einen schlechten Tag erwischt, die Flügel dieser Mistviecher finden wir aber auch Tage später noch in allen möglichen Ritzen. Den Tag im Park verbringen wir mit etwas laufen am Fluss entlang und einem kühlen Bad im Wasser. In der Nähe befindet sich auch die Hacienda Napoles, früher gehörte diese Pablo Escobar. Da er ein Fan von Afrika war, hatte er hier einen „kleinen“ Privatzoo mit vielen wilden Tieren aus Afrika erstellt. Nachdem Pablo erschossen wurde, verwahrloste die Hacienda und die meisten Tiere starben, nur die Flusspferde überlebten. Diese pflanzten sich über die Jahre fort und wuchsen zu einer stattlichen Herde. Mit der Zeit begann man sich wieder für das Gelände zu interessieren so entstand dann ein Zoo und da die Kolumbianer gerne Action haben wurde auch eine Wasserparkanlage erstellt. An der Kasse wird uns das Kombiticket angeboten, für Zoo und Wasserpark, dieses ist uns aber zu teuer und der Wasserpark wird eh überfüllt sein. Nach einer kleinen Diskussion bekommen wir dann doch das Ticket nur für den Zoo. Obwohl Zoo ist ein wenig untertrieben, der Park ist so weitläufig das man diesen mit dem Fahrzeug besichtigen sollte, statt zu Fuss. Von Pablos Hacienda selber ist praktisch nichts mehr vorhanden, nur noch ein paar rostige Fahrzeuge.

Beim Fluss Rio Magdalena welcher sich zwischen zwei Andenausläufern befindet verweilen wir nicht lange. Hier unten im Tal ist es viel zu Heiss. So fahren wir nicht den schnellsten Weg, sondern nehmen die Strasse durch die Berge. Zum übernachten finden wir hier für einmal relativ einfach einen guten Schlafplatz, was in Kolumbien nicht selbstverständlich ist, da alles eingezäunt oder aber dicht bewachsen ist. Am nächsten Tag sehen wir dann die negativen Seiten der Routenwahl. Da es ja Regenzeit ist muss natürlich immer mit versperrten Strassen durch Hangrutsche gerechnet werden, genau vor solch einem stehen wir nun. Ein paar Einheimische stehen schon hier, sie sind gerade am bergen eines Fahrzeuges welches feststeckt. Mit Hilfe unseres grossen Wagenhebers gelingt es das Fahrzeug anzuheben und zu befreien. Durch die Vorarbeit und schon etwas trockenem Geröll und Erde, kommen wir mit unserem Fahrzeug ohne Probleme rüber. Nach ein paar Kilometer stehen wir dann wieder vor einem Hangrutsch wo wir dann aber auf Räumungsfahrzeuge warten. Diese wäre vielleicht mit etwas Hilfe möglich aber die nächste Stelle welche nur ein paar Meter später kommt, ist dann aber sicher nicht mehr zu machen. Während der Wartezeit werden wir wieder einmal „Opfer“ der neugierigen Kolumbianer, welche alles mögliche über uns, das Fahrzeug, unsere Reise und noch vieles mehr wissen wollen. Nach ein paar Stunden ist die Strasse passierbar und kurz darauf sogar noch viel besser ausgebaut.

Von da geht es mit einem Zwischenhalt in Chiquinquira nach Zipaquira wo wir die Salzkatedrale anfahren. Diese ist leider sehr Touristisch und etwas überteuert, sodass Pirmin mit seinem Haupthirn ,,dem Magen“ ausrechnet wie viel er für dieses Eintrittsgeld essen könnte. So gehen wir getrennte Wege, einmal heisst es ins Dorf Zipaquira und der andere in die Stollen der Salzkatedrale.

Nach der Salzkatedrale geht es zur nächsten Mine in Nemocon. Direkt bei der Mine finden wir einen ruhigen Schlafplatz. In der Nacht bekommen wir dann zwar Besuch von zwei Polizisten, welche wir aber gekonnt ignorieren. Bevor sie wieder gehen machen sie noch ein Selfie mit unserem Fahrzeug! Am Morgen besichtigen wir dann die Salzmine. Bevor es in die Mine geht werden wir zuerst in einem kleinen Museum herumgeführt. Unten in der Mine wird wie in der letzten viel mit Licht gearbeitet, hier aber auch noch mit Wasser als Spiegelfläche.

