08-Städte

Wie schon im letzten Bericht erwähnt, hatte in Sucre 1. Priorität dass wir wieder Fit und der Magen wieder stark genug wird, damit wir auch wieder anständig etwas zu uns nehmen können. Bis beide wieder Fit waren und wir für uns alles gesehen hatten, vergingen in Sucre 10 Tage. Während dieser Zeit lagen wir nicht nur im Bett sondern haben auch die Stadt erkundet und Bekanntschaften mit Schweizern, welche hier leben oder auch durch Südamerika reisen, gemacht. So haben wir als erstes vom Zimmernachbar Pascal (Schweizer Rucksackreisender) im Hostal Pachamama den Tipp bekommen dass er heute Zopf bestellen geht. Da wir schon länger keinen feinen Zopf mehr hatten, haben wir mit ihm abgemacht das er für uns auch gleich mitbestellt. So sind wir alle zusammen, am nächsten Abend zum Informationsbüro „Casa de Turismo“ gegangen. Dieses wird vom Schweizer Marco Birchler geleitet. Dort haben wir während der Wartezeit auf den Zopf noch einige Informationen auf Schweizerdeutsch für Sucre und Umgebung bekommen. Der Zopf wird uns direkt vom Bäcker selber überbracht. Daniel, Westschweizer seit 21 Jahren in Bolivien backt bei sich zuhause neben Zopf auch noch Schoggigipfeli. Diese haben wir an einem anderen Tag, wie noch zwei weitere Zöpfe bei ihm gekauft. Wir können ihn also nur weiter Empfehlen. Wie an den Bildern nicht schwer zu erraten, wird Sucre auch die weisse Stadt genannt. Vom Platz bei der Kirche Recoleta hat man einen schönen Blick über die Stadt. Aber uns hat dies nicht gereicht, so sind wir noch den Kreuzweg hinauf zum Cerro Churuquella. Sehr Sehenswert ist mit Sicherheit die Kirche „Iglesia de San Felipe Neri”. Mit Bett hüten und immer wieder etwas besichtigen verging die Zeit in Sucre doch noch recht schnell. Bevor wir Sucre aber definitiv verlassen, haben wir im Westen der Ortschaft noch eine kleine Schlaufe mit dem Fahrzeug gemacht und sind in den Maragua-Krater gefahren. Welcher eine schöne Landschaft und einen Wasserfall zu bieten hat. Zurück in Sucre treffen wir bei der zweiten Tankstelle einmal einen Volltreffer. Vom Besitzer aus können wir hier zum Einheimischen Preis Tanken müssen dazu nur das Fahrzeug an die Strasse parkieren und mit dem Kanister füllen. Da sagen wir natürlich nicht nein und füllen unseren Tank bis oben hin.

Am späten Abend erreichen wir Tarabuco wo wir uns auf dem Dorfplatz verpflegen und übernachten. Hier in Tarabuco soll es einen grossen Sonntagsmarkt geben und da es per Zufall Sonntag ist schauen wir uns auf diesem um. Hier werden in allen Gassen überall kleine Stände aufgestellt und jeder will dir etwas verkaufen. Nach kurzer Zeit haben wir schon genug und wir brechen auf. Heute fahren wir immer weiter und weiter. Von über 3000m.ü.M hinunter auf 900m.ü.M und wieder hinauf auf über 2000m.ü.M. Dann erreichen wir das kleine Bergdorf La Higuera. Das kleine Nest ist vor allem durch den argentinisch-kubanischen Revolutionär und Guerillakämpfer Ernesto „Che“ Guevara bekannt. Welcher hier am 9. Oktober 1967 von der bolivianischen Armee erschossen wurde. So schauen wir hier das kleine Museum und die überdimensionale Statue von „Che“ an. Unser Fahrzeug haben wir in den Garten vom Casa del Telegrafista abgestellt. Da wir gehört haben dass die Französische Köchin hier in der abgelegenen Ortschaft einfache aber fantastische Speisen zubereitet, nehmen wir auch das Abendessen in Anspruch. Wir werden nicht enttäuscht, es gibt Suppe, Poulet mit super Beilage und als Abschluss noch eine feine Käseplatte. Was für ein Traum! Für uns war auch nach langer Zeit wieder einmal eine heisse Dusche ein Highlight, bisher hatten wir in Bolivien nur immer diese elektrischen Duschköpfe welche das Wasser beim Durchfliessen kurz erwärmen. Von La Higuera fahren wir nach Samaipata wo wir die Herrliche Finca La Vispera finden. Diese schöne Gartenanlage mit Campingmöglichkeiten auf angenehmer Höhenlage ist Ideal um hier ein paar Tage zu verbringen und sich im Dorf umzuschauen, was man so in der Umgebung machen kann. Am ersten Abend grillieren wir wieder einmal. Hierzu haben wir in Sucre, durch den Tipp von Marco, fast schweizerische Cervelats gefunden und gekauft. Im Büro von Ben Verhoef Tours entscheiden wir uns für eine Tour in den Nationalpark Amboro. So organisieren wir für Anfangswoche eine dreitägige Tour zum Refugio de las Vulcanes. Zuerst geht es aber noch für ein paar Tage nach Santa Cruz. Bevor wir aber Samaipata verlassen, besuchen wir das örtliche Museum El Fuerte um dann mit diesem Eintritt noch zur Ruinenstätte El Fuerte de Samaipata zu gehen. Die Zufahrt ist aber heute bei Regen ziemlich schlammig, aber noch kein Problem für uns. Von da geht es immer weiter Richtung Santa Cruz wir halten noch zweimal. Die erste Station sind die Wasserfälle „Cuevas“ und danach fahren wir noch zur Lagune Vulcan hinauf. Dort könnte man zwar einen kleinen Spaziergang machen aber da wir hier vor dem 5 Stern Hotel nicht übernachten dürfen und es schon spät ist fahren wir weiter bis ins Zentrum von Santa Cruz wo wir ins erste uns bekannte Hotel gehen.

