07-Abseits

Von Salta fahren wir über die Routa 9 und San Salvador de Jujuy nach Purmamarca. Die enge Strasse vor Jujuy wäre bei Sonnenschein vermutlich nicht nur schön sondern fantastisch. Sie schlängelt sich in einem schönen Nebelwald den Hang hinunter nach Jujuy. San Salvador de Jujuy lassen wir fürs erste links liegen. In Purmamarca machen wir das obligate Foto vom Dorf und dem farbigen Berg welcher jetzt bei Bewölkung und den versperrten Strassen nicht sehr schön aussieht. Sowieso ist uns dieses kleine Dorf viel zu Touristisch. So fahren wir nach diesem kurzen Stopp weiter hinauf in die Berge bis zur Salinas Grandes einem schönen Salzsee, wo wir übernachten. Nach der herrlichen Nacht auf dem Salzsee werden wir am Morgen nach der Bewilligung gefragt. Der ganze Salzsee soll anscheinend eine Mine sein und man brauche eine Bewilligung um sich auf diesem aufzuhalten! Wir haben diese natürlich nicht. Da wir eh schon alles gemacht haben, was wir wollten, können wir ohne Probleme sagen, dass wir weiterfahren und verabschieden uns von diesen Personen. Bei Susques biegen wir auf die Routa 40 ab und fahren entlang dieser bis zum Valle de la Luna 1. So bezeichnen wir es jetzt einmal, da anscheinend jedes Land mindestens ein solches Mondtal hat und wir noch mehr solche besichtigen werden auf unserer Reise. Über eine kleine Nebenstrasse fahren wir am nächsten Tag bis zur Laguna de los Pozuelos, wo wir aber zuerst einmal die Zufahrtstrasse suchen müssen. Als wir diese endlich gefunden haben ist bei der Rangerstation niemand vor Ort. So fahren wir ohne Registration zur Lagune. Dort beobachten wir zuerst einmal die Vögel und auch die verschiedenen Flamingos. Nicht zu vergessen die Lamas und die hier weidenden Vikunjas.

 

