10-Pantanal

Bevor wir La Paz verlassen, haben wir noch etwas geplant. Wir wollen den Sonnenuntergang bzw. den Beginn der Nacht über La Paz fotografieren. Hierzu haben wir schon beim letzten Besuch von La Paz eine geeignete Stelle bestimmt. Mit dem Fahrzeug fahren wir also kurz vor Sonnenuntergang an den Aussichtspunkt Belvedere nahe der Bergstation der roten Linie der Gondelbahn und bringen uns in Stellung. Nach dem schönen Sonnenuntergang über La Paz und dem Berg Illimani und ein paar neuen Fotos, fahren wir heute noch raus aus La Paz. Ausserhalb von La Paz geht es hinauf zum Pass La Cumbre welchen wir jetzt in der Nacht schnell hinter uns lassen und bis zur Einfahrt der Todesstasse oder auf Spanisch Camino de la Muerte fahren. Dort Übernachten wir etwas abseits der Hauptstrasse. Am Morgen fahren wir noch bevor die Horden von Touristengruppen mit ihren Fahrrädern eintreffen die Todesstrasse hinunter. An ein paar schönen bzw. interessanten stellen halten wir an und schauen diese ein bisschen genauer an. Da mittlerweile eine Asphaltierte alternative vorhanden ist fahren nur noch wenige Fahrzeuge diese Strecke. Einzig die Fahrradgruppen aus La Paz haben deutlich zugenommen und wollen die von den Medien hochgejubelte Strasse hinunterfahren. Wegen diesen wurden mittlerweile auch viele Leitplanken und Schilder entlang der Strecke montiert. So können wir sagen an guten Tagen ist diese Strasse keine Herausforderung und wir haben schon gefährlichere Abschnitte auf unserer Reise erlebt. Bei Regen kann sich dies aber schnell wieder ändern, da das Gelände hier so steil abfällt und man immer wieder nahe am Abgrund fährt.

Unten angekommen müssen wir noch die Touristengebühr von 25 Bolivianos bezahlen die den Unterhalt der Strasse abdecken soll. Dann geht es ins Dorf Coroico wo wir uns Kaffee und Kuchen gönnen. Von da geht es weiter zur Südlichen Yungas Strasse, welche noch gefährlicher sein soll als die Todesstrasse (Nördliche Yungas Strasse) von welcher wir gerade kommen. Über diese wollen wir zurück zu unserem heutigen Startpunkt fahren. Da aber ein Teil der Strasse ausgebaut wird müssen wir über kleinere Nebenstrassen ausweichen, welche meist nur einspurig befahrbar sind. So passiert es dass wir mehrmals rückwärtsfahren müssen, um den Bussen und Lastwagen welche entgegenkommen Platz zu machen. Durch diesen Umweg haben wir noch einen gefährlicheren Abschnitt passieren müssen und es hat auch deutlich länger gedauert bis wir wieder zurück von unserer Rundfahrt beim Parkplatz oberhalb der Todesstrasse sind. Eines ist uns aufgefallen, die einzigen Leitplanken an diesem Tag haben wir auf der Todesstrasse gesehen. Auf der Südlichen Strasse, wo es zum Teil ähnlich aussieht und sicher auch mindestens so gefährlich ist hat es keine und dazu herrscht noch viel mehr Verkehr.