Nach dem Frühstück schauen wir uns in der Stadt Santa Cruz als erstes nach einer günstigeren Unterkunft um, was mit sicherem Parkplatz für das Fahrzeug nicht immer ganz einfach ist. Danach steht wieder einmal die Suche nach dem Impfstoff für die Tollwut Impfung auf dem Programm. Meistens ist dies nicht gerade einfach in einer neuen Stadt. So werden wir auch hier über 6 Stationen geschickt bis wir endlich am richtigen Ort sind. In Santa Cruz machen wir neben der Impfung noch einige andere Sachen. So lassen wir unsere Kameras einmal gründlich Reinigen schauen uns nach Dschungelhemden und Moskitonetzen um. Gleichzeitig erkunden wir das Stadtzentrum. Weiter machen wir hier einen Zoo Besuch welcher aber auch einen faden Beigeschmack hat, da die Tiere hier meist nur sehr kleine Gehege haben. Lohnenswert ist auch der Besuch des Botanischen Gartens ein bisschen ausserhalb der Stadt. Kulinarisch und Preislich haben wir uns in Santa Cruz querbeet Verpflegt. Von der Strassenküche, Buffet bis zur besten Pizza der Stadt.

Bei leicht regnerischem Wetter fahren wir, von Santa Cruz die Strasse welche wir gekommen sind retour bis Bermejo. Wo wir auf einen kleinen Weg abbiegen und hinauf Richtung Nationalpark Amboro fahren. Oben warten wir bis wir abgeholt werden. Denn hinunter dürfen wir nicht fahren und uns ist es eigentlich auch recht. Denn es geht steil und eng hinunter. Vorher werden wir aber noch über einen schlammigen Weg zu einem Bauernhof dirigiert, wo wir parkieren können. Schon jetzt hoffen wir, dass das Wetter ein bisschen besser wird. Sonst könnte es noch lustig werden, wie wir hier wieder weg kommen. Unten beim Refugio sind wir für heute die einzigen Gäste. Unsere Unterkunft befindet sich auf einer kleinen Wiese und um uns herum ist Dschungel und eine fantastische Berglandschaft. Nach dem Mittagessen machen wir mit unserem Guide Vincenze eine kleine Wanderung in der Umgebung, da wir ja im Regenwald sind muss es natürlich auch ein bisschen Regnen. Zurück gibt es schon bald wieder etwas Feines zu Essen. Nach der Erholsamen Nacht und dem Frühstück sehen wir bei der nächsten Wanderung, dass der Regen die letzten 24 Stunden die Bäche hat ansteigen lassen. Für die Morgentour ist dies noch kein Problem da wir diese nicht queren müssen. Am Nachmittag müssen wir dann den einen Bach aber mehrmals überqueren und da werden unsere Füsse Nass. Auf diesen Wanderungen finden wir auch eine Spinne, welche wir aber bis heute nicht identifizieren konnten. Am dritten Tag bekommen wir neben ein paar Wolken auch endlich die Sonne zu Gesicht. So gehen wir alleine zu einem der Aussichtspunkte welche wir Vorgängig mit unserem Guide besichtigt haben und machen da noch einmal bei Sonnenschein ein paar Fotos. Auf dem Weg dahin entdecken wir mitten auf dem Weg eine Schlange welche sich hier in der Sonne wärmt. Von da geht es weiter zu den Wasserfällen welche um das Refugio herum sind. Nach dem Mittagessen heisst es alles zusammen packen und wieder hinauf zu unserem Fahrzeug. Oben hat es immer noch ein schlimmes Schlammfeld aber mit ein bisschen rutschen und spulen kommen wir dann trotzdem runter vom Bauernhof. Aber wir merken deutlich unser Gewicht von gut 3 Tonnen. Nach ein paar zusätzlichen Fotos von hier oben hinunter zum Refugio und dem Nationalpark Amboro, fahren wir definitiv runter zur Hauptstrasse und von dort nach Samaipata, wo wir uns wieder auf den Camping La Vispera stellen.