Nach einer kalten Nacht bei der Lagune fahren wir am Morgen noch einmal bei der Rangerstation vorbei und sagen Guten Tag. Dort erfahren wir bei einer netten Unterhaltung dass es eigentlich nicht erlaubt ist bei der Lagune zu übernachten! Weiter erzählt er uns noch vom nördlichen Teil der Lagune und wo die Zufahrt sein soll. Aber als wir die beschriebene Strasse abfahren, können wir die Zufahrt nicht finden und fragen uns schon ob es diese auch wirklich gibt. So geht es ohne Besichtigung des nördlichen Teils weiter bis nach La Quiaca und Yavi wo wir uns kurz umschauen. Da uns diese Ortschaften nicht sehr zusagen, fahren wir weiter westlich über den Pass Abra de Lizoite nach Santa Victoria. Dort suchen wir uns zuerst einmal einen Weg durchs Dorf. Dieses ist hier steil und mit engen Gassen ins Tal gebaut. Unseren Schlafplatz finden wir direkt nach dem Dorf in einem Bachbett. Über einen kleinen und wohl selten befahrenen Pfad fahren bzw. suchen wir den Weg nach Nazareno. Der Weg geht steil Bergauf und ab. Bachdurchfahrten und Serpentinen mit grossen und kleinen Steinen auf dem Pfad. All dies scheint noch nicht genug, so hat es viele kleinere und grössere Hangrutsche welche wir passieren müssen. Nach einer Abzweigung kommen wir wieder an einen solchen, dieser ist aber nur für Fussgänger bzw. Motorräder ausgebessert und es würde sehr viel Arbeit geben diesen für uns befahrbar zu machen. So kehren wir um und schauen uns bei der Abzweigung den anderen Weg an. Für wenige Meter scheint dieser viel besser zu sein. Aber es vergeht kein Kilometer da stehen wir schon wieder an einem Hangrutsch. Dieser könnte aber knapp passierbar sein. Nach einer Diskussion wie weiter entscheiden wir uns, wir versuchen es. Das linke vordere Rad voll am Hang und das rechte hintere knapp am Abgrund. Trotzdem brechen die Steinplatten, welche wir noch zur Verbesserung aufgestapelt haben. Aber wir sind auf der anderen Seite. Hoffentlich ist dies die letzte schlimme Stelle. Wissen können wir dies erst wenn wir auf der nächsten Hauptstrasse sind. Über einen 4700m.ü.M hohen Pass erreichen wir schliesslich die Hauptstrasse nach Nazareno. Jetzt noch einmal auf die Passhöhe des Abra Fundición dann geht es nur noch hinunter nach Nazareno. Die letzten 1200 Höhenmeter hinunter nach Nazareno sind über unzählige Serpentinen im steilen Bergmassiv zu bewältigen. Nach dieser nicht immer einfachen überfahrt beziehen wir unser Nachtlager direkt unterhalb des Dorfplatzes von Nazareno. Am nächsten Tag geht es wieder über den Pass Abra Fundición mehr oder weniger direkt nach Abra Pampa. Dort halten wir bei einem Hotel welches eine Schweizer Fahne aufgehängt hat. Wir unterhalten uns einige Zeit mit dem 72 jährigen Walter, welcher hier vom Hotel Rincon Suiza Mitbesitzer ist. Wir übernachten direkt vor dem Hotel dafür speisen wir im Restaurant des Hotels. Es gibt zwar nur ein Menü aber wir sind nicht wählerisch und was uns aufgetischt wird schmeckt uns sehr und über den Preis können wir uns auch nicht beklagen. Von Abra Pampa aus machen wir noch einen kleinen Abstecher zu einer Felsformation welche uns Walter am Vortag schmackhaft gemacht hat. Nach einigen Versuchen finden wir den richtigen Feldweg und erreichen die Felsformation. Zu Fuss besteigen wir diese und machen einige Fotos. Zurück in Abra Pampa suchen wir noch den Weg zur grossen Sanddüne welche wir gestern bei der Hinfahrt gesehen haben. Aber am Schluss müssen wir uns mit der kleineren Sanddüne begnügen, welche auch schon recht gross ist. Nach einer weiteren Nacht vor dem Hotel gehen wir noch einmal zur kleineren Sanddüne, da jetzt am Morgen das Licht besser ist als am Abend. Michael besteigt die Sanddüne und Pirmin umrundet unten die Lagune. So haben wir von unten und oben Fotos.

 

