12-Llullaillaco

Ein Ziel von uns war schon länger die Besteigung des Vulkanes Llullaillaco 6739m.ü.M (gesprochen Jujaijacko). Da dieser kein sehr technischer Berg ist und bei guten Verhältnissen auch für uns möglich sein sollte, sowie etwas Mystisches und einige Superlativen zu bieten hat. Im MAAM (Museo de Arqueologia de Alta Montãna) haben wir uns schon vor ein paar Monaten einen Ausblick dazu machen können, anhand von faszinierenden Bildern der Expeditionen zum Heiligen Berg der Inkas. Weiter sind im MAAM einige Stücke der höchstgelegenen archelogischen Fundstätte der Welt ausgestellt, inkl. drei ca. 500 Jahre alten Kindermumien aus der Inkazeit.
Wir dachten eigentlich die beste Zeit zur Besteigung wäre Dezember und Januar, aber als wir schliesslich Ende Oktober auf der Internetseite von Jonas Lambrigger immer noch kein Datum für eine Expedition finden, fragen wir nach und werden ein bisschen überrascht. Dieser sagt uns die beste Zeit wäre Oktober und November. So sind wir also letzten Monat zügig nach Salta gefahren um dieses Projekt von hier aus in Angriff zu nehmen. In Salta treffen wir uns mit einem Partner von Jonas Namens Pablo Maciel, Pichi genannt. Mit ihm besprechen wir die Varianten und Möglichkeiten. Schlussendlich können wir uns, auf eine für uns kostenmässig und auch sonst realistische Variante einigen. Er wird uns einfach so weit Unterstützen wie er kann, aber schlussendlich liegt die Verantwortung auf unserer Seite. Starten soll das Ganze ca. Anfang Dezember, vorher machen wir aber noch eine „Akklimatisationsrunde“, damit wir auch auf die Höhe und Konditionsmässig vorbereitet sind.
Aus dem Nebel hinaus fahren wir über den Pass Piedra de Molina zum Nationalpark las Cardones. Hier in der Wüstenartigen Landschaft gibt es viele Kaktusse, welche gerade blühen, zu sehen. Das nächste Dorf Cachi und das dortige Tal haben wir mit unserem Kollegen Urs schon besichtigt (Bericht 6 – Überraschungen). Wir nutzen wieder dieselben Plätze zum grillieren und übernachten. Beim Zwischenhalt auf dem Paso Abra el Acay 4895m.ü.M. machen wir eine erste kleine Wanderung in der dünnen Höhenluft. Am nächsten Tag geht es über San Antonio de los Cobres zum Viadukt la Polvorilla, wo wir schon einmal ein paar Fotos gemacht haben. Dieses Mal wollen wir aber noch den Zug „Tren a las Nubes“, welcher von Salta bis hierher fährt, mit auf das Bild nehmen. Da der Zug viel Verspätung hat, übernachten wir direkt vor Ort. Über den Pass Abra Blanca geht es zur Salar del Rincon und weiter über den Paso Sico nach Chile.

Auf der chilenischen Seite gibt es eine schöne Vulkanlandschaft und Lagunen zu sehen. Leider ist es auch sehr windig. So sind wir froh als wir in den nächsten Tagen schöne Windgeschütze Plätze finden. Wir besichtigen das Reservat der Lagune Miscanti und Miniques welches zum NP Los Flamencos gehört. Hier hat es viele Verbote, kaum Wege und Besichtigungsmöglichkeiten, hauptsächlich ist dieses auf Touristen abgestimmt welche mit Minibusen hierher Transportiert werden. Dies sieht man auch am Wegesystem. Wir müssen alles wieder zurück laufen und die Touristen werden einfach am anderen Ende mit dem Minibus erwartet. So kann man sagen das Preis/Leistung Verhältnis ist schlecht und es ist auch kein Übernachten auf dem Gelände möglich. Ab der Ortschaft Socaire geht es über eine kleine Nebenstrasse zur Lagune Leja. Wir suchen uns hier in der Umgebung des Vulkanes Chiliques, welcher 5778 Meter hoch ist, einen Windgeschützen Platz. Die Suche ist mehr oder weniger erfolgreich. Hinter einem Schutthügel grillieren wir auf über 4400m.ü.M auf einem Lavafeld. Da der Vulkan sehr interessant aussieht und wir einen Weg entdeckt haben, beschliessen wir dass wir am nächsten Tag eine grössere Wanderung rauf auf den Vulkan unternehmen wollen. So heisst es kurz nach 5 Uhr raus aus dem warmen Schlafsack und schauen wie weit hinauf wir am Vulkan Chiliques kommen. Mit starkem Wind, den kalten Temperaturen und den vor allem im oberen Teil grossen Steinen und Geröllfeldern erreichen wir den Gipfel des steilen Vulkanes leider nicht. Auch weil der Weg sich im oberen Teil verläuft. Das Maximum was herausschaut sind nicht ganz 5500m.ü.M. So geht eine kurzentschlossene Besteigung schief und wir fahren weiter. Am aktiven Vulkan Lascar vorbei zum Flamingo Reservat mitten in der weiten Ebene der „Salar de Atacma“. Einem Teil der Atacamawüste, welche zu den trockensten Flecken der Erde zählt. Da es schon spät ist, übernachten wir bei der Zufahrt des Reservats in einer Kiesgrube.