Von Samaipata geht es am nächsten Tag weiter über die Routa 7 Richtung Norden. Aus der Asphaltstrasse (mit Schlaglöchern) wird nach der Ortschaft Comarapa eine Schotterstrasse. Da wir noch an der Grenze zum Nebelwald sind, regnet es noch Abschnittsweise und es wird schlammig. Bei der Kreuzung Totora und Cochabamba nehmen wir eine kleine Verpflegung am Strassenmarkt zu uns. Dort merkt Michael aber zu spät dass in der Sauce Spuren von Erdnüssen sind. So geht es nicht lange und der Magen fängt an zu rebellieren, da er sich gar nicht über diese erfreut. So fahren wir nicht mehr bis Totora sondern stellen uns ein paar Kilometer von der Kreuzung, leicht Blickgeschütz an einen Bach. Da es noch zu früh fürs Bett ist geht Pirmin noch einmal zurück zum Strassenmarkt um sich eine weiter Verpflegung zu holen. Was er mitbringt, zeigt sein Mitgefühl für seinen sich im Bett wälzenden Reisegefährten. Einen Sack voll Erdnüsse! Nach einer erholsamen Nacht geht es dann doch noch nach Totora. Aber bei dem schlechten Wetter ist uns nicht danach das kleine Kolonialstädtchen zu erkunden. Wir fahren nach kurzer Zeit schon wieder weiter, da die heutige Tagesetappe recht kurz ist, können wir uns bis zur Inka Ruine Incallatja ruhig Zeit lassen. Vor Ort schauen wir uns kurz beim Eingang um, aber da das Wetter noch nicht besser ist und wir eh hier übernachten wollen entschliessen wir diese erst am Morgen zu besichtigen. Schlechteres Fotowetter kann es morgen gar nicht geben. Als erste Besucher gehen wir am Morgen auf den Rundgang bei den Ruinen, früher war dies wohl eine mächtige Siedlung der Incas allein schon die Abmessungen des Hauptgebäudes lassen mit 25 x 78m aufhorchen. Nach dem Rundgang geht es heute noch bis nach Cochabamba. Dort heisst es wieder eine Unterkunft finden, wo wir auch unser Fahrzeug sicher abstellen können. Nach ein paar Anfragen bei verschiedenen Hotels und Hostels entschliessen wir uns für das Hostal Viaje Colonial. Vom Hostal aus besichtigen wir die nächsten Tage die Stadt. Wir sehen uns auf den Märkten und den diversen Parkanlagen um und gehen mit der Seilbahn auf den Hausberg der Stadt und besuchen dort die grosse Christus Statue. Unten werden wir von einem älteren einheimischen Pärchen kurz zu ihnen Eingeladen und so bekommen wir das alte Haus auch von ihnen zu Gesicht. Einen Abend gönnen wir uns im feinen Restaurant Paprika ein exzellentes 4 Gänge Menü und das für Schweizerverhältnisse äusserst günstig.