Weiter südlich biegen wir nach Iruya ab, über einen knapp 4000m.ü.M. hohen Pass. Kurz nach der Passhöhe nehmen wir für einmal Passagiere mit. Eine Mutter mit ihrem Baby will in Iruya ins Örtliche Spital wegen einer möglichen Erkältung, was hier bei der Bauweise sicher keine Seltenheit ist. Keinen Kilometer später sehen wir noch die Folgen eines Unfalles. Ein Fahrzeug steht steil im mit Serpentinen bespickten Hang und wird von einem Lastwagen gesichert bzw. geborgen. Bis zur Ortschaft erzählt die Frau uns mehr über Iruya und die vielen Touristen und das bevorstehende Wahlwochenende. Es gibt mehrere Tage ein Fest und am Sonntag ist alles gratis damit die Leute ins Dorf hinunter kommen für die Wahlen. In Iruya müssen wir dann Überzeugungsarbeit leisten damit der Beamte uns durchs Dorf durchfahren lässt. Damit wir uns nach den engen Gassen vom Dorf in der Nähe des Baches ein Stellplatz für die Nacht suchen können. Nach einem Abstecher ans Fest und einer erholsamen Nacht, fahren wir wieder zurück über den Pass zur Asphaltierten Strasse. Weiter südlich bei Humahuaca machen wir einen Abstecher zur farbigen Felsformation Hornocal und machen ein paar tolle Fotos. Dann geht es noch bis Tilcara wo wir uns nach einer Übernachtungsmöglichkeit umschauen. Aber bevor wir uns definitiv auf den Campingplatz stellen, gehen wir noch hinauf zum Wasserfall Gargante del Diablo. Und laufen dort den kurzen Weg in der Schlucht ab. Am Abend schauen wir uns im Zentrum um und essen bei drei verschiedenen Restaurants jeweils etwas Kleines bis wir am Schluss auch genug haben.
Dann geht es zügig nach San Salvador Jujuy wir fahren dieses Mal in die Stadt hinein. Dort machen wir einen kleinen Spaziergang im Zentrum und ein paar Besorgungen. Lange bleiben wir aber nicht und fahren schon einige Stunden später wieder weiter. Unser Ziel für heute ist der Nationalpark Calilegua. Auf den gut ausgebauten Strassen bis Libertador General San Martin kommen wir zügig voran und biegen dort zum Nationalpark ab. Dort angekommen scheint der Park und der Campingplatz geschlossen. Wir bleiben trotzdem auf dem Campingplatz und grillieren unser saftiges Fleisch an einer Grillstelle. Seit gestern hat sich die Gegend Total geändert. Waren wir bis gestern noch in den Hochebenen und im Gebirge unterwegs, so sind wir heute auf bis 400m.ü.M. hinunter gefahren und sind jetzt beim Ausläufer des Yungas Regenwaldes. Hier müssen wir uns jetzt mit Mücken und Moskitos herumärgern. Da der Park geschlossen ist fahren wir am nächsten Tag schon wieder weiter. Während einer Kaffeepause bei einer Tankstelle werden wir dann von einem Tankwagen eingeschlossen. Erst nachdem der Lkw seine Ladung abgepumpt hat, wird die Tankstelle wieder freigegeben und wir können weiter Richtung Bolivianische Grenze fahren. An der Grenze geht alles glatt und wir erhalten ohne Probleme unsere 90 Tage Visum für Bolivien, nicht wie befürchtet erst einmal 30 Tage. So bleibt es uns erspart diese verlängern zu müssen. Bei der Grenzstadt Bermejo beziehen wir dann noch schnell Geld am Bankomaten. Dann geht es mehr oder weniger entlang des Grenzflusses immer weiter Richtung Norden. Auf halber Strecke nach Tarija biegen wir aber noch einmal nach Argentinien ab. Dieses Mal aber ohne Zoll den diesen Teil von Argentinien erreicht man mit dem Fahrzeug nur über Bolivien. Bei der Ortschaft Los Toldos fahren wir ins Naturreservat Nogolar de los Toldos und stellen unser Fahrzeug auf dem kleinen Camping- und Picknickbereich ab. Am Morgen informieren wir uns im Dorf über das Naturreservat und den Nationalpark Baritú welcher rund 30 km südlicher beginnt. Nach ein paar spärlichen Informationen nehmen wir den abenteuerlichen Weg in den NP Baritú in Angriff. Für die 26km Dschungelweg bis zum Bach welcher an den Park grenzt brauchen wir gute zwei Stunden. Da stellen wir unser Fahrzeug vor der Hängebrücke ab, da man momentan nur mit einem Traktor über den Bach kommt. Zu Fuss schauen wir uns ein bisschen um, bei der nahegelegenen Rangerstation erhalten wir auch nicht viel mehr nützliche Informationen. Nur das wir auf dem Camping übernachten dürfen. In dieselbe Richtung sind auch noch Thermalbäder angegeben. Bevor wir unser ganzes Gepäck ausräumen schauen wir uns zumindest einmal den Campingbereich an. Dieser ist nach ca. 15 Minuten erreicht aber macht keinen sehr einladenden Eindruck alles ist überwachsen es ist anscheinend ein richtiger Dschungel Campingplatz. Nach weiteren 30-45 Minuten dem Weg entlang auf der Suche nach dem Thermen kehren wir erfolglos wieder um. Zurück und nach einer kleinen Stärkung schauen wir uns noch weiter um und folgen auch noch den anderen Wegen. Aber diese sind schnell in einem schlechten Zustand und enden einfach irgendwo bei einem Bach, Erdrutsch oder sind überwachsen. Unser Fazit für den Park: super schöne grüne Landschaft mit Bäumen bewachsenen Berghängen, vielen Schmetterlingen, Wanderwege werden nur vereinzelt unterhalten und der Campingplatz hatte vermutlich schon länger keinen Gast mehr. Die Thermen: Zurück in Los Toldos sind wir dann mehrfach auf diese angesprochen worden und vorgeschwärmt wie schön und einmalig die seien. Und dass es ca. 1.5 Stunden Fussmarsch wären. Aber leider bekommen wir diese Informationen erst jetzt wo wir wieder zurück im Naturreservat in Los Toldos sind. Also wer einmal in der Gegend ist macht bitte für uns ein Foto. Im Naturreservat schauen wir uns auch noch um aber auch hier sind die Wege schon länger nicht mehr Unterhalten worden und bei der historischen Mühle ist auch das Dach eingestürzt. So scheint es, dass hier wirklich die Thermen das absolute Highlight sind.