Heute nehmen wir nicht mehr die Todesstrasse sondern die neue Asphaltierte Strasse hinunter. Diese ist viel komfortabler zu fahren. Auf dem Weg nach unten kommen wir zur ersten Baustelle für heute. Hier müssen wir nur kurz warten dann geht es weiter auf einem kleinen Feldweg. Unten im Tal angekommen müssen wir, wie auf der Todesstrasse die Spur wechseln und auf der linken Seite fahren. Lange können wir aber nicht weiter fahren, denn es kommt die nächste Baustelle. Hier ist bis halb fünf Uhr alles gesperrt, so müssen wir mehrere Stunden eine Zwangspause einlegen. Als die Baustelle wieder freigegeben wird warten wir noch eine halbe Stunde damit die anderen einen kleinen Vorsprung haben. Da wir erst so spät weiterfahren konnten, wird es Nacht bis wir hinter einem Erdhügel einen Platz für die Nacht finden. Am Morgen geht es weiter Richtung Yucumo, aber wieder zur besten Tageszeit fahren wir in die nächste Baustelle diese wird sogar eine halbe Stunde später geöffnet. Auch hier müssen wir also wieder einige Stunden an der prallen Mittagssonne warten. Kurz bevor es dunkel wird erreichen wir doch noch das andere Ende der Baustelle. Dort stellen wir unser Fahrzeug noch vor der Absperrung bei einer Tankstelle in die Wiese. Da wir keine Touristische Dschungeltour machen wollen, lassen wir Rurrenabaque links liegen und fahren Richtung Trinidad. Den ganzen Tag fahren wir auf einer Erdpiste mal besser, ein andermal wieder schlechter. Ein paar Kilometer vor Trinidad verändert sich die Landschaft. War am Anfang hauptsächlich Weideland, so hat es nun vermehrt Sümpfe neben der Strasse und auch mehr Tiere welche zu sehen sind, was dann doch ein bisschen die Stimmung hebt. Bevor wir Trinidad erreichen müssen wir noch einen Fluss überqueren. Die Pontons machen einen stabilen und besseren Eindruck als die Sandigen Ein- und Ausfahrtsrampen, welche vor allem den schweren Lastwagen mit Anhängern Probleme bereiten. Aber für uns stellen diese Rampen kein Problem dar.
Für die Nacht suchen wir an der Laguna Suarez einen Platz, am Anfang werden wir überall abgewiesen, bis wir am Schluss noch einmal zum ersten Platz fahren und dort unser Problem schildern, so bekommen wir beim zweiten Anlauf doch noch einen Platz auf dem Gelände des Resorts Tapacare. Nach einer kurzen Besichtigung des Zentrums von Trinidad geht es zügig weiter auf der Asphaltstrasse. Auf der Strecke halten wir noch kurz beim Parque Ambue Ari ein Auffangprojekt für nicht artgerecht gehaltene Wildtiere. Hier haben vor ein paar Jahren unsere zwei Freunde Michele und Reto vom Team North (Siehe Bericht SA2_BER10_PRINT) ein paar Wochen bei den Tieren Volontär Arbeit geleistet. Da unser Visum für Bolivien schon bald ausläuft, haben wir für diese schöne Arbeit keine Zeit. Vor Ort dürfen wir kurz die Unterkünfte und den Aufenthaltsbereich besichtigen, die Tiere dürfen wir leider nicht besichtigen da diese keinem unnötigen Stress ausgesetzt werden sollen.

Am nächsten Tag biegen wir auf die Missionsroute ab. Dort besichtigen wir in den Dörfern San Javier, Conception, Santa Rosa de la Roca, San Ignacio de Velasco die Jesuiten Kirchen aus dem 17. Und 18. Jahrhundert und deren Hauptplätze. Diese sind heute Teil des Weltkulturerbes der UNESCO. Die Strassen können aber nicht mit dem Glanz dieser Kirchen mithalten die ganze Strecke bis nach San José de Chiquitos ist wieder eine staubige und holprige Erdpiste. Darum machen wir bei der Ortschaft Conception an einem schönen Stausee eine Mittagspause zum entspannen und baden. Wegen den Strassen kommen wir auch nur bis San Ignacio de Velasco wo wir vor der Wasseraufbereitungsanlage übernachten dürfen. Auch der nächste Tag ist von schlechter Erdpiste geprägt, darum fahren wir in San José de Chiquitos zur Villa Chiquitana und stellen uns dort in den Garten und entspannen uns im Pool. So können wir uns etwas von der täglichen Hitze abkühlen. Für Anfang Woche haben wir in Aguas Calientes auf dem Campingplatz Miraflores mit Flavio und Nathalie, welche auch gerade in der Gegend sind abgemacht. Hier ist der Fluss infolge Thermalquellen fast so heiss wie die Umgebungsluft. Trotzdem geniessen wir den Fluss mit den kleinen Putzerfischen. Der später einsetzende Regenschauer welcher die Temperaturen der Luft und des Wasser senkt, nehmen wir nach den letzten Tagen mit schwülender Hitze gerne in Kauf. Als wir uns Mitte Woche schon Gedanken machen ob wir weiter fahren sollen, machen wir beim Baden und im versinken im Sand der heissen Quellen eine Entdeckung auf einem anderen Campingplatz. Nicht die Sippe der Plattdeutschen, welche auf diesem Camping sind interessiert uns, sondern unter ihnen sehen wir auf einmal zwei bekannte Gesichter. Flavio und Nathalie haben in der Nacht nicht den Richtigen Campingplatz gefunden. Nach einem kurzen Austausch wechseln sie zu unserem ruhigeren Campingplatz. Bei Bier und Glace erzählen wir uns Anekdoten unserer bisherigen Reise. Am nächsten Tag verabschieden wir uns wieder, da noch nicht sicher ist ob wir uns wieder treffen. Auch wir verlassen an diesem Tag den Campingplatz und fahren nach Brasilien.

