13-Grenzpässe

Nachdem wir uns einige Tage in Salta erholt und alles erledigt haben, inklusiv zwei neuen Gasdruckfedern für unser Hubdach aus der Schweiz, welche hoffentlich bald in Chile ankommen und nicht lange am Zoll hängen bleiben, geht es zügig nach Süden. Da wir letztes Jahr nicht mehr über die Anden nach Chile fahren konnten wegen eines Unwetters, wollen wir jetzt diesen Teil von Südamerika noch nachholen. Dazu fahren wir noch einmal durch die Schlucht von Quebrada de las Conchas (Bericht 6 – Überraschungen), machen dieses Mal aber keinen Zwischenhalt. Kurz nach der Provinzgrenze zu San Juan machen wir einen kleinen Umweg zum Wasserfall “Cole del Vestido de Novia”, und übernachten noch einmal an diesem schönen Platz, wie schon im kurz vorher erwähnten Bericht. Nach diesem kleinen Umweg wollen wir aber über den Paso San Francisco nach Chile fahren. Bevor wir diesen überhaupt erreichen, kommen wir vor Tinagosta schon zum zweiten Mal in Argentinien in eine kleine Strassenblockade. Wie schon vor ein paar Wochen in San Antonio de las Cobres. Diese hält uns zum Glück nur sehr kurz auf und wir können weiter Richtung dem Grenzpass San Francisco fahren. Vor der Grenze auf etwa 3300m.ü.M halten wir bei einem Refugio, welches hier sonst von Trekking- und Bergtouren verwendet wird. Hier machen wir es uns, vor dem Wind geschützt gemütlich und machen in dem Holzofen eine selbst gemachte Pizza. Dann geht es aber am nächsten Tag wieder auf über 4000m.ü.M. Kurz nach dem Grenzposten der Argentinier aber noch vor der Grenze zu Chile fahren wir auf eine kleine Schotterstrasse welche zur Lagune Peinado führt. Nach vielen steinigen Kilometern sind wir vor dem Vulkan Peinado und dessen Lavafeld. Aber der Weg um den Vulkan Peinado herum verleidet uns so ziemlich. Je weiter wir in den Lavafeldern herum fahren, desto feiner wird der sandige Untergrund, so das fast kein vorwärts kommen mehr ist. Nachdem wir an zwei Stellen neuen Anlauf holen mussten, verringern wir den Luftdruck in den Reifen noch einmal. Aber dies kann ein zweischneidiges Schwert werden. Für den feinen Lava Sand ist dies besser, aber für die scharfkantigen Lavasteine schlechter. Als es wieder hinunter geht und auch schräger wird, entscheiden wir uns umzukehren. Weiter würden wir momentan zwar kommen, aber ob wir wieder zurück kämen, ist noch eine andere Frage! Das Risiko stecken zu bleiben oder unsere Pneus an den scharfen Steinen aufzuschlitzen wollen wir jetzt nicht weiter eingehen. Vor allem jetzt während der Festtage wo man noch schwieriger Hilfe bekommt in dieser sehr einsamen Gegend. So brechen wir den Versuch ab zur Laguna Peinado zu fahren. Zurück auf der Hauptstrasse ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Paso San Francisco und der Grenze von Argentinien und Chile oder anders ausgedrückt Asphalt und Schotterstrasse direkter Unterschied von einem Land zum anderen.