Bis nach Villa de Leyva lassen wir wieder die Hauptstrassen links liegen. Der Schlussabschnitt sind dann kleine Feldwege durch eine wüstenartige Landschaft wo man in der Nacht ganz alleine in der Natur ist. Vor Villa de Leyva besuchen wir das Museum de Fosil wo es ein versteinerter Kronosaurier und viele andere versteinerte Fossilien hat, so viele dass sie hier damit sogar Brunnen und Mauern damit verzieren können. Auf dem Weg zur Ortschaft halten wir noch bei einer Straussenfarm, hier war der Plan ein Straussenei zu kaufen. Aber das Ganze ist nicht ganz so günstig wie wir uns dass gedacht haben. Das Ei selber kostet zwischen 50‘000 bis 90‘000 Pesos (17.- bis 30.- CHF), dazu käme noch der Eintritt zur Farm von je 14‘000 Pesos und 3‘000 Pesos für den Parkplatz. Da uns dies nur für das Ei zu teuer ist lassen wir dies sein und fahren in das koloniale Dorf Villa de Leyva. Der Hauptplatz ist der grösste unbepflanzte Platz von Kolumbien, leider waren sie gerade am Standplätze aufstellen so war dieser nicht ganz so leer.

Uns hatte es hier im Dorf und der Umgebung etwas zu viele Touristen, so ging es auch schon nach einem Tag wieder weiter. Da es so gut über die kleinen Nebenstrassen und Feldwege funktioniert hat machen wir es wieder so. Dies hat auch den Vorteil dass wir bei der Höhle Cueva del Choco vorbeifahren, eigentlich sind es zwei Tunnel welche von einem Bach durchflossen werden. An der Decke der Höhle werden die Fledermäuse jeweils unruhig, wenn wir mit unserem Stirnlampen an die Decke zünden. Diese Höhle kann jeder der den Weg auf sich nimmt selber erkunden, aber es hat keine Hinweisschilder oder sonstige Infoschilder auf dem Weg! Aber sie ist definitiv eine Empfehlung wert. Etwas weiter suchen wir entlang des Feldweges einen schönen Schlafplatz, zur Not könnte man hier sicher auch neben der Strasse übernachten, aber wir geben noch nicht ganz auf. Die Strasse wird aber je später es wird immer schlechter und schlammiger. Kurz vor dem Eindunkeln erwischt es uns. Eine kleine Unaufmerksamkeit und wir stecken in einem tiefen Schlammloch fest. Die Bergung selber läuft dann aber zügig und ohne Probleme. Mit Hilfe der Seilwinde und der ganzen Länge des Seiles ziehen wir uns an einem Baum aus dem Loch hinaus. Jetzt ist es natürlich dunkel, so entscheiden wir direkt nach dem Schlammloch auf dem Weg zu übernachten. In der Nacht und am Morgen sehen wir einzig ein Reiter, welcher sich vermutlich fragt was wir hier machen. Auch auf den nächsten 6 Kilometer wird die Strasse tendenziell immer schlechter, wenigstens nicht mehr so schlammig.

Danach geht es auf einer mehr oder weniger schönen Bergstrasse über einen Pass zügig nach Duitama. Dort gönnen wir unserem Landy nach den letzten Anstrengungen wieder einmal eine Unterbodenreinigung und wechseln das Motorenöl, die Öl-, Luft- und Benzinfilter. Die nächsten Tage geht es über mehrere Pässe nach Cocuy, wo wir beim Büro des Nationalparks Cocuy vorbei wollen. Dieses ist geschlossen und wir werden von zwei Polizisten informiert, dass der gesamte Park geschlossen ist und man nur bis zu ein paar Unterkünften fahren kann. Wir fahren also weiter hinauf bis auf über 4000m.ü.M, wo wir plötzlich vor einer gesenkten Barriere stehen. Dort erzählt uns der Parkwächter dass ab hier gesperrt ist und man nur ein paar Meter zu einem Aussichtspunkt laufen kann. Von hier sehen wir in der Ferne den Felsen „Pulpito del Diablo“ und etwas Gletscherschnee. Weiter geht es in ein anderes Seitental, wo wir hoffen etwas weiter hinein zu kommen. Bei der Hacienda La Esperanza heisst es, wir dürfen ca. 1 Kilometer bis zu einer Höhle mit einem Wasserfall laufen aber vorher müssen wir noch schnell auf den Parkwächter warten um uns zu registrieren. Wir haben diesen etwas weiter vorne einfach übersehen! Nachdem auch dies erledigt ist, machen wir kurz die Wanderung zur Höhle und dem Wasserfall. Denn Wasserfall welchen wir als erstes anlaufen haben sie vermutlich nicht gemeint, den der Weg dahin war nicht sehr gut bzw. nicht existent. Am nächsten Tag geht es noch zum nördlichen Eingang. Dort dürfen wir zu einem Aussichtspunkt fahren, aber auch nicht in den Park. Wir wären nur zu gerne etwas weiter in die schöne Berglandschaft gelaufen aber da haben uns die Indigenen welche hier leben mit der erzwungenen Schliessung des Nationalparks einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Nach dem zu kurzen Abstecher zum bzw. an den Nationalpark Cocuy, geht es das Tal hinunter bis es im Fahrzeug wieder richtig heiss wird und es wie in Mexiko aussieht oder wie wir uns dies so vorstellen. Endlich unten im Haupttal und auf der anderen Bachseite biegen wir ab auf eine kleine Strasse, da diese aber hier schon so klein ist, sind wir nicht sicher ob diese auch wirklich durchgehend ist. Aus diesem Grund fragen wir beim ersten Haus nach ob diese Strasse bis nach Onzaga bzw. San Gil führt. Nach dem Ja fahren wir immer weiter hinauf von einer Bergkette zur nächsten. Die Vegetation ändert von trockener zum immer saftiger und grünerer Landschaft. Da auch hier alles verwachsen oder Eingezäunt ist wird es heute wieder einmal spät bis wir endlich einen Schlafplatz entdecken. Erst oben auf einem kleinen Pass finden wir einen geeigneten Platz. Bis nach San Gil ist es nicht mehr weit, so sind wir schon vor dem Mittag in der Ortschaft welche in Kolumbien für ihre wilden Flüsse und die Outdoor Aktivitäten bekannt ist. Hier in den Tälern wird von diversen Anbietern von River Rafting bis Gleitschirmfliegen so praktisch alles angepriesen. Michael nutzt die Gelegenheit und bucht eine River Rafting Tour auf dem Fluss Rio Suarez mit Schwierigkeitsgraden bis hinauf auf Kategorie 5, welche die höchste ist welche noch kommerziell mit einem Raft befahren wird. Der Zeitpunkt ist dieses Mal gut gewählt, den am Vortag wurde die Tour noch wegen zu viel Wasser abgesagt. Auch heute zieht der Fluss noch richtig, aber dank der guten Crew und Guides, kommen wir ohne Probleme durch noch so grosse Stromschnellen und umkurven jeden grossen Stein erfolgreich.

Von San Gil machen wir noch einmal eine kleine Schlaufe nach Süden um beim Wasserfall Juan Curi vorbei zu schauen. Die Strasse dahin ist aber eine Baustelle nach der anderen, so zieht es sich bis wir endlich unten am Parkplatz ankommen. Dort bezahlen wir den Eintritt und laufen dann das Tal hinauf zu den verschiedenen Wasserfallstufen. Ab der Hälfte kann man im Bachbett entlang laufen bis man bei der ersten grossen Fallstufe steht. Von da laufen wir noch über die rechte Hangseite hinauf zum oberen Teil um über die erste grosse Fallstufe hinunter zu schauen und einen weiteren Wasserfall zu besichtigen, welcher aber nicht mehr gut anzulaufen ist und wir vorzeitig kehren. Wieder unten fahren wir nicht direkt zurück nach San Gil sondern wir wollen die Baustellen umfahren. Darum geht es weiter nach Süden bevor es auf einem Feldweg über die Bergkette zu einem anderen Tal geht und von dort über San Gil nach Barichara. In Barichara quartieren wir uns in einem Hotel im Dorf ein um später das ruhige Kolonialstädtchen zu besichtigen.