Am nächsten Tag schauen wir uns als erstes die Schlucht Quebrada de Jere an, was eher eine kurze Sache ist. Da wir nicht allzu weit in die Schlucht laufen wollen oder mögen. Dann geht es für einen Tag nach San Pedro de Atacama wo wir uns ins Hostel / Camping Puritama einquartieren. Dann wollen wir uns für diese Touristische Gegend ein bisschen Informationen beschaffen. Das Mädchen bei der allgemeinen Information ist nicht sehr gesprächig und übergibt uns einfach eine Broschüre. Am Abend geht es vor dem Abendessen noch ins kleine aber feine „Museo del Meteorito“, wo Pirmin vor Faszination nicht zu bremsen ist. Danach gehen wir in ein kleines Restaurant um etwas zu uns zu nehmen. Nach einem Tag wollen wir aber wieder weiter nach Argentinien und hier später noch einmal vorbei schauen. Da mit dem guten Wechselkurs Tanken in Chile günstiger ist als in Argentinien füllen wir hier aber noch zuerst unseren Tank. Dann geht es zuerst noch die Einreise-Formalitäten für Chile erledigen! Ja richtig gelesen. Wir konnten dies beim Paso Sico nicht machen und wurden nach San Pedro de Atacama verwiesen. Da wir für diese Strecke 5 Tage brauchten, was den Grenzwächtern gar nicht passt, gibt es einiges hin und her und das nächste Mal sollen wir direkt zu ihnen fahren. Ja, ja machen wir, eher wohl nicht ;-). Noch eine kleine Randnotiz: mittlerweile haben wir gehört dass nun auch auf Chilenischer Seite die Formalitäten beim Paso Sico erledigt werden können. Wir wissen nicht ob wir da auch ein bisschen mitschuldig sind! Nun geht es aber zum Paso de Jama. Eigentlich wollten wir vorher beim Steinfeld „Monjes de la Pacana“ übernachten aber es ist uns deutlich zu windig. Erst kurz vor der Grenze finden wir eine Kiesgrube, wo es ein bisschen Windgeschütz ist. An der Grenze hat es am nächsten Tag kaum Menschen, ausser dass eine Fahrzeug vor uns, dieses hält uns aber mindestens 30 Minuten auf. Vor Susques machen wir bei einem Restaurant halt und nehmen ein Mittagessen zu uns. Hier erfahren wir über WhatsApp dass Pichi erst zwei Tage später Zeit hat und da wir flexibel sind ändern wir unseren Plan und fahren doch noch zum Cerro Macón, welchen wir wegen des Umweges eigentlich aus unserer Routenplanung gestrichen hatten.