 

Nach diesem kleinen Abstecher nach Argentinien geht es nun definitiv nach Bolivien. Wir fahren bis nach Tarija hier machen wir uns erst einmal mit Bolivien vertraut. Obwohl für uns sieht diese schöne und gepflegte Ortschaft nicht ganz nach dem typischen Bolivien aus! Vieles ist recht europäisch, einzig die Preise auf dem Strassenmarkt sind anders.
Ein weiterer Zentraler Punkt wird hier in Bolivien das Tanken werden, weil für Ausländer ein anderer Preis gilt und der Tankwart zusätzlich Quittung / Formular mit der Differenz ausfüllen muss. So weigern sich z.B. einige Tankstellen Ausländer zu bedienen und wiederum andere kann man auf einen Mittelweg runterhandeln und man bezahlt einen mittleren Preis, ohne Quittung. So hat der Tankwart ein Trinkgeld und wir kommen trotzdem relativ günstig zum Treibstoff. Die beste Variante, dass wir auch nur den einheimischen Preis zahlen, haben wir bisher noch nicht erlebt. Nach einer Nacht am Zufluss des nahen Stausees, besichtigen wir noch einmal Tarija. Die Stadt gefällt uns sehr. Alles ist lebendig und überall ist fleissiges Treiben, ganz anders als zuletzt in Argentinien, wo man sich fragte was die Leute hier den ganzen Tag machen. Zur Siesta Zeit fahren wir aus der Stadt hinaus und ins Hochland von Bolivien. Unser erstes Ziel das Reservat Cordillera de Sama wo wir uns ein Platz für die Nacht suchen. Sowie die Lagunen anschauen. Auf mehreren Infoschildern sehen wir Hinweise das man hier Fische fangen kann, so fahren wir an diese Lagune und machen uns bereit zum Fischen gerade als wir beginnen wollen, kommt ein Einheimischer und fragt nach der Bewilligung! Und sagt hier ist es nicht erlaubt zu fischen. Er versucht jemanden zu erreichen, und notiert unsere Autonummer, diese will er nach Tarija melden! Da wir hier eh nicht fischen dürfen fahren wir noch ein bisschen weiter an eine sehenswertere Lagune wo wir auf dem Parkplatz für die Nacht parkieren. Kurz nach dem Nachtessen kommt dann auch noch der Parkranger und informiert sich über uns und macht mit uns ein Foto. Am Morgen fahren wir über Berge und durch Schluchten nach Tupiza wo wir bei einem Hotel nach dem Zimmerpreis fragen. Hier in Bolivien sieht es schlecht aus mit Campingplätzen, so muss man sich hier halt etwas anderes suchen. Für etwa 20 Fr. beziehen wir im Hotel ein Zimmer, Pool und Dusche Inklusive. Am Abend schauen wir uns in der Ortschaft um. Auch hier in dieser Ortschaft ist wieder relativ viel los auf den Strassen und man bekommt einiges zu sehen. Nach einer erholsamen Nacht im Hotelbett freuen wir uns auf unser erstes Frühstücksbuffet seit mindestens einem halben Jahr. Auf dem Markt decken wir uns noch mit Frischwaren ein und fahren dann wieder weiter. Für die nächsten Tage heisst es Richtung Westen zum Vulkan Uturuncu und der Lagunen Route.
Die letzten Tage sind wir nun zwischen 4000-4700m.ü.M. gefahren über mehr oder weniger gute Strassen oder besser gesagt Wege. Einmal am späten Abend wurden wir auch noch gebeten Starthilfe zu geben. Aber das Überbrücken hat nichts gebracht der Motor wollte einfach nicht starten.