Auf der Chilenischen Seite geht es noch bis zur Laguna Verde, einer schönen blauen Lagune nicht wie der Namen sagt grün. Bei dieser auf über 4300m.ü.M gelegenen Lagune hat es auch ein paar Thermen und eine kleines Refugio, welches wir sofort für uns in Beschlag nehmen. So haben wir hier einen gemütlichen Abend, kochen, essen und schlafen in der kleinen Hütte. Diese hat sogar einen Indoor Pool, aber für unseren Geschmack leider etwas zu kühl. Bevor wir zum Chilenischen Grenzposten fahren machen wir noch einen Abstecher zur Laguna Santa Rosa welche wir über kleine Nebenwege erreichen. Wir schauen uns die Lagune von zwei Aussichtspunkten von oben an und fahren dann hinunter zum Refugio wo sich aber schon eine grössere Gruppe breit gemacht hat. Wir fahren etwas zurück, hinter einen grossen Felsbrocken welcher perfekten Windschatten bietet. Wir beobachten hier an der Lagune ein paar Vögel wie z.B. Flamingos. Von der Lagune fahren wir zurück auf die Hauptstrasse und so dann zum Grenzposten der Chilenen. Hier am 24. Dezember ist nicht gerade viel los. Umso mehr Zeit haben sie um unser Fahrzeug ein bisschen zu durchsuchen, was bei uns vom Zeitlichen her ein Rekord ist, aber eigentlich immer noch sehr oberflächlich war. Ab hier hat es nicht viel Interessantes entlang der Strasse bis Copiapo ausser ein paar Minen. In Copiapo decken wir uns mit frischen Esswaren für die Weihnachtstage ein und suchen in der Stadt noch ein funktionierendes WLAN Netz. Was uns aber schnell verleidet da kein Netz funktioniert, welche wir probieren können. Aber dies wird uns diesen Monat noch einige Male verfolgen und wir haben meistens keine Ahnung wie der Stand unseres Paketes aus der Schweiz ist.
So fahren wir ohne neue Informationen ins nächste Tal und Richtung Paso Pircas Negras. Da es deutlich über 30°C sind wollen wir heute am Weihnachtsabend einen schönen schattigen Platz haben aber praktisch alles ist hier abgezäunt und mit Wein- oder Pisco-Reben verbaut. Kurz nach einem Stausee finden wir dann doch noch im Flussdelta einen Platz unter ein paar Sträuchern. Zum Weihnachtsessen gibt es: Fisch, Kartoffeln, Rübli und Wein. Am Weihnachtstag geht es immer weiter ins Tal hinein und an Weinreben vorbei. Etwas weiter oben hat man noch nicht alles vom letzten Unwetter im März aufgeräumt und man sieht wie das Wasser die ganze Talbreite hinunter geflossen sein muss. 25km vor der Grenze stehen wir vor dem Grenzposten der Chilenen welcher vorher auf Wegweisern erwähnt wurde. Dieser sieht aber so aus als wurde er schon seit Jahren nicht mehr benutzt. Also fahren wir weiter in der Hoffnung dass er noch kommt und nicht weiter unten im Tal in Copiapo wäre. Ab hier geht es dann erstmals steil hinauf bis auf über 4000m.ü.M. Oben bei der Grenze ist nichts von einem Grenzposten zu sehen nur ein paar Schilder mit Internationaler Grenze.