Schon nach kurzer Zeit kommen erste Zweifel ob die Routen Änderung so eine gute Idee war. Die Strecke vom Paso de Jama Richtung Pocito ist nicht in einem sehr guten Zustand. Dann geht es um den Cerro Macón bis fast nach Tolar Grande, wo wir aber kurz vor her abbiegen und zum Basislager beim Macón fahren. Am nächsten Tag machen wir uns zu Fuss auf den Weg zum Gipfel. Schon früh haben wir einen herrlichen Blick über die Salar de Arizo. Auf dem Grat oben können wir dann noch auf die andere Seite über die schöne Erosionslandschaft und die Salar de Pocito schauen. Vom Gipfel haben wir dann einen schönen Rundumblick über die gesamte Landschaft, und in weiter Ferne sehen wir auch schon unser grosses Ziel, den Vulkan Llullaillaco. Runter geht es in der Regel meist viel schneller, was wir bei den nächsten Bergen auch immer wieder zu schätzen wissen. Da man bei diesem losen Geröll fast Senkrecht und auf direktem Weg hinunter laufen kann und so zum Aufstieg um Faktor 3-5 schneller ist. Den nächsten Tag verbringen wir dann aber wieder die meiste Zeit im Fahrzeug. Dieser Umweg hat sich trotz der schlechten Strasse gelohnt, die Aussicht vom Macón hat uns sehr gefallen. Über den Paso Abra de Gallo geht es nach San Antonio de los Cobres und dann etwas zurück bis zum Viadukt la Polvorilla zum wiederholten Mal. Der Grund ist der nahe gelegene Vulkan Tuzgle welchen wir am nächsten Tag erreichen und am Fusse unser Lager aufstellen. Am Nachmittag werden wir dann von einer Argentinischen Gruppe mit ihren Zelten umzingelt, welche anscheinend auch auf diesen Gipfel will. Wir starten als erste am nächsten Morgen, wieder sind gute 1200 Höhenmeter zu bewältigen, bis wir den Gipfel des Vulkans Tuzgle mit seinen 5530m.ü.M erreichen. Oben beim Gipfelkreuz bleiben wir nicht allzu lange da es uns zu fest windet. Nach einer kleinen Pause bei einem Vorgipfel geht es dann zügig hinunter ins Basislager, wo noch immer alle Argentinier warten und herumlungern und sich so akklimatisieren. Sie wollen erst am nächsten Tag auf den Gipfel des Vulkanes.
Da wir eh noch einmal beim Viadukt vorbei müssen und für heute wieder ein Zug kommen sollte machen wir schon wieder einen Zwischenstopp beim Viadukt la Polvorilla. Der Zug kommt viel früher und wir verpassen diesen fast. Und auch dieses Mal fährt er mit den Passagieren einmal über die Brücke (dieses Mal nur fast) und wieder zurück. Wo die Leute austeigen, etwas Kunsthandwerk kaufen und den Fahnenaufzug verfolgen können. Nach unserer Meinung müsste der Zug noch einmal über die Brücke fahren, ohne die Passagiere damit diese auch noch ein paar Fotos machen könnten, aber uns fragt ja niemand.

Dann heisst es noch einmal entspannen und Material vorbereiten, bevor wir hinunter nach Salta fahren. Am ersten Dezember treffen wir uns mit Pichi bei sich Zuhause. Jetzt heisst es Ausrüstung komplettieren und überflüssiges Material zwischenlagern. Nach dem Frühstück geht es durch Salta hindurch, wo wir noch die Bewilligung für die Besteigung des Llullaillaco, welcher zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, einholen. Noch ein paar Einkäufe und die letzten Sachen besorgen. Dann geht es hinauf in die Einsamkeit der Argentinischen Puna. Kurz vor San Antonio de los Cobres erwischt es uns. Zum ersten Mal stehen wir in einer Strassenblockade. Nicht in Bolivien wie viele andere, nein hier in Argentinien wo wir doch erst gerade vor zwei Tagen durchgefahren sind. Nach ein paar Stunden werden die kleinen Fahrzeuge durch gelassen und können weiter fahren. Die Lastwagen müssen weiter warten. Am späten Abend erreichen wir dann doch noch Tolar Grande. Hier Übernachten wir und nehmen in einer Gaststätte das Abendessen zu uns. Über die Salzfläche „Salar de Arizo“ geht es am nächsten Tag zügig zur kleinen Passstrasse. Bis hierher haben sie, zum Glück für uns, die Strasse ausgebessert und es hat fast kein Ripio (Wellblechpiste) mehr. Dann geht es hinauf, hinunter und wieder hinauf bis zum Grenzpass, Paso Socompa 3876m.ü.M. Dazwischen haben wir bei einem Gebirgsbach unser Wasser nachgefüllt. Bei der Grenze können wir ein Häuschen der Gendarmerie von Argentinien als unsere Basis hier im Paso Socompa benutzen. Basis am Paso Socompa? Ja bevor wir zum Llullaillaco fahren, machen wir hier zwei niedrigere Berge. Die erste Wanderung mit Pichi geht zum Socompita südlich des Passes knapp 1200 Höhenmeter auf 5100m.ü.M hinauf.