Nach den Tagen in Cochabamba fahren wir in einer längeren Tagesetappe direkt nach La Paz. Wir fahren nicht direkt hinein sondern ein paar Kilometer ausserhalb zum Hotel Oberland, wo sich eigentlich alle Reisende mit Fahrzeug auf dem Hoteleigenen Campingareal treffen. Dies hat noch den Vorteil, dass man sich ein bisschen tiefer und somit in wärmeren Höhenlagen befindet als die Stadt selbst. Vom Hotel Oberland sind es nur ein paar Meter zum bolivianischen Valle de la Luna. Dieses sieht doch deutlich anders aus als das Letzte, welches wir in der Argentinischen Provinz Jujuy besichtigt haben (siehe letzter Bericht 07-Abseits). Um an ein paar zusätzliche Informationen über La Paz und seine Sehenswürdigkeiten zu kommen, fahren wir mit dem Micro bzw. Minibus ins Zentrum. Nachdem wir uns informiert und einen kleinen Rundgang im Zentrum und auf dem Hexenmarkt (Calle de las Brujas) gemacht haben, geht es auch schon wieder zurück zum Camping. Im Hotel Oberland werden köstliche Speisen aus der Schweiz, wie z.B. Fondue, Rösti und so weiter angeboten. Wer schon beim Hotel Oberland ist, dem können wir unterhalb vom Dorf noch ein ähnliches Tal wie das Valle de la Luna empfehlen. Dieses ist Kostenlos, keine Touristen und eigentlich noch schöner. Man kann bis hinunter zum Bach laufen, dort hat es dann noch Blumenfelder.

Wir fahren für ein, zwei Tag aus La Paz heraus. Als erstes geht es ins Tal Hampaturi wo wir einen Wasserfall suchen welchen wir im Internet entdeckt haben. Diesen können wir dort zwar nicht finden aber der Wasserfall Kormini ist auch nicht schlecht. Vom Tal Hampaturi geht es direkt über den Berg, wo wir kurz unterhalb des Passes La Cumpre (La Paz – Yungas) in die grosse Strasse einbiegen. Oben biegen wir aber schon wieder von der Strasse ab und fahren eine kleine Schotterstrasse in ein Tal hinein und umfahren La Paz. Von da geht es nicht direkt ins Zongo Tal. Sondern wir biegen auf eine kleinere Bergstrasse ab, welche bis auf über 5200m.ü.M befahrbar ist. Von da ist es nur noch ein Katzensprung rauf zum Gipfel vom Chacaltaya bzw. zu zwei Gipfeln. 5395m.ü.M und dem Nachbargipfel 5421m.ü.M. Denn Sonnenuntergang verbringen wir oben und machen einige Fotos. Aber zum Übernachten ist es jetzt im Winter auf dieser Höhe sicher zu kalt. Also geht es vom ehemaligen Skigebiet runter bis ca. 4600m.ü.M wo wir im Dunkeln nahe der einsamen Strasse übernachten. Am Morgen geht es dann ins Zongo Tal. Hier wird ein Grossteil des Stroms für La Paz hergestellt. Dafür hat es Richtung Dschungel hinunter mehrere Wasserkraftwerke welche von 4700m.ü.M bis unter 1000m.ü.M verteilt sind. Vor und beim Pass Zongo hat man einen herrlichen Blick auf den 6000er Huayna Potosi (junger Berg). Nach dem wir das Tal ein bisschen hinunter gefahren sind, wird das Wetter bei der Baum- bzw. Dschungelgrenze schlechter. So entschliessen wir wieder zu kehren und durch La Paz hindurch zu den Ruinen Tiwanaku zu fahren. Wo wir am späten Nachmittag eintreffen und noch vor Schliessung das Gelände und die Museen besichtigen. Von da geht es noch einmal zurück nach La Paz und wieder zum Hotel / Camping Oberland.

Mit dem Mini- und Microbus fahren wir hinauf zum Valle de las Animas, einem weiteren kleinen Seitental von La Paz mit Erosionslandschaft. Oder versuchen es zumindest, denn anscheinend ist es für uns nicht dasselbe wie für die Einheimischen. So werden wir zu weit oben Raus gelassen und von da noch weiter hinauf geschickt. Von da entschliessen wir es selber zu suchen. Erschwerend hinzu kommt noch, dass wir unser Navi und die Handys im Landy gelassen haben. So können wir nur auf unser Gedächnis zurückgreifen. Am Schluss haben wir es für uns gefunden, mussten dafür einige Kilometer in zwei Tälern hinauf laufen und dazwischen der Strasse entlang. Einen Tag vor dem Feiertag Dia de La Paz machen wir noch eine kleine Besichtigung von La Paz hierzu benützen wir die Seilbahnen welche einzelne Stadtteile miteinander verbinden. Im Zentrum bekommt Michael dann noch die letzte Tollwut Impfung. Damit ist hoffentlich das Kapitel Hundebiss abgeschlossen.