Am Grenzübergang geht alles zügig voran einzig die Fahrzeugpapiere für Bolivien können wir nicht direkt abgeben, da die Zuständige Stelle noch Mittagspause hat. Nach der kurzen Zwangspause gilt es noch kurz die Formalitäten auf der Brasilianischen Seite zu erledigen. Dann geht es für uns auf eine wichtige Mission. Wir wollen uns und unseren Landy ins Nordpantanal nach Porto Jofre verschiffen. Hierfür müssen wir in Corumbá am Hafen ein geeignetes Boot finden. Unsere Informationen scheinen zu stimmen. Es wird gerade ein Ponton neben dem Boot der Laura Vicuna beladen. Wir fragen uns bei der Crew durch und kriegen aber zuerst nur die Information dass wir in 7 Tagen mitfahren können. Nach einigen Minuten ist dann aber auch noch der Besitzer Evaldo vor Ort und dieser meint es ist möglich Morgen auf dem zweiten Ponton nach Porto Jofre mitzufahren. Nach Preis und Zeit Absprache stellen wir uns auch zu Flavio und Nathalie, welche auch noch nicht weiter kamen als bis zum Parkplatz vor dem Kulturzentrum beim Hafen. So verbringen wir alle vier einen gemütlichen Abend in einer Pizzeria.
Damit wir auch genügend Vorräte auf unserer ungewissen Reise haben, füllen wir am nächsten Tag unseren Vorrat bei einem Supermarkt noch einmal auf. Dann wollen wir bei der Pizzeria welche wir gestern Abend zusammen mit Flavio und Nathalie besucht haben noch kurz ins Internet. Dort treffen wir, so wie der Zufall will, wieder auf die beiden. Nach geschlagenen 5 Stunden verlassen wir mit vollem Magen das Restaurant. Während dieser Zeit haben sich Flavio und Nathalie Gedanken gemacht, auch mit uns die Schiffsreise ins Nordpantanal zur Transpantaneira zu machen. So kommt es, dass sie unten beim Hafen nachfragen ob es noch Platz für ein zweites Fahrzeug hat. Da dies kein Problem ist, verladen wir schon kurze Zeit später unsere Fahrzeuge auf den Ponton und warten auf die Abfahrt. Im Dunkeln beginnt das Abenteuer Schiffsreise nach Porto Jofre und der Transpantaneira.
Die Tage auf dem Schiff verbringen wir vier mit guter und reichlicher Verpflegung durch den Schiffskoch, sowie Camping Gefühl auf dem Holzponton. Von diesem können wir die ganze Zeit das Wasser und das Ufer beobachten ob wir ein paar Tiere sehen. Neben unserem Schiffskonvoi sind noch viele kleinere Fischerboote auf dem Gewässer. Am ersten kompletten Tag auf dem Schiff gibt es auch noch etwas zu feiern, Pirmin hat Geburtstag. Darum überraschen Flavio und Nathalie ihn mit einem selbst gemachten Kuchen. Je weiter wir Richtung Norden fahren desto besser wird auch wieder das Wetter. Vorbei ist es mit dem Regen der letzten Tage. Und die Sonne Strahlt schon fast wieder so heiss wie vorher. Auch der zweite Tag auf dem Schiff vergeht wie im Flug, neben Tieren sichten haben wir auch noch versucht ein paar Fische zu fangen mit mehr oder weniger mässigem Erfolg. Zwar haben wir einen gefangen dieser hat aber so seine Tücken. Der Raubfisch ist nur so mit Gräten durchsetzt. Spät in der Nacht erreichen wir Porto Jofre, wo wir wieder über die Holzbalken an Land fahren. Wir stellen unsere Fahrzeuge direkt an den Strassenrand und schlafen dann auch schon ein.