Zurück bei unserer Unterkunft heisst es etwas essen und wieder den Energietank füllen und das Material für die Besteigung des Vulkanes Socompa 6051m.ü.M bereit machen. Bevor wir los können zum Socompa müssen wir noch ein Formular Unterschreiben, dass wir auf eigene Gefahr diesen besteigen und sie nicht die Mittel haben uns zu helfen. So etwas war ja zu erwarten, schliesslich sind wir hier weit ab von jeder Zivilisation und in einer der abgelegensten Bergregionen von Argentinien. Nach einer kurzen Fahrt geht es mit Sack und Pack bis zum Höhenlager auf 5100m.ü.M. Wo wir unser Zelt aufstellen und übernachten. Der Aufstieg am zweiten Tag begehen wir mit leichterem Gepäck, aber immer noch genügend schwer für diese Steigung. Hinauf geht es bis zur ersten Kante, um dann wieder etwas hinunter zu gehen ins Amphitheater. Von hier gehen wir alleine weiter, Pichi will seine Kräfte einteilen, damit er uns am nächsten Berg wieder unterstützen kann. So machen wir uns alleine auf den Weg für die letzten 600 Höhenmeter bis hinauf zum Gipfel des Vulkanes. Dieser hat es aber in sich, die Steigung ist mörderisch, fast zum verzweifeln und dann müssen wir uns auch noch einen Weg zwischen den Schneefeldern hindurch suchen. Zwischenzeitlich waren wir beide auch schon nahe am Umkehren, aber dann ging es doch langsam aber stetig aufwärts bis nur noch die letzten Höhenmeter zu bewältigen sind, welche wir mit letzter Kraft auch noch überwinden. Auf dem Gipfel haut es uns dann vor lauter Glücksgefühlen fast die Tränen in die Augen. Dieser Bastard von Berg ist von uns bezwungen worden. Hier oben auf dem Vulkan Socompa 6051m.ü.M war seit mehr als neun Monaten keiner mehr, die letzten mussten wegen des Schnees umkehren. Wir sind fast in einem Rausch, machen Fotos und eine kleine Rast. Dann geht es aber wieder zurück, die steilen Geröllfelder hinunter und zwischen dem Schnee hindurch. Beim Höhenlager hat Pichi schon fast alles zusammengepackt, so dass wir alles auf unsere Rücksäcke verteilen können und noch die letzten 1000 Höhenmeter bis zum Fahrzeug unter die Füsse nehmen. Nach der kurzen Fahrt zu unserem kleinen Häuschen beim Paso Socompa, geht es dann wieder ans vorbereiten, pflegen unseres Materials und uns selber. Am Morgen heisst es alles zusammenpacken und die Unterkunft etwas reinigen.

Vom Paso Socompa fahren wir etwas zurück, als erstes heisst es noch einmal Wasser nachfüllen. Dann aber geht es weiter über kleine Feldwege bis zum Basislager, knapp unter 4900m.ü.M, beim Heiligsten Berg der Inkas. Dem Vulkan Llullaillaco 6739m.ü.M. hoch, welcher die umliegenden Berge um mindestens 600 Höhenmeter überragt. So hoffen wir, dass wir von Oben auf alles hinunter schauen können. Schon unten beim Basislager hat es archelogische Überreste aus der Inka Zeit. Und so geht es bis hinauf auf den Gipfel weiter. Die ersten zwei Tage nehmen wir es gemütlich, jeweils mit vollem Gepäck nur 500 Höhenmeter bis zum Höhenlager 1 auf 5400m.ü.M bzw. 2 auf 5900m.ü.M. Hier im Hochlager feiert Michael noch seinen Geburtstag, immer mit dem Gipfelsturm am nächsten Tag im Kopf. Der Berg ruft, kurz vor vier Uhr aufstehen und hinaus in die dunkle kalte Nacht. Pichi hat uns am Vortag den Weg erklärt, aber ab hier sind wir nun auf uns allein gestellt. In der Nacht ist es nicht immer ganz einfach den besten Weg zu finden, obwohl hier deutlich mehr Spuren vorhanden als am Socompa. Wir sind froh als die Sonne aufgeht, wir endlich mehr sehen können und sie uns etwas wärmt. Jetzt wo es hell wird, sieht das steile Geröllfeld nicht sehr ermutigend aus. Immer weiter hinauf geht es, dann kommen die ersten Schneefelder. Wir queren ein paar Mal seitlich, um in einer Schneefreien Zone weiter hinauf zu kommen. Aber dann ist mit den Bergschuhen kein weiter kommen mehr. Nun heisst es die Steigeisen montieren,  um das ca. 300-400m lange Schneefeld überwinden zu können. Auf der Kante oben angekommen sind wir ermutigt, hier oben zu sein und die steilsten mit Geröll und Schnee gespickten 600 Höhenmeter hinter uns zu haben. Die letzten paar Hundert Höhenmeter sind meist etwas flacher und nur vereinzelt mit Schnee gespickt. Das Atmen fällt trotzdem nicht viel leichter und alle paar Meter wird wieder eine kleine Pause gemacht. Dann endlich sind wir oben bei der Fundstätte der drei Inkakinder, welcher hier oben vor ca. 500 Jahren geopfert wurden. Nicht vorzustellen wie die Inkas zu damaliger Zeit hier hinauf kamen. Wir besteigen noch die letzten paar Höhenmeter bis hinauf auf die höchste Felsformation. Jetzt endlich haben wir es definitiv geschafft wir sind auf 6739m.ü.M angekommen. Was für ein Erlebnis hier oben zu sein, nach all diesen Anstrengungen. Wir zwei kleine Wichte sind hier oben auf dem 10 höchsten Berg von ganz Amerika, und können uns ein bisschen zur Mystischen Geschichte dieses Berges dazu zählen. Im Windschatten etwas essen und noch kurz ein paar Fotos gemacht, wo die Finger wieder innert kürzester Zeit sehr kalt werden. Also schnell wieder in den Windschatten. Dann wird es Zeit für den Abstieg. Im Oberen Teil nehmen wir fast wieder denselben Weg. Ab der Kante wo es steil wird, umlaufen wir den grossen Felsen um das Schneefeld zu umgehen. Steil, sehr Steil geht es hinunter, aber so sind wir auch sehr schnell unten beim Höhenlager auf 5900m.ü.M. Hier packen und verteilen wir unsere Sachen auf die Rucksäcke dann geht es wieder zu dritt und voll beladen über das Höhenlager 1, wo wir noch ein paar deponierte Sachen abholen zum Basislager. Hier legen wir alle Glücklich die Rucksäcke zur Seite und gönnen uns als erstes eine Wassermelone, welche wir zu diesem Zweck seit Salta mitschleppen.