Wir fahren trotzdem weiter und hoffen dass die Chilenen und Argentinier hier bei diesem Pass einen gemeinsamen Grenzkomplex haben. Aber sie stellen einen schon ziemlich auf die Folter. Nach einigen Kilometern kommt dann endlich ein Grenzposten. Und Tatsächlich auch die Chilenen sind hier vertreten. Bevor wir abgefertigt werden können, müssen als erstes alle Personen geweckt werden. Wir sehen auch dass der letzte Grenzgänger vor zwei Tagen hier war. Ist anscheinend nicht viel los bei diesem Grenzpass. Dieser soll anscheinend auch nur etwa zwei Monate im Jahr geöffnet sein. Der Papierkramm ist schnell erledigt. Aber das mühsame kommt erst noch! Hier hat es für einmal zwei Frauen bei der Zollkontrollstelle. Wir sind ja eigentlich nicht frauenfeindlich aber uns ist schon mehrmals aufgefallen, dass die Frauen von der Polizei und Grenzwacht hier in Südamerika es sehr viel genauer nehmen und uns so mehr Arbeit machen als die Männer. Das heisst das Fahrzeug wird so gründlich kontrolliert wie noch nie. Alles wir aus den Schränken geräumt und geöffnet, innen wie aussen. Alles wird angeschaut und kontrolliert. So sieht es nachher in unserem Fahrzeug aus wie nach einem Hurrikan und bevor wir weiter fahren können müssen wir alles wieder versorgen und prüfen ob es noch heil geblieben ist. Das heisst auch der oben erwähnte Rekord von der Grenzkontrolle wird um Lichtjahre überboten. So hoffen wir bei der nächsten Grenze wieder von Männern kontrolliert zu werden, denn auf diese Schikane können wir gerne verzichten. Nach der Grenzstelle geht es zuerst über eine riesige Hochebene auf ca. 4300m.ü.M. Oberhalb einer Lagune sehen wir uns ein Refugio an, dieses ist aber schon von zwei Personen besetzt. So müssen wir uns etwas anderes suchen. Ein paar Kilometer später entdecken wir eine verlassene Unterkunft einer Mine oder so etwas Ähnliches. Dies stellt sich als besser heraus als das Refugio. Denn wir können mit unserem Fahrzeug, direkt in die grosse Halle hinein fahren und haben einen schönen Windgeschützen Unterstand. Am Morgen geht es erneut bei der Lagune vorbei, von da immer weiter ins Tal hinunter. Viele Kilometer später kommen wir dann in die schöne Schlucht „Quebrada de la Troya“, welche sich hier am Fluss entlang schlängelt. Von Villa Union aus machen wir einen kleinen Abstecher zum Valecito de Encantado. Hierzu noch ein lieber Gruss an Flathys, dank euch haben wir diese schönen Steinformationen doch erst gefunden.

Nach der Nacht bei der alten Tankstelle in Villa Union fahren wir am NP Talampaya vorbei bis zum Park Ischigalasto, wo wir im März schon einmal vorbei geschaut hatten. Damals konnte man auch wegen des Unwetters nicht den kompletten Rundkurs befahren, so haben wir dies auf heute verschoben. Wir haben die erste Tour am Morgen gebucht. Auf dem ca. 40km langen Rundkurs fährt jeder mit seinem eigenen Fahrzeug im Konvoi zu mehreren Stationen mit Felsformationen, Erosionslandschaft und einer Archelogischen Ausgrabung von Dinosauriern. Hier hat es sich wieder einmal bewiesen dass man auch in fernen Ländern aufpassen muss, was man sich so untereinander auf Deutsch erzählt. Kann nämlich gut sein das jemand völlig unerwartet Deutsch kann. Wie dieses Mal ein junges flottes Mädel aus Buenos Aires welches hier mit ihrer Familie Ferien macht, ansonsten aber in Hamburg studiert und in Berlin lebt.
Vom Park geht es Richtung Westen, hier mussten wir unsere Route im März komplett überdenken da wir nicht über den Pass nach Chile kamen, wegen des mehrfach erwähnten Unwetters, welches Chile sehr schlimm erwischt hat. Jetzt im Sommer der Südhemisphäre sollte es aber kein Problem sein, um über den Paso Agua Negra zu kommen. Auch wenn oben in den Bergen noch deutlich Schneefelder zu sehen sind bzw. sogar frischer Schnee liegt. Vor dem Grenzposten müssen wir aber zuerst warten, da die Abwicklung der Formalitäten sehr langsam voran geht. Und so stehen wir mit ca. 20-40 Fahrzeugen mit Argentiniern vor dem Grenzposten an, welche auf dem Weg nach Chile in die Ferien sind. Nach 3 Stunden können wir endlich den Weg hinauf zum Pass in Angriff nehmen, dieser hat nicht viele Serpentinen aber geht hinauf auf fast 4800m.ü.M. Auf Argentinischer Seite hat es noch einige Stellen mit Meterhohen Schneewänden. Oben verweilen wir nicht lange, es windet doch relativ stark und ist somit auch sehr kühl. Der Wind scheint hier öfters noch stärker zu sein, wenn man sieht dass die Schilder nicht aus einer Fläche, sonder mehr aus einem „Maschendrahtzaun“ bestehen.