Den Feiertag verbringen wir nicht in La Paz sondern fahren raus aus der Stadt, an die Copacabana, dem Original und nicht dem billigen Abklatsch in Rio de Janeiro. Denn der Strand in Brasilien wurde nach dem Wahlfahrtsort in Bolivien benannt. Vorher müssen wir aber noch über eine Engstelle des Sees rüber zur Halbinsel. Dies geschieht mittels Holzponton welches auf der Überfahrt stark schwankt und sich verwindet. Aber wir alle kommen Heil auf der anderen Seite an. In Copacabana schauen wir uns am ersten Abend kurz um und essen direkt unten am Strand bei einem kleinen Fischbrater unser Nachtessen. Morgens heisst es früh aufstehen und mit dem ersten Boot rüber zur Isla de la Sol wo wir einen Wandertag einlegen. Die Überfahrt dauer geschlagene 2.5 Stunden dann haben wir den Nördlichen Hafen der Insel erreicht. Von da geht es hinauf auf den Hügel, wenn man dem noch so sagt, dieser liegt schliesslich auch auf über 3800m.ü.M. Was auch den ganzen Tag auffällt, die Inselbewohner sind sehr geschäftstüchtig. Überall hat es Kioske und Souvenirverkäufer. Weiter muss man Eintritt für den Norden und später für den Süden bezahlen. Und auf dem Weg dahin auch noch für den Wanderweg Unterhalt. So kommen wir mit der Überfahrt für zwei Personen auf 150 Bolivianos ohne dass wir etwas konsumiert haben. Ansonsten ist die Insel sehr schön zum Wandern und auch der Blick über den Titicacasee auf die Gebirgskette Cordillera Real ist nicht zu verachten. Schön anzuschauen waren auch die vielen Einheimischen die in ihren bunten Kleidern beim ausbessern des Weges anzutreffen waren. Wieder zurück in Copacabana gehen wir zuerst wieder ins „Fischrestaurant“ am Strand damit wir dann auf den Sonnenuntergang noch hinauf auf den Cerro Calvario können.

Heute steht wieder einmal ein Grenzübertritt an. Kurz nach der Ortschaft Copacabana kommt der kleine Grenzübergang nach Peru. Die Formalitäten sind schnell geregelt, bis auf die Fahrzeugversicherung für Peru. Diese bekommen wir erst in Puno, welches aber noch ca. 140 km weit weg ist. Nach einer kurzen Diskussion und einem kleinen Trinkgeld können wir trotzdem mit unserem Fahrzeug weiter fahren. Alternative wäre gewesen mit dem Bus oder Taxi nach Puno und dort zuerst die Versicherung lösen! Diese Geschichte hören wir dann auch noch von anderen Reisenden. Also möglichst schnell und ohne Unfall nach Puno. Dort geht es zuerst zur Touristen Information, wo wir nach einem Büro für die Versicherung (SOAT) fragen und ein paar Infos zu den Inseln der Urus einholen. Das Büro der Versicherung ist zum Glück auch am Samstag kurz nach Mittags noch offen. So können wir dieses Thema schon nach kurzer Zeit für Peru abschliessen. Wir finden für uns im Zentrum ein günstiges Hotel mit Parkplatz. Die andere Option von der wir gehört haben ist etwas ausserhalb, teurer und man schläft trotzdem im eigenen Fahrzeug. Von Puno aus machen wir einen Tagesausflug zu den schwimmenden Inseln der Urus und auf die Insel Taquile. Aus dem Totora Schilf aus welchem die Urus die schwimmenden Inseln erstellen, werden hier auch Boote und Häuser erstellt. Neben der Fischerei leben sie heute hier anscheinend hauptsächlich von den vielen Touristen welche hier Tagtäglich hinaus gefahren werden. Die Insel Taquile ist für seine qualitativ hochstehende Weberei und Stickerei bekannt. Das Spezielle hier: das Spinnen, Weben und Stricken wird hier vor allem von den Männern durchgeführt. Aber ansonsten leben auch hier viele von den Touristen. Auch wenn dieser Tagesausflug zum Teil wie eine Kaffeefahrt aufgebaut ist, so erlebten wir doch einen schönen und interessanten Tag bei den Urus und auf der Insel Taquile.