Nach einer Nacht im Basislager heisst es vom Vulkan Llullaillaco Abschied nehmen. Wir fahren die längere Strecke über die Mine Julia und la Casualidad, und im Rückspiegel sehen wir langsam den Vulkan verschwinden. Bei der Mine Julia haben wir noch eine Rechnung offen (Bericht 6 – Überraschungen) als wir im April hier waren, konnten wir wegen des Schnees nur mit Müh und Not auf 4900m.ü.M fahren. Jetzt kommen wir aber ohne Probleme bis zuoberst auf den Pass. Hier wurden früher auf über 5200m.ü.M ganze Schwefelbrocken im 24 Stunden Schichtbetriebt abgebaut und mit einer Seilbahn zur Mine la Casualidad hinunter transportiert. Ab der Mine la Casualidad ist ein grosses Stück der Strasse immer noch Asphaltiert so kommen wir zügig voran. Am Abend erreichen wir dann wieder Tolar Grande. Hier ist schon wieder ein Fest. Die gewählten Amtsträger sind zu Gast, dass erklärt vermutlich auch warum die Strassen in Ordnung gebracht wurden. Aber uns soll dies nur Recht sein, auf Wellblechpiste können wir gerne verzichten. Von Tolar Grande geht es noch einmal in mehr als sieben Stunden nach Salta wo wir uns in einem Einkaufsladen mit Fleisch eindecken, um ein Asado bei Pichi zu machen. Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Pichi und bedanken uns für seine Unterstützung bei diesem Projekt.

Unser Fazit zu diesem Abschnitt fällt natürlich durch die erfolgreiche Besteigung der Vulkane Socompa und Llullaillaco positiv aus. Wir haben mit unserem kleinen Budget, viel Einsatz und Glück das maximale herausgeholt. Haben uns in einer der abgelegensten Gegenden in grosser Höhe bewegt und dies äusserst Erfolgreich. Die letzten Wochen waren zum Teil die strengsten und härtesten Tage unserer Reise und zu gewisser Zeit nahe an der Aufgabe der Besteigung dieser beiden Berge. Wir hatten zu dem noch Wetterglück, auch wenn es Wind und Kälte zu Trotzen galt. Wenn das Wetter nicht mitspielt, kann auch eine gute, grosse und teure Expedition nicht den Gipfel erreichen. Dies musste kurz vor uns eine von Schweizern geführte Expedition erfahren. Schlussendlich bewegt man sich halt schon nahe an einer Menschenfeindlichen Zone.
So das war es dann auch schon fast mit Lobhuldigungen an unsere Leistung. Für uns wird dieses Erlebnis wohl immer einen hohen Stellenwert haben. Zu zweit standen wir gemeinsam und alleine auf dem Vulkan Socompa und dem Heiligsten Berg der Inkas, dem Vulkan Llullaillaco. In einer Höhe in der wir uns vermutlich nie mehr bewegen werden. Oder vielleicht doch, da wir jetzt Blut geleckt haben, nach Asien wo es richtige 7000er und 8000er gibt. Wer weiss, wir wollen es ja niemals ausschliessen.
So und zum Schluss kommen noch die Bärte ab und dann weiter zu neuen Abenteuern.

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