Noch vor dem Grenzposten der Chilenen suchen wir uns einen Platz für die Nacht, so können wir am nächsten Morgen als erste zu diesem fahren und haben sicher kein anderes Fahrzeug vor uns. Bei dem Grenzposten am nächsten Morgen sind wir dann auch wirklich alleine und werden dieses Mal sogar mit einem Drogenspürhund durchsucht. Aber wenigsten wird nicht so viel ausgeräumt wie das letzte Mal. Dann geht es weiter das Tal hinunter. Dann auf einmal wird der Talboden wieder grüner. Ab hier werden Trauben und andere Früchte gepflanzt. Hier biegen wir links ab und fahren nach Pisco Elqui, zu einem Campingplatz welcher unten am Bach schön unter Bäumen gelegen ist. Die Ortschaft ist nicht nur wegen dem Pisco und den Astronomietouren bekannt, sondern auch noch Esoterisch angehaucht. Denn hier befindet sich eine Weltmeriane (Chakra, Svādhisthāna) und es soll dadurch hierbeine besonders gute Energie herrschen. Hier verbringen wir die letzten Tage vom alten Jahr. An Silvester machen wir in der Ortschaft noch eine kleine Pisco Führung mit Degustation. Den späten Abend verbringen wir mit grillieren und geniessen den ruhigen Campingplatz am Silvesterabend. Es ist kaum zu glauben, dass auf diesem Campingplatz nicht lauter gefeiert wird, nicht einmal an diesem Abend. Aber uns ist dies nur Recht, haben wir doch auch schon andere Plätze erlebt. Am Neujahrstag fahren wir wieder weiter bis zur nächsten grösseren Ortschaft Vicuna, aber da anscheinend sogar hier in Südamerika an diesem Tag die Geschäfte geschlossen haben, suchen wir in der näheren Umgebung einen Übernachtungsplatz. So geht es am nächsten Tag noch einmal zurück nach Vicuna und wir decken uns für die nächsten Tage mit frischen Waren ein.

Vollbeladen geht es über eine kleine Passstrasse von Vicuna nach Hurtado und dort zur Hacienda de los Andes. Hier haben wir uns schon per Mail angemeldet, da wir an ihre Adresse das Paket aus der Schweiz schicken lassen, welches wir sehnlichst erwarten. Wir beziehen unseren Platz am kleinen rustikalen Campingbereich unten am Fluss ca. 700 Meter von Haupthaus weg. Durch den Tag lesen wir unter den Bäumen Bücher oder baden im kalten Bergbach, wenn wir nicht gerade vorne beim Haupthaus im Internet sind. Am Morgen machen wir Brot auf dem Feuer am Abend Fleisch auf dem Grill und etwas Gemüse dazu. Da wir nicht die ganze Zeit nur rumsitzen wollen, machen wir hier noch unsere erste Reitrunde auf einem Pferd. Diese sind zum Glück auch für uns Anfänger geeignet, so dass wir nach kurzer Einweisung ohne Probleme den Trampelpfad mit unseren Pferden Mysterius bzw. Sirius unter die Hufen nehmen können. Mit diesen Geländegängigen Pferden ist das hinauf und hinunter der zum Teil sehr schmalen Trampelpfade kein Problem. Nach gut ca. 2.5 Stunden weiter unten im Tal, machen wir eine Pause. Aber diese müssen wir uns zuerst verdienen. Denn vorher müssen wir noch den tiefen Bach durchqueren, ohne die Füsse einziehen, bekommt sogar der Reiter nasse Füsse. Nach dem Lunch geht es auf der anderen Talseite wieder zurück zur Hacienda, auch auf diesem Weg müssen die Pferde zeigen was sie können. Zurück sind wir beide glücklich über unseren ersten Reitausflug. Die Pferde kriegen jetzt ihre wohlverdiente Pflege und können dann wieder auf die Weide. Wir gehen zurück zu unserem Fahrzeug und machen uns einen schönen Abend. Als dann auch der Sternenhimmel wieder wolkenfrei ist, machen wir hier auch noch eine kleine Astronomietour und lernen ein paar Sterne und Sternbilder kennen. Nach 8 Nächten auf der Hacienda verabschieden wir uns und fahren Südwärts. Auf das Paket warten wir noch immer!