 

Aber am meisten haben wir uns ab der Signalisation gefragt. So sind wir einmal mehrere Kilometer in die falsche Richtung gefahren und einfach nicht näher zur Lagune Celeste gekommen, welche am Anfang des Weges auf dem Schild stand. Zurück haben wir gesehen dass das Schild etwa um 100m am falschen Ort stand. Nach dieser Irrfahrt haben wir dann doch noch den Weg zur Lagune Celeste gefunden, welche sich direkt unterhalb des Vulkanes Uturuncu befindet. Am Morgen geht es kurz zur Lagune hinunter, um dann über steinige und holprige Wege nach Quetena Chico zu fahren. Dort klären wir die Zufahrt zum Vulkan Uturuncu und wo wir Diesel bekommen. Beim Uturuncu Hotel erhalten wir die nötigen Informationen und erfahren auch das man nur mit einem Guide auf den Vulkan darf bzw. kann. So organisieren wir für den nächsten Tag einen Guide und für die Nacht ist so auch schon ein Platz gefunden. Noch während es dunkel ist, stehen wir am Morgen auf. Als erstes schauen wir ob wir den Motor starten können und das Additiv im Diesel wirkt. Ohne Probleme springt der Motor an. So sind wir bereit um auf den Vulkan Uturuncu zu fahren. Wir fragen noch ob die Wolken welche wir im Dunkeln erkennen ein Problem seien. Es heisst kein Problem. So fahren wir mit dem Guide auf dem Beifahrersitz zum Vulkan. Kaum sind wir in der Ebene beginnt es schon zu schneien. Und wir fragen uns ob dies ein Problem ist. Der Guide sagt kein Problem, also fahren wir immer weiter hinauf auf den Vulkan. Zwischendurch kommt es uns so vor als wäre dem Guide nicht ganz so wohl, dass wir mit unserem Fahrzeug auf dem immer weisseren Weg, so leicht den Hang hinauf kommen. Und im wohler wäre wir kämen schon viel früher nicht mehr vorwärts. Aber da macht er sich völlig falsche Hoffnungen den unser „Kletteräffchen“ kommt auch bei solchem Wetter bis zur definitiven Endstation im Winter auf 5549m.ü.M. bis zu einem Eisfeld welches nur im Sommer passierbar ist. So sieht es momentan aus, dass diese Höhe der höchste Punkt unseres Fahrzeuges sein wird, welches es je anfährt. Bei Schnee und starkem Wind laufen wir noch bis zum Sattel zwischen den zwei Vulkanspitzen. Weiter währe heute vermutlich Lebensgefährlich denn ab hier geht es nun zusätzlich noch steil, steinig und mit stärkerem Wind den Hang hinauf zum Krater welcher auf einer Höhe von 6008m.ü.M. wäre. Für uns hat es heute nur bis auf 5775m.ü.M. gereicht. Bei schönem Wetter wäre aber das Gipfelfoto sicher machbar gewesen. Bis zum Sattel hatten wir weniger Mühe als unser Guide, zumindest kam es uns so vor. Zurück beim Fahrzeug gibt es noch ein paar Fotos von unseren Gesichtern wie diese vom Schnee und Wind bearbeitet wurden. Jetzt sitzen wir zwar wieder im Fahrzeug. Aber auf dem Weg hat es jetzt natürlich deutlich mehr Schnee als vorher. So können wir die Abfahrt sicher nicht auf die leichte Schulter nehmen und müssen höllisch aufpassen. Weiter unten lockert es ein bisschen auf und wir haben einen herrlichen Blick über die verschneite Landschaft. Unten bleiben wir noch für eine Nacht beim Hotel. Dieses Mal aber nehmen wir uns ein Zimmer und können uns ein bisschen ausbreiten. Schon am nächsten Tag ist wieder bestes Wetter und alle Berge sind jetzt weiss.