Da in Puno praktisch jedes Restaurant Pizzas anbietet, können wir es nicht lassen und genehmigen uns auch eine Pizza. So haben wir in jedem Land welches wir in Südamerika bereist haben auch schon eine Pizza gegessen. Nach einem zusätzlichen Tag in Puno geht es über die Ruinen Sillustan und Nebenstrassen zum Canyon Tinajari. Wo wir vor dem Museum übernachten können. Das kleine Museum beherbergt ausgestopfte Tier aus der Region, welche stolz vom Hobby-Präparator präsentiert werden, nur der Puma und der Kondor fehle ihm noch. Mit einem kleinen Trinkgeld verabschieden wir uns von ihm. Bevor wir von hier weiterfahren besichtigen wir hier noch die Umgebung des Canyons, welche hier einige schöne Felsformationen zu bieten hat. Von da machen wir noch einen weiteren Abstecher vor Cusco. Wir besichtigen noch die einzige noch funktionstüchtige Hängebrücke der Inkas. Die Qu’eswachaka Brücke welche mit 28m Länge den Fluss überspannt, sie besteht vollständig aus geflochtenem Gras. Diese wird einmal im Jahr wieder frisch errichtet.

 Kurz vor Cusco wollen wir noch die Ruinenanlage Tipon besichtigen. Da machen wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Peruanischen Eintrittssystem um Cusco. Man kann nur zwischen zwei Varianten wählen. Eine Zwei Tägige und eine zehn Tägige für X-Ruinen und Museum und das Ganze für stolze 70 bzw. 130 Soles. Einen Einzeleintritt gibt es hier nicht. Aber uns stört momentan vor allem die zeitliche Beschränkung. Da wir nicht genau wissen wie lange wir in Cusco bleiben. Und zuerst nach Norden um die Interessanteren Ruinen anzuschauen, wollen wir auch nicht. Da wir ja nach Cusco eh in diese Richtung fahren. Ein paar Tage zusätzlich wollen sie uns auch nicht gewähren. Dabei wäre dies gar kein Problem gewesen. Einfach auf das Ticket ein anderes Datum und wir hätten ein bisschen mehr Zeit gehabt. Auch für ein Trinkgeld wollten sie uns nicht auf die Anlage lassen. So verabschieden wir uns vom unflexiblen und unfreundlichen Kassier und der Kassiererin. In Cusco geht es oberhalb der Ortschaft auf die Campinganlage Quinta Lala. Von hier oben besuchen wir über die nächsten Tage mehrmals das Zentrum von Cusco. Als erstes schauen wir uns auf dem Hauptplatz dem Plaza de Armas um. Nach dem Besuch beim Informationsbüro gehen wir ins kleine aber feine Choco Museum. Hier lässt sich Pirmin inspirieren, selber Schokolade zu machen. So organisiert er ein paar Zutaten und macht sich in der kleinen Küche auf dem Campingplatz ans Werk. Wir haben ja schon vom Eintrittssystem um Cusco ein bisschen gesprochen, ganz ausweichen können wir diesem System nicht. Da wir doch noch ein paar Sachen sehen wollen, welche dort integriert sind. So kaufen wir zwangsläufig auch dieses „Boleto Turistico del Cusco“. Mit diesem Besuchen wir in Cusco selber folgende Museen: Museum of Regional History, Museum of Popular Art, Museum Sito Qorikancha, Monument Pachakuteq und die Inkafestung Saqsaywaman welche sich direkt neben dem Campingplatz befindet. Die zum Teil riesigen Steine in der Maueranlage welche präzise ineinander verarbeitet wurden sind bis zu 7o Tonnen schwer. Aber am meisten Freude machen die natürlichen Rutschbahnen im hinteren Teil der Anlage. Da ja noch Feiertag war in Peru mussten wir bzw. Pi noch einmal extra für den Eintritt nach Machu Picchu hinunter und 1.5 Stunden in der Sonne anstehen. Da wir dies nicht vorher während des Feiertages machen konnten, als wir sowieso unten waren, da diese Behörde für zwei Tage geschlossen hatte, obwohl alles andere auch während des Feiertages offen hatte.

Da wir nun dieses Billet für die verschiedenen Archäologischen Stätten bzw. Museen haben, ist für uns auch schon klar was wir die nächste Zeit machen bis wir dann in ein paar Tagen bei der Touristen Hochburg Machu Picchu sind. So dass ist es auch schon wieder, wir werden ja sehen was wir alles erleben und welche Sehenswürdigkeiten wir noch so bis zum nächsten Mal antreffen werden. Bis zum nächsten Bericht.

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