In Ovalle schauen wir uns nur kurz in einem Supermarkt um, nach mehr als einer Woche ohne Einkaufsmöglichkeit hat es wieder Platz für frische Sachen. Etwa 50 Kilometer vor Combarbala fahren wir hinunter zum Bach um uns dort abzukühlen und die Nacht dort im Bachbett zu verbringen. Morgens in Combarbala buchen wir für Mitternacht eine Tour im Observatorium Cruz del Sur. Bis dahin haben wir etwas Zeit, fahren weiter ins Tal hinauf und finden an einem Bach einen schönen Platz, um diese zu überbrücken. Spät am Abend fahren wir dann hinauf auf den Hügel oberhalb von Combarbala zum Observatorium Cruz del Sur. Die Tour beginnt für uns kurz vor Mitternacht. Zusammen mit fünf weiteren Personen schauen wir uns zuerst einen Audiovisuellen Film über das Observatorium mit einem kleinen Werbefilm für diese Region betreff den guten Voraussetzungen für die Astronomie. Dann geht es hinaus unter den schönen Sternenhimmel. Hier müssen unsere Augen sich zuerst an die Dunkelheit gewöhnen damit wir nachher beim Teleskop die Sterne auch klar sehen können. Um die Zeit bis dahin Sinnvoll zu überbrücken, zeigt uns der Guide mit Hilfe eines Laserpointers am Himmel diverse Sterne und Sternenbilder, wie z.B. das Kreuz des Südens, das Orion Sternbild und noch vieles mehr. Viel haben wir schon auf der Hacienda gehört. Dann geht es zum Teleskop wo wir jeder nach dem anderen die Sterne und Sternenwolken näher betrachten können. Die Tour hat uns sehr gefallen auch Preis/Leistung sind top. Einzig das nächste Mal sollten wir vielleicht etwas mehr Zeit zwischen zwei Touren verstreichen lassen, damit am Himmel auch andere Sternenbilder und Planten sichtbar wären. Am besten wäre es vermutlich denn genauen Zeitpunkt zu bestimmen, was wann zu sehen ist, was der ambitionierte Astronom sicher machen würde. Was wir auch noch rausgefunden haben, für uns noch interessanter wäre eigentlich die Astrofotografie da die Kamera viel mehr aufnehmen kann als unser Auge!
Die Nacht verbringen wir direkt oben beim Parkplatz des Observatoriums. Der nächste Tag bringt uns zum Reservat „Las Chinchillas“. Hier stellen wir unser Fahrzeug auf den Picknickbereich ab und schauen uns die relativ trockene Gegend mit Kaktussen und Sträuchern an. Wir sehen ein paar Eidechsen, viele Vögel, verschieden Mäusesorten sowie ein Fuchs der ums Gelände streunert. Der nächste Fahrtag bringt uns durch ein paar Tunnels und über Brücken. Diese sehen aus wie für die Eisenbahn gemacht. Wir wissen nicht ob dies eine Zugstrecke war oder der Bauherr sonst die Infrastruktur für die macht. Nach einer weiteren Nacht in der Wildnis, fahren wir nach Santiago hinein, um uns dort für die nächsten Monate mit Öl-, Diesel- und Luftfiltern einzudecken. Nächster Programmpunkt ist ein Mechaniker für unser Fahrzeug. Hierzu geht es zu El Dique einen auf Landrover spezialisierten Mechaniker. Ivan Bravo nimmt sich sofort Zeit für uns und erledigt in kurzer Zeit das Problem mit dem Kraftstoffdruckregler. Dieser war manchmal bei Volllast nicht mehr ganz dicht und wir konnten Dieseldämpfe während der Fahrt riechen. Da dieses Problem zügig und kompetent gelöst wurde, können wir schon am selben Tag wieder aus Santiago hinaus fahren. Dies ging schneller als erwartet. Wir fahren noch Richtung eines kleinen Tales am Cerro Viejo, wo wir schöne Plätze vorfinden um Wild zu campieren.