Nachdem wir noch Brot im Dorf gefunden haben und uns vom Besitzer des Hotels verabschiedet haben, fahren wir zur Lagunen Route. Da uns erzählt wurde dass der eine Weg noch aus der Steinzeit ist nehmen wir die westlichere Route und fahren somit ein Stück doppelt. Auch hier ist die Landschaft um uns herum weiss verzuckert. Und auch die Strassen sind z.T. schneebedeckt. Bei der Therme an der Lagunenroute machen wir eine Pause. Aber nur um ein paar Fotos zu machen. Das Bad im warmen Wasser verschieben wir auf morgen bzw. übermorgen. Von der Therme geht es zu den Lagunen Blanca und Verde. Wo wir oberhalb der Lagune Verde mit Blick zum Vulkan Licancabur unser Nachtlager aufschlagen. In der Nacht wird es bitterkalt, so kalt wie noch nie. Die Batterien im Thermometer haben auch zu kalt und schalten so die Speicherfunktion aus. So sind es als wir aufstehen -16.4°C Grad auf dem Thermometer und um die Mittagszeit immer noch -2°C Grad. Mit Mühe fahren wir mit kaltem Motor zurück zur Therme, wo wir übernachten und am Morgen ein angenehmes Bad im warmen Wasser nehmen. Nach einem Zwischenhalt beim Thermalfeld Sol de Manana wo wir uns nur kurz aufhalten, da es uns zu kalt und zu windig ist, fahren wir noch kurz bei einer Mine auf ca. 5000m.ü.M. vorbei. Hier wäre auch die Aduna (Zoll) für Fahrzeuge aus San Pedro de Atacama Chile. Wir müssen aber nicht das Fahrzeug verzollen sondern fragen ob es möglich wäre Diesel zu kaufen. Nach einer kurzen Abklärung bekommen wir leider einen negativen Bescheid. So hat schon einmal der erste Typ nicht geklappt. Über die Hochebene mit vielen Schneeverwehungen geht es zur Lagune Colorado. Dort bei der Halbinsel sehen wir viele Flamingos und auch noch Lamas so haben wir eine super Kombination für unsere Fotos. Nach einiger Zeit auf der Halbinsel der Lagune geht es zur Parkgrenze und von dort weiter zum Arbol de Piedra einem Felsen der ähnlich wie ein Baum aussieht. Auf einem sehr schlechten Weg geht es an mehreren Lagunen vorbei bis wir spät am Abend, oberhalb einer Lagune unser Lager beziehen.

 

Der nächste Tag steht mehr oder weniger im Zeichen vom Treibstoff. Da wir seit Tarija keinen Treibstoff mehr bekommen haben, müssen wir uns jetzt unbedingt nach diesem umschauen. Alle Tipps haben bis jetzt nichts geholfen. So bleibt als letzte Option den Weg nach San Cristobal auf uns zu nehmen und zu hoffen dass wir an der dortigen Tankstelle Diesel bekommen. Aber als erstes heisst es dort warten. Die Tankstelle scheint Siesta zu machen und niemand ist um die Mittagszeit vor Ort. Nach ca. einer Stunde kommt einmal einer vorbei, dieser hat aber anscheinend keine Schlüssel für die Zapfsäulen so müssen wir noch länger warten. Aber wir bekommen wenigstens ein bisschen Unterhaltung in Form von 7 Arbeitern, welche alle gemeinsam zum Tanken kommen. Oder werden so die Leichen entsorgt (siehe Bild). Nein, einer ist am Schlafen hinten im Fahrzeug.

Durch einen Gedankenfehler des einen Tankwartes bekommen wir dann den Diesel schlussendlich sogar günstiger als am Anfang abgemacht und lassen den Tank darum auch ganz auffüllen. Wir fahren den ganzen Weg zurück und dann zur Lagune Canapa. Auf dem Weg dorthin machen wir noch einen kleinen Stopp beim Valle de Rocas, wo wir noch einen Felsen ähnlich wie den Arbol de Piedra fotografieren. Am Morgen geniessen wir zuerst einmal die Ruhe bei der Lagune, aber diese wird dann von den Tourenjeeps jäh Unterbrochen, wir sind auf einmal von Touristen umzingelt. So machen wir uns auch auf den Weg. Über die Salzfläche der Salar de Chiguana mit einer unerwarteten Zufallsbegegnung und der Ortschaft San Juan geht es zu einer kleinen weniger benutzten Auffahrtsrampe der Salar de Uyuni. Ein paar Kilometer vor der Auffahrtsrampe nahe der Ortschaft Aguaquiza gibt es noch einen Zwischenstopp bei einer Höhle welche wohl als Friedhof diente, der Grutas de las Galaxias. Dann bei der Rampe fahren wir nicht mehr direkt auf die Salar de Uyuni (den grössten und höchsten Salzsee) hinaus. Sondern Übernachten vor der Auffahrtsrampe. Am Morgen nach einem kleinen Spaziergang auf den Hügel kommt doch tatsächlich noch ein Tourenjeep von der Salar über diese kleine Rampe. Dieser gibt uns noch ein paar Hilfreiche Tipps, wie wir zu fahren haben, damit wir zwischen den kleinen Inseln nicht stecken bleiben.