Schon bevor wir losfahren sehen wir die ersten Tiere. Am Landesteg hat es ein paar Geier und Fischreiher, bis zum Schluss werden wir noch viele Vögel im Pantanal sehen. Die Transpantaneira wurde von Poconé 147 km ins Pantanal nach Porto Jofre aufgeschüttet dazu gehören auch 127 grössere und kleinere Holzbrücken. Diese Brücken sind für uns perfekte Aussichtspunkte um die Tierwelt auf der Transpantaneira zu beobachten und zu fotografieren. Alle paar Kilometer halten wir, weil jemand von uns wieder etwas gesehen hat. Neben diversen Vogelarten sehen wir an diesem Morgen noch Leguane und kleine Kaimane nur vom Jaguar finden wir nur Fussspuren. Am späten Morgen stoppen wir bei einer Fazenda und fragen nach ob wir ein paar Stunden dort im Schatten parkieren dürfen. Der nette Besitzer gibt uns die Erlaubnis und wir dürfen sogar die dortige Infrastruktur nutzen, nur der Pool wird gerade gereinigt und wir müssen auf den Wasserschlauch ausweichen. Zwischen drei und vier Uhr fahren wir wieder weiter, wir wollen noch ein paar Tiere sehen bevor wir unser Nachtlager aufschlagen. Jetzt am Abend oder auf diesem Abschnitt sehen wir aber weniger Tiere. Darum stellen wir uns bei einem kleinen Feldweg unter ein paar Bäume und richten uns für die Nacht ein. Mit Hilfe von etwas Wein wird trotz Mückenplage und schwüler Temperatur der Abend zu einer gemütlichen Runde. Am Morgen geht es wieder früh raus um die Tiere in den Frühen Morgenstunden zu beobachten und auch die kühleren Temperaturen auszunützen. Neben interessanten Brückenüberquerungen sehen wir natürlich einige Tiere z.B. den Jabiru (grösste Storchenart mit einer Spannweite bis 2.6 Meter), Wasserschweine, Hirsche, Wasserbüffel und ein paar Affen.

Nach diesen Beobachtungen werden wir an der Strasse von zwei Schwyzern abgefangen. Iris und Stefan warten schon ein paar Stunden am Strassenrand auf uns. Sie haben von Reisenden gehört dass wir im Pantanal unterwegs sind und haben unser GPS Signal im Internet verfolgt. Sie sind überrascht dass wir nicht alleine unterwegs sind und freuen sich umso mehr, zusätzlich zwei weitere bekannte Gesichter zu sehen. Wir reden ein bisschen mit ihnen und entschliessen schlussendlich uns zu ihnen auf die Pousada Fazenda Vitoria zu stellen. Dort machen wir es uns alle gemütlich und erzählen die eine oder andere Geschichte. Am Nachmittag geht es dann noch in den kühlen Pool um uns abzukühlen. Danach heisst es dann auch schon Kamera packen und los geht es zu einer Bootstour im nahe gelegenen Fluss. Diese Tour beginnt aber schon schlecht das Boot oder besser gesagt die schwimmende Aussichtsplattform will schon gar nicht ablegen erst mit viel Hilfe geht die gemütliche Flussfahrt los. Aber das Glück scheint nicht auf unserer Seite zu sein. Statt Tiere sehen wir wie die Crew über Bord muss um die aufgelaufene Plattform wieder zu befreien. Dann geht es in die Gegenrichtung wo wir aber auch nicht viel sehen. So gehen wir alle enttäuscht wieder zurück zur Fazenda. Dort gibt es dann wenigsten etwas für den Magen. Hierbei möchten wir uns noch bei Iris und Stefan für den Drink bedanken. Kurz nach 6 Uhr am frühen Morgen geht es dann wieder mit dem Fahrzeug weiter um noch die letzten Kilometer der Transpantaneira abzufahren und die Tierwelt zu beobachten.