Auf der Autobahn Richtung Norden kommen wir dann am nächsten Tag zügig voran und sind schon bald wieder auf der Höhe von unserem Postfach wo unser Paket ankommen sollte. Aber eben es ist immer noch nicht dort. So fahren wir für zwei Tage an die Küste und verbringen etwas ablegen vom Ferienrumel unsere Zeit. Weiter besuchen wir den Nationalpark Fray Jorge. Hier an den Hängen nahe der Küste können wir zwei unterschiedliche Landschaften innerhalb von einigen Hundert Metern sehen. Auf der Landesinneren Seite die so übliche trocken Vegetation mit Kaktussen und auf der anderen Hangseite zum Meer einen Nebelwald. Welcher hier Infolge unterschiedlicher kalten und warmen Luftmassen genügend Feuchtigkeit bekommt. Ein paar Kilometer weiter im Norden kommen wir zu ein paar touristischen Küstendörfern mit einigen Campingplätzen. Wir fragen bei einigen nach was die Kosten für zwei Personen sind. Aber jetzt in der Hochsaison ist uns der Preis deutlich zu hoch für einen Platz welcher für 6 Personen ausgelegt ist und wir für so viele bezahlen müssten. Darum übernachten wir nicht in einem der Dörfer. Sondern fahren etwas abseits zu eine kleinen Landzunge auf eine Anhöhe mit Blick zum Meer.

Von dieser Gegend ist es nicht weit bis zu den grossen Ortschaften Coquimbo und La Serena, dort verbringen wir die nächsten Tage. Besichtigen das Zentrum von Coquimbo, schauen uns das Kreuz des 3. Jahrtausends an, essen im Mercado Central frische Fischspeisen und schauen uns die Moschee vom Mohamed VI an. Am Morgen besuchen wir den Fischmarkt und am Abend fahren wir durch La Serena und übernachten einmal auf einem Campingplatz, ein andermal auf einem Parkplatz bei einem Einkaufzentrum. Da wir immer noch auf das Paket warten, was je länger es dauert immer nervender wird, stellen wir uns noch ein paar Tage auf die Anhöhe der Landzunge von der Bucht La Herradura. Von dort oben haben wir einen schönen Blick zum Kreuz, zur Stadt Coquimbo und natürlich die Ortschaft La Herradura. Um die Zeit etwas Sinnvoll zu nützen, schauen wir unsere Fotos vom letzten Monat, schreiben etwas für den Bericht bereiten soweit als möglich alles vor damit wir diese zur gegeneben Zeit möglichst effizient ins Internet hochladen können. Ansonsten lesen wir, was in letzter Zeit zur Angewohnheit wurde. Erkunden die Landzunge oder fahren hinunter um die E-Mails oder WhatsApp Mitteilungen zu prüfen.

Da das Paket immer noch nicht angekommen ist, und wir von der Schweizer Post und vom Zoll in Chile keine Antwort bekommen. Entscheiden wir trotzdem weiter Richtung Norden zu fahren und nicht noch mehr Zeit mit warten zu verbringen. Wir müssen nun halt unser Paket wann es dann ankommt, nachliefern lassen. So geht dieses Kapitel mit dem der unbeantworteten Fragen zu Ende: „Wo unser Paket ist und wann wir es endlich überreicht bekommen“.

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