 

Wir fahren also langsam auf die Salar hinaus welche immer weisser wird. Am Anfang hat es noch einige nassere Stellen so dass wir jetzt schon wissen nachher braucht unser Fahrzeug eine gründliche Reinigung. Erste Station ist die kleine Touristische Insel Isla Incahuasi. Dort kann man direkt mit dem Fahrzeug „anlegen“. Wir machen den kleinen kostenpflichtigen Rundgang auf der Insel und blicken von dort auf die riesige weisse Salzfläche. Übernachten wollen wir aber nicht hier, wo es viele Touristen hat. Sondern fahren weiter zu einer grösseren Insel, der Isla Pescado. Hier schauen wir mehrere Plätze an, wo wir übernachten könnten. Schlussendlich machen wir es so, dass wir zuerst im Windgeschützen Platz bleiben. Dort Essen und den Sonnenuntergang anschauen. Danach um parkieren und so am Morgen direkt vom Fahrzeug aus wieder den Sonnenaufgang beobachten können.

Unser heutiges Ziel ist der Vulkan Tunupa welcher man von der Salzfläche aus schon von weitem sehen kann. Wir fahren also immer weiter Richtung diesem und fahren unterhalb über eine Rampe wieder an Land. Von da geht es über eine kleine, steile und sehr steinige Strasse immer mehr den Berg hinauf. Etwas unterhalb des Aussichtspunktes ist dann Schluss mit vorwärtskommen und wir müssen einsehen, dass es nichts bringt hier noch weiter hinauf zu fahren. Zu steil, zu enge Kurven und zu sandig. Also ein bisschen zurück an einen sicheren Ort. Und dann von dort zu Fuss die letzten Höhenmeter bis zum Aussichtspunkt auf den Vulkan und die Salar de Uyuni. Wenigsten haben sich die Anstrengen zu Fuss und mit Fahrzeug hier hinauf gelohnt. Denn die Aussicht ist Atemberaubend.

 

Wieder unten geht es zurück auf die Salzfläche. An einer schönen Stelle machen wir auch noch ein paar sogenannte Spassfotos. Für viele Sachen müsste man aber mindesten zu dritt sein um diese Umsetzten zu können so begnügen wir uns mit einigen Ideen welche wir zu zweit umsetzen können. Diese Nacht verbringen wir irgendwo mitten auf der Salzfläche. Von dort geht es am Morgen zum Illegal erbauten Salzhotel und dem Fahnenpark. Sowie einer Statue welche für die Rally Dakar erstellt wurde.

Ab hier ist es nicht mehr weit bis zur Rampe um wieder an Land zu kommen und nach Uyuni. Dort schauen wir als erstes bei einer Autowäsche vorbei um unserem Landy etwas Gutes zu tun. Nach der Grobwäsche fällt dann aber zuerst einmal der Strom aus. Die Besitzerin meint es kann jetzt zwei Stunden dauern darum sollen wir doch später noch einmal kommen. So schauen wir uns in der Ortschaft um fragen uns nach dem Zugsfriedhof durch. Später nachdem auch die Waschaktion abgeschlossen ist und unser Landy wieder rot leuchtet. Fahren wir noch zum Zugsfriedhof oder zumindest meinen wir es dass wir auf dem Weg dorthin sind. Nach einiger Zeit wird uns klar die Angaben die uns gemacht wurden können nicht stimmen. Wir halten bei einem Einheimischen der auch gerade Pech hat und seinen platten Reifen wechselt. Wir helfen ihm ein bisschen und Unterhalten uns gleichzeitig. So Erfahren wir, dass der Zugsfriedhof viel näher bei Uyuni ist als man uns angab. Also alles zurück nach Uyuni. Dort finden wir dann auch den Zugfriedhof und können doch noch ein paar Fotos machen. Uns überzeugt dieser zwar nicht. Aber jeder hat wohl einen anderen Geschmack. Wir übernachten diese Nacht direkt an der Auffahrtstrasse zum Militärgelände von Uyuni. Bevor wir aber schlafen gehen. Gehen wir wieder einmal in ein Restaurant und speