14-Top&Down

Etwas schon einmal vorweg, es ist gut möglich dass wir einmal Sprünge im Text machen oder uns kürzer halten als auch schon. Der Grund ist, dass bei uns ins Fahrzeug eingebrochen wurde und der Laptop mit allen Notizen gestohlen wurde. Mehr dazu zum gegebenen Zeitpunkt.
Wie im letzten Bericht schon erwähnt fuhren wir ohne unser Sehnlichst erwartetes Paket weiter. Von La Serena sind wir an der Küste entlang nach Punto Choros und dem Reservat Pinguino de Humbolt gefahren. Von hier machen wir am nächsten Tag einen Ausflug mit dem Boot zum Reservat welches sich hier auf drei Inseln verteilt. Zuerst geht es hinüber zur Insel „Isla Damas“, wo als erstes ein Landgang angesagt ist. Momentan brüten gerade ein paar Seevögel und verteidigen mit ein paar Sturzflügen ihr Revier. Dann geht es mit dem Boot entlang der Insel „Isla Choros“, wo es Pelikane, Pinguine und Seelöwen zu sehen gibt. Nach waghalsiger fahrt hinaus aufs Meer, gibt es noch eine Delphin Schule zu sehen.

Zurück im Hafen geht es die nächsten Tage entlang der Küste zum Nationalpark Pan de Azucar. Wo wir freundlich beraten werden, aber momentan wegen der Jahreszeit und ein paar Erdrutschen nicht weiter interessant für uns ist. So fahren wir wieder aus dem Park und an den angrenzenden weissen Sandstrand. Da wir zu Faul sind den Luftdruck in unseren Reifen vorgängig anzupassen, kommt es wie es kommen muss und wir vergraben uns im feinen Sand. So müssen wir das erste Mal unsere Sandbleche benutzten um wieder Oberhand zu gewinnen. Jetzt am späten Abend lohnt es sich nicht mehr einen anderen Platz zu suchen, so übernachten wir direkt am Strand. Zurück in Chanaral fahren wir auf der Strasse Nr. 5 weiter Richtung Norden bei Taltal geht es wieder an die Küste wo wir auf der immer kleiner werdenden Strasse am Abend einen schönen Platz zwischen Felsen finden. Unten am Meer gibt es hier viele Tiere zu beobachten. Von Seelöwen über Pelikane bis Krebse. So vergeht die Zeit nur so im Flug. In Caleta el Cobre biegt die Strasse wieder ins Landesinnere ab und es geht hinauf in die Wüste. Wir machen noch einen kleinen Abstecher zur Mano del Desierto einer grossen Betonhand, welche aber zu unserem erstaunen von Graffiti‘s befreit wurde.

Weiter im Norden fahren wir in Antofagasta durch die Stadt und hinauf zum Aussichtspunkt bzw. Startpunkt für Gleitschirmpiloten. Hier oben übernachten wir und haben in der Nacht das Lichtermeer der Stadt unter uns. Am Morgen geht es mit einem kleinen Zwischenstopp bei der Felsformation „La Portada“ hinauf zur Minenstadt Calama. Die Stadt selber ist nicht wirklich sehr schön aber von hier wollen wir die grösste Kupfermine der Welt besichtigen. Auf dem Büro der Firma Codelco möchten wir uns für den nächsten Tag einen Platz reservieren. Aber da ja immer noch Ferienzeit ist, sind die nächsten 2-3 Wochen alle Termine ausgebucht. Auf der Warteliste für Morgen hat es schon 24 Personen, so scheint es für morgen ausweglos. In einer Woche haben sie noch niemand auf der Warteliste, so registrieren wir uns für diesen Tag. Da wir jetzt etwas Zeit bis dahin haben machen wir noch eine Runde über San Pedro de Atacama. Dort waren wir ja schon im November, haben aber in der Region noch nicht alles besichtigt, was wir jetzt nachholen. So fahren wir von Calama Richtung San Pedro und biegen dann ab ins Valle del Arco Iris. Hier in diesem farbigen Erosionstal übernachten wir die erste Nacht. Am nächsten Tag steht alles im Zeichen vom Mondtal oder „Valle de la Luna“. Dies ist auf unserer Reise schon mindestens das 3 Mondtal welches wir besichtigen. Es scheint jedes Land hat mindestens eines zu bieten und jedes sieht wieder anders aus. Hier schauen wir uns als erstes den Aussichtspunkt an, zu welchem wir dann zum Sonnenuntergang zurückkehren. Unten im Mondtal gibt es zwei drei kurze Fusswege zu besichtigen. Etwas überraschend ist für uns, dass das Tal nur von einer Seite zugänglich ist, die weiter entfernte Seite von San Pedro ist abgesperrt und so müssen wir denn ganzen Weg wieder zurück. Am Abend beim Aussichtspunkt hatten wir ja eigentlich gehofft, alleine zu sein wie am Nachmittag. Wie ihr auf den Bildern unschwer erkennen könnt sind wir nicht ganz alleine. Denn je näher der Sonnenuntergang rückt, desto mehr Touristen werden hier hinauf gekarrt. So dass man lange anstehen muss für ein Foto vorne am Felsvorsprung. Als es dann Dunkel ist sind wir wieder alleine und haben unsere Ruhe.