Von Poconé geht es über grosse Hauptstrassen wieder zurück nach Süden. Bei den riesigen Distanzen hier in Brasilien, übernachten wir nach einem langen Fahrtag an einer Tankstelle. Diese haben hier in Brasilien meistens einen riesigen Parkplatz für die Lastwagenfahrer mit gratis WC und Duschen sowie ein Restaurant mit Internet. Über Campo Grande geht es ins südliche Pantanal wo wir als erstes zur Farm Mira Lou fahren welche von einer Schweizerin gepachtet ist. Vor Ort ist niemand zu sehen so nehmen wir an das sie entweder mit Touristen Unterwegs oder einkaufen ist. In der Zwischenzeit machen wir es uns unter zwei grossen Bäumen gemütlich. Nützen den Pool und machen uns einen gemütlichen Abend. Am Morgen ist immer noch niemand zu sehen, so geht es weiter ohne dass wir uns bei der freundlichen Schweizerin bedanken konnten. Weiter im Südpantanal geht es auf die Nebenstrasse Estrada Parque diese ist das Gegenstück zur Transpantaneira im Norden. Nur wir sehen bei weitem nicht so viele Tiere wie im Norden. Auf der Fazenda Santa Clara versuchen wir noch einmal unser Glück und machen noch einmal eine Bootstour auf einem Fluss. Diese Tour ist dann auch ein bisschen besser aber wir haben leider nicht sehr viel Glück und sehen nur diverse Vögel welche wir aber schon alle mehrmals im Nord- oder Südpantanal gesehen haben.

Wir lassen den Rest der Strecke sein, wir haben ja schon so viel im Norden gesehen, und fahren darum wieder zurück nach Miranda und von dort nach Süden bis Bonito, wo wir auf den Camping do Gordo am Bach „Rio de Formoso“ gehen. Der Campingplatz mit dem super schönen Bach und den vielen Tieren gefällt uns so sehr, dass wir alle zusammen vier Nächte hier verbringen. Im relativ klaren Bach schwimmen grosse Fische und auf den Bäumen klettern Affen herum. Oder zumindest am Morgen wenn sie hungrig sind. Aber auch sonst treffen wir auf dem ganzen Areal immer wieder auf verschiedene Tiere, so haben wir immer etwas zu Tun und langweilig wir es uns nicht. Nach diesen schönen Tagen in Bonito fahren wir ein paar Kilometer weiter zu einem Senkloch dem Burcas das Araras wo viele Papageien Nisten und Leben. Hier sehen wir so viele Papageien wie noch nie auf Bäumen und im Flug. Direkt auf der anderen Strassenseite fahren wir zum Fluss Rio do Prato und dem dortigen Campingplatz. Hier hat es ein paar Tolle Spielsachen für grosse Jungs. Eine Seilbahn von 7 Metern Höhe ins Wasser und sonst noch zwei Sprungplätze.

Nach zwei Nächten auf diesem Platz und einigen Sprüngen ins kühle Nass, fahren wir in zwei Tagen bis nach Puerto Iguazu in Argentinien, wo wir mit der Besichtigung der Wasserfälle beginnen wollen. Hier treffen wir auf zwei Freunde von Flavio und Nathalie. Annina und Pascal sind erst gerade in Montevideo angekommen und extra hier hinauf gefahren um die anderen beiden zu treffen und gemeinsam ein paar Orte in Brasilien zu besichtigen. So wird als erstes natürlich am Abend zusammen gekocht und es wird ein interessanter Abend. Den nächsten Morgen warten wir noch ab mit der Besichtigung der Wasserfälle, so gehen die anderen vier ohne uns zu diesen. Am Nachmittag wird das Wetter dann besser und die Sonne kommt zum Vorschein und da es am Abend für die Vollmondtour keinen Platz mehr hat fahren wir dann doch noch zu den Wasserfällen. Da die Argentinische Seite so gross ist braucht man eigentlich fast den ganzen Tag um alles zu besichtigen so beschränken wir uns auf die Hauptattraktionen. Am späten Nachtmittag nehmen wir dann den letzten Zug zum Teufelsschlund. Jetzt zu dieser Zeit leert es sich immer mehr auf der Aussichtsplattform und wir haben keinen Problem einen Blick auf das imposante Erlebnis zu werfen. Wir verlassen als letzte diese Plattform und können sie ganz leer fotografieren. Am nächsten Tag fahren wir wieder zurück nach Brasilien diese Grenze gehört für uns zu einer der einfachsten, wir mussten jeweils nur den Pass abstempeln lassen. In Brasilien fahren wir als erstes den Campingplatz Paudimar an. Wo wir alle drei Fahrzeuge nebeneinander parkieren. Dann geht es mit dem ÖV zur brasilianischen Seite der Wasserfälle wo man ein besseres Panorama über die gesamten Wasserfälle hat. Diese Seite ist relativ schnell besichtigt, da der Weg deutlich weniger weitläufig ist als der auf der Gegenseite des Flusses. Nach diesem Ausflug machen wir es uns in der Kochecke des Campingplatzes gemütlich und schmieden Pläne für den Nächsten Tag. Wir entscheiden uns, nicht nach Cuidad del Este für einen Einkaufsausflug und begleiten die anderen vier nicht nach Paraguay. Wir schauen uns nur kurz im Zentrum von Foz do Iguacu um und decken uns auch für die nächsten Tage mit Lebensmitteln ein.

Da Heute das Wetter wieder ein bisschen besser ist wollen wir uns den Vogelpark „Parque das Aves“ noch anschauen, wir haben gehört dass man diesen anschauen Muss wenn man schon hier ist. So fahren wir zusammen mit Flavio und Nathalie zum Eingang und beginnen mit der Besichtigung der vielen exotischen Vögel. Viele haben wir auf unserer Reise bereits gesehen, umso interessanter ist es diese so nahe zu erleben. Am Ende des Rundganges sind dann Pirmin und Nathalie so begeistert von der Schlange welche man berühren darf dass sie fast nicht mehr wegzukriegen sind von dieser. Zum Abschluss gibt es dann noch ein Foto mit einem Papagei.

Wir wollen heute doch noch rüber nach Paraguay laufen. Laufen weil wir so die ganzen Grenzformalitäten einfach links liegen lassen können und ohne Stempel über die Grenze gehen. Unser erstes Ziel ist der Staudamm Itaipu. Bis zur Fertigstellung des Drei-Schluchten-Stausees in der Volksrepublik China im Jahr 2006 war Itaipu bezüglich der Leistung das größte Kraftwerk der Erde überhaupt. Aufgrund der hohen Auslastung der Turbinen bleibt Itaipu hinsichtlich der Jahresenergieproduktion auch nach 2006 an erster Stelle. Leider können wir die Umfangreichere Technische Tour nicht machen, da diese für längere Zeit ausgebucht ist. So sehen wir nicht das innere des Kraftwerkes und müssen uns mit einem Präsentationsfilm und einer Rundfahrt zum und über die Staumauer begnügen. Zurück in der Grenzstadt machen wir dann auch noch einen kleinen Einkaufsausflug da man hier sehr günstig zu Elektronik Artikeln kommt. Man sollte einzig wissen was man will und vorgängig schon schauen, wo man dieses bekommt. Ansonsten läuft man den ganzen Tag von einem Geschäft zum anderen.
Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von Flavio und Nathalie sowie Annina und Pascal. Sie fahren schon heute weiter Richtung Küste, während wir noch ein paar Tage auf dem Camping bleiben und in aller Ruhe alles abarbeiten was sich so aufgestaut hat die letzten Wochen.

Fazit zum „faszinierenden Pantanal“ da können wir uns nur Flathys Bericht anschliessen. Wir haben in kurzer Zeit, so viele Tiere wie noch nie gesehen und das Ganze in freier Wildbahn. Das Verschiffen ins Nordpantanal zur Transpantaneira hat sich für uns auf jeden Fall gelohnt und wir können diese Route nur jedem Empfehlen. In Bonito haben wir die Zeit beim schwimmen im klaren Bach und das beobachten der Tiere genossen. Und das Touristische Highlight die Wasserfälle von Iguazu sind trotz vielen Leuten einfach nur Imposant und gigantisch. Brasilien ist direkt nach Bolivien eine andere Welt. Man merkt schon, dass alles besser organisiert und weiter fortgeschritten ist. Auch die Leute sind viel offener und bisher immer super freundlich, hilfsbereit und immer voller Lebenslust. Ein solches Beispiel erleben wir auf dem Campingplatz während wir diesen Bericht aufbereiten, wir bekommen einen Teller mit brasilianischem Essen spendiert. Einzig das mit dem Portugiesisch ist so eine Sache, wir verstehen meist nur Bahnhof. Zum Schluss sind nun gut drei Wochen vergangen in denen wir nicht alleine unterwegs waren. Die Zeit mit Nathalie und Flavio und zuletzt noch Annina und Pascal werden wir vermissen. Wir hatten immer einen guten Draht zueinander und konnten uns super unterhalten. Und nicht zu vergessen, denn Spass den wir zusammen hatten. Bis zum nächsten Treffen irgendwo an einem anderen Ort auf der Welt.

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