Um weiter nordwärts zu kommen nehmen wir natürlich die Nebenstrasse über Galan und Zapatoca, erst kurz vor Bucaramanga nimmt der Verkehr spürbar zu. Dort fahren wir quer durch die Stadt und dann die Strasse hinauf in die Berge welche nach Venezuela führt. Wir fahren aber nicht so weit, sondern gehen weiter oben auf einen netten Campingplatz der Finca El Carajo in angenehmer Höhe. Dort verbringen wir auch den nächsten Tag und schauen uns die nähere Umgebung an und beschäftigten uns mit den Haustieren des Campingplatzes. Die nächsten Tage fahren wir zügig an die Karibikküste. Erste Station ist die Stadt Riohacha. Hier prüfen wir ein paar Varianten wegen des weiteren Vorgehens. Diese wären mit dem Fahrzeug nach Punta Gallinas zu fahren, dem Nördlichsten Punkt auf dem Südamerikanischen Festland, oder in westliche Richtung der Küste entlang nach Minca. Für den Nördlichsten Punkt kommt erschwerend hinzu dass es während der Regenzeit nicht ganz so einfach ist zu diesem zu gelangen. So fahren im Moment keine Touren von Riohacha mit dem Fahrzeug nach Punta Galinas, sondern diese gehen nach Punta de Vela und von dort mit dem Boot. Uns wird empfohlen nach Uribe zu fahren und sich dort umzuhören, damit wir mit Einheimischen die Strassen im Convoy fahren sollen. Hinzu kommt noch das wir eventuell schnell in Cartagena sein müssen, da wir unser Fahrzeug in einem Container verschiffen wollen. So entscheiden wir uns gegen den Nördlichsten Punkt und die Sanddünen im Norden, sondern fahren der Küste entlang nach Westen. Später haben wir noch gehört dass es für diese Region im Norden auch noch eine Hurrikan Warnung hatte. Mit ein paar Zwischenstationen in Palomino und weiter westwärts beim Campingplatz Los Angeles geht es nach Minca. Hier oben möchten wir noch etwas entspannen bevor wir nach Cartagena fahren. Aber wir können die grüne Berglandschaft, Wasserfälle und die kühle Temperatur nur kurz geniessen. Bei einem Telefongespräch mit unserem Agenten in Cartagena heisst es auf einmal: „kommt sofort nach Cartagena“.

Wir fahren also die gut 240 Kilometer in ein paar Stunden durch nach Cartagena, wo wir für die erste Nacht uns in den Innenhof des Hotels Bellavista stellen. Nachdem wir am Telefon einen Termin mit dem Agenten für morgen abgemacht haben, gehen wir ins Zentrum und schauen uns wegen einer gemütlicheren Unterkunft um. Diese finden wir beim Hotel Casa San Roque nahe des Zentrums von Cartagena. Unser Fahrzeug bleibt bis zum verladen aber noch auf dem Parkplatz des Hotel Bellavista. Die nächsten Tage werden hektisch und ein richtiger Orientierungslauf beginnt. Irgendwann ist es dann tatsächlich geschafft und wir sind froh, dass unser Fahrzeug endlich im Container ist und wir nun doch noch etwas Zeit haben um Cartagena anzuschauen. Die Altstadt hat einige interessante Ecken zu bieten aber auch viele Touristen, da dies wohl die meistbesuchte Stadt in Kolumbien ist. Dann heisst es von Südamerika Abschied nehmen und nach vorne schauen.

Kolumbien war unser 9. Reiseland in Südamerika, jenen Kontinent welchen wir nun während 2 Jahren besucht haben. In Kolumbien negativ aufgefallen ist uns der Verkehr und die wohl schlechtesten Autofahrer von Südamerika noch vor den Peruanern. Ansonsten sind die Kolumbianer ein sehr nettes und gastfreundliches Volk. Das Land hat auch vieles zu bieten von Meer bis hinauf in die Andenausläufer welche immer noch über 5000 Meter hoch sein können. Während unserer Zeit in Kolumbien hatten wir praktisch nie bedenken wegen unserer Sicherheit und wir mussten uns auch nicht einschränken deswegen. Einzig der Nationalpark Cocuy welcher wegen Diskrepanzen mit den Eingeborenen geschlossen ist, hätten wir nur zu gerne näher besichtigt.

Wie es weiter geht im kommenden Bericht.

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