Die nächsten zwei Tage verbringen wir in San Pedro de Atacama, geniessen hier das Essen und die vielen Touristen, oder zumindest eines von beiden. Das letzte was wir noch besichtigen wollen ist das Thermalfeld El Tatio, es besitzt die höchste Geysiren Dichte der Welt. Da diese vor allem bei grossen Temperaturunterschieden aktiv sind und demzufolge am Morgen wenn es noch kalt ist. Fahren wir schon am Vortag hinauf und übernachten in der Nähe des Thermalfeldes. Am Morgen sind wir dann unter den ersten welche auf das Gelände fahren aber da es noch so Dunkeln ist sehen wir nicht sehr viel von den Geysiren. Nach etwas Wartezeit und der Dämmerung werden dann langsam die Nebelsäulen der Geysire sichtbar, so dass wir das warme Fahrzeug für einen Rundgang durch die Geysire verlassen. Nach dem Morgenessen oberhalb des Geländes haben wir genug gesehen und fahren weiter nach Calama. Ein Schild verweist darauf dass die Strasse in sehr schlechtem Zustand ist, aber man hat uns gesagt mit 4×4 ist es möglich. Als erstes ist es auch kein grosses Problem etwas sandig aber sonst gut zu fahren. Dann geht es ins ein Tal hinunter, wo wir schon denken jetzt wird die Strasse besser. Kaum sind wir auf der anderen Seite aus dem Tal hinaus, wird es von Kilometer zu Kilometer immer schlimmer. Schlussendlich fahren wir nur noch auf einem „Weg“ der mit grossen Steinen nur so übersät ist. Als dann endlich die Kreuzung kommt entdecken wir das von der anderen Seite die Strasse gesperrt ist. Kleine Randnotiz: jeder der in die Umgekehrte Seite hinauf fährt, hat es sich redlich verdient ohne Eintritt das Thermalfeld El Tatio zu besichtigen.

Einige Kilometer später sind wir dann in Calama wo wir Morgen hoffentlich auf die Minentour können. Am nächsten Tag im Minenbüro heisst es zuerst einmal warten bis alle überprüft und durchgezählt sind. Zum Glück für uns sind nicht alle erschienen und wir können auch mit auf die Gratis Minentour zur grössten Kupfermine der Welt. Als erstes geht es zur Ehemaligen Minenortschaft Chuquicamata, welche wegen neuen Gesetzen der Regierung und der immer näher kommenden Mine umgesiedelt werden musste. Hier wird uns der Prozess der Gewinnung des Kupfers erklärt. Dann geht es zum riesigen Tagebau, welcher über einen Kilometer Tief ist. Die grossen Lastwagen haben hinunter 20 Minuten, hinauf 1.5 Stunden. Die Räder dieser Fahrzeuge sind im Durchmesser 4m gross damit man etwa die Grösse erahnen kann. Die Dimensionen sind sogar vor Ort fast nicht zu fassen, so gross ist diese Mine. In absehbarer Zeit wird die Mine von Tagebau auf Untertagebau umgestellt, da es sich nicht mehr lohnt das riesige Loch zu vergrössern.

Wir bleiben nach der Tour nicht noch eine Nacht in Calama, sondern fahren noch auf den Pass zwischen Calama und San Pedro de Atacama, denn Morgen wollen wir nach Bolivien und das heisst wir sind morgen auf über 4000m.ü.M.! Bevor wir die Grenze passieren holen wir in San Pedro noch unser Paket mit den Gasdruckfedern ab. Nach langem warten haben wir sie endlich in den Händen. Da wir noch Zeit haben, montieren wir diese auch gleich ans Fahrzeug. Jetzt wo sie montiert sind geht das Dach schon fast alleine auf, dafür will es fast nicht mehr hinunter. Anscheinend war die eine schon länger nicht mehr Top Fit, denn so stark waren die alten nicht einmal als wir das Fahrzeug übernommen haben. Das mit dem Paket können wir nun endlich Abschliessen und weiter geht es auf unserer Reise.

Die Nächste Station heisst zum zweiten Mal die Lagunen Route in Bolivien. In diesem Reservat auf zwischen 4000 und 5000m.ü.M. waren wir schon im Südamerikanischen Winter. Wir wollen aber auch diese Strecke im Sommer erleben. Jetzt ist es bei der Lagune Verde und dem Vulkan Licancabur etwas angenehmer und nicht mehr -20 Grad. Nach einem zusätzlichen Tag bei der Lagune geht es am nächsten Tag zu Fuss hinauf zum Vulkan Licancabur, Luftlinie sind es nicht viele Kilometer dafür geht es die ganze Zeit Steil hinauf. Erleichtert endlich oben auf 5920m zu sein und die grössten Strapazen hinter uns zu haben brauchen wir als erstes eine Pause. Nach ein paar Fotos von der Laguna Verde und dem Kratersee, dem höchsten See der Welt, geht es wieder das steile Geröllfeld hinunter. Unten beim Fahrzeug heisst es zusammen packen und weiter geht es zur nächsten Lagune.

Hier hat es heisse Quellen welche in einem Becken gefasst werden und schön zum entspannen sind. Am Morgen hat es hier jeweils viele Touren Fahrzeuge welche die Touristen hierher fahren. Den nächsten Besichtigungspunkt konnten wir das letzte Mal nicht geniessen. Das Thermalfeld „Sol de Manana“ auf fast 5000m.ü.M. war uns damals viel zu windig und zu kalt. So verbringen wir hier dieses Mal mehr Zeit. Dann geht es aber zum wohl höchstgelegenen Zoll der Welt um unser Fahrzeug offiziell in Bolivien anzumelden. Über eine Hochebene geht es zur Laguna Colorado wo wir das letzte Mal so schöne Bilder gemacht haben. Aber heute will der funken nicht so überspringen und wir verbringen nur eine kurze Zeit hier. Über kleine Strassen fahren wir zur Ortschaft Quetena Chico, von wo wir noch einmal versuchen wollen auf den Vulkan Uturunco zu kommen. Aber leider ist die Unterkunft, in welcher wir das letzte Mal waren, geschlossen und alle Versuche an den Schlüssel von der Barriere zum Vulkan zu kommen scheitern in diesem Dorf. Und so ist es fast unmöglich bei diesem Unsicheren Wetter auf den Gipfel zu kommen. So müssen wir dies wohl oder übel als Misserfolg abhacken.

In einer Tagesetappe geht es nach Uyuni. Das letzte Mal kamen wir von der grössten Salzebene der Welt hierher. Dieses Mal fahren wir aber nicht mit unserem Fahrzeug auf diese Salzfläche, denn jetzt in der Regenzeit ist die Fläche mit Wasser überzogen und dieses Salzige Wasser wollen wir nicht unserem Fahrzeug zumuten. Also buchen wir für den nächsten Tag eine Sonnenaufgangs Tour zur Salar de Uyuni. Am Abend als wir die Bestätigung abholen wollen, erfahren wir das die anderen storniert haben. Aber für uns alleine ist es zu teuer. Im Nachhinein müssen wir uns bei ihnen bedanken, den das Wetter war am nächsten Tag die ganze Zeit schlecht. Als wir am übernächsten Tag auf die Tour gehen, haben wir klares Wetter und wir erleben einen schönen Sonnenaufgang auf dem Wasser der Salar de Uyuni. Einfach nur grandios. Aber um einen wirklichen Eindruck von der gewaltigen Fläche zu bekommen, muss man im Winter kommen, wenn man auch richtig auf der Fläche herumfahren kann.

In Bolivien haben wir mitlerweile so vieles gesehen, dass wir wieder zurück nach Chile fahren. Über eine kleine Strasse geht es von der Grenze Ollagüe zum Salar de Huasco, einen Nationalpark welcher anscheinend nicht mehr Bewirtschaftet und Unterhalten wird. Wir stellen uns direkt an die Lagune und Übernachten hier umzingelt von einer Lama Herde. Für die nächste Station müssen wir zuerst einmal über 3000 Höhenmeter hinunter fahren, auf immerhin noch 1100m.ü.M. Die Ehemalige Salpetermine Humberstone ist zu einem Museum umfunktioniert worden und bringt so in neuer Funktion weiter jemandem Geld ein. Einige Ecken kommen einem vor wie in einer Postapokalyptischen Zeit. Am nächsten Tag fahren wir bis nach Arica. Hier wollen wir zwei drei Sachen erledigen, bevor wir nach Peru fahren. Aber wir erwischen einen ganz schlechten Tag. Nichts klappt heute und zu guter Letzt wird auf einem Supermarktparkplatz bei uns auch noch ins Fahrzeug eingebrochen und ein paar Sachen entwendet. Neben Laptop, E-Reader, einer Jacke und ein paar Kleinigkeiten ist natürlich auch das Türschloss futsch. So haben wir uns den letzten Tag in Chile nicht vorgestellt. Da es keine Videoüberwachung gibt und ja eh niemand etwas gesehen hat. Melden wir den Vorfall auch nicht bei der Polizei, da wir uns nicht auch noch mit denen herum Ärgern wollen. Wir fahren noch zu einem Campingplatz und organisieren uns für Morgen. Alles was wir heute nicht machen konnten, müssen wir jetzt morgen noch erledigen. Plus noch einen neuen Laptop besorgen, damit wir unsere Bilder und Berichte aufarbeiten können. Zum Glück läuft der nächste Tag besser und wir können alles erledigen und einen Laptop haben wir auch wieder. Ein paar Tage verbringen wir noch auf dem Campingplatz um den Laptop mit dem Spanischen Betriebssystem brauchbar zu machen.

Dann haben wir aber endgültig genug von Arica und fahren über die Grenze nach Peru. In Tacna wollen wir versuchen ein neues Türschloss zu kriegen, aber unsere Dimension gibt es in Tacna nicht. So fahren wir halt weiter mit einem kaputten Schloss. Es geht wieder hinauf in die Berge. Wir wollen uns hier oben ein bisschen Akklimatisieren um in Arequipa den Vulkan Chanchani zu besteigen. Aber wir merken schnell, jetzt in der Regensaison ist es nicht immer sehr lustig in den Bergen. Jede Strasse wird schnell unpassierbar wenn es regnet. Wir kommen zwar weit, auch mit Hilfe von Strassen welche wir nicht auf unseren Karten haben. Schlussendlich haben wir es aber doch geschafft zwischen Hangrutschen eingeschossen zu sein. So verbringen wir fast den ganzen Tag mit warten und Arbeiten nachholen auf dem neuen Laptop, bis endlich schwere Maschinen bei uns eintreffen und den Weg freiräumen. Wir können heute aber wegen des wiedereinsetzenden Regens und der Dunkelheit nicht mehr weit fahren, haben sogar noch Glück, dass wir bis zur nächsten Kreuzung kommen. Am Morgen müssen wir es alleine schaffen einen Weg durch die Steine zu finden, denn die Arbeiter kommen nicht in unsere Richtung. Einige weggeräumte Steine später, sind wir unten am grossen Fluss, zum Glück ist die Brücke heil. Aber wir müssen trotzdem warten ein Transporter hat sich festgefahren und muss erst mit Hilfe unseres Abschleppseils hinaus gezogen werden. Die Leute haben uns dennoch viel Arbeit abgenommen, denn sie haben diese Stelle wohl schon einige Stunden freigeschaufelt, sodass wir nun alle durchfahren können. Und nicht zu vergessen, nun wissen wir, dass die Strasse auch weiter befahrbar ist. Kurz nach Guadalupe kommen wir zu einem Dorffest, da die Strasse gerade versperrt ist, werden wir hier freundlich gepackt und mit Getränken und Essen versorgt. Nach dem aufrichten des Karnevalbaumes fahren wir trotz Einladung für heute Abend weiter, denn wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Nach vielen Kilometern mit guten und schlechten Strassenabschnitten, erreichen wir am nächsten Tag Arequipa. Hier erfahren wir dass der Regen der letzten Tage aussergewöhnlich stark war und in der Stadt zum Teil die Wasserversorgung Probleme macht. Unser eigentlicher Grund unseres Besuches hier den 6000er Berg Chanchani lassen wir wegen des vielen Schnees, denn es gegeben hat, jetzt auch sein und bereiten uns nun auf den nächsten Abschnitt nach Lima vor.

Wir fahren in gut drei Tagen durch bis Lima. Dazwischen machen wir kurze Besichtigungen bei den Mumien von Chauchilla und den Nasca Linien. Weiter nördlich fahren wir durch den Nationalpark Paracas und von dort zügig bis nach Lima. Wo wir beim Club Suizo Unterschlupf finden.

Wie es weiter geht wissen wir momentan selber nicht. In die Berge bei möglichem Regen oder weiter der Küste entlang. Wir werden sehen! Ihr könnt dies dann im nächstem Bericht heraus finden und sehen was wir alles erlebt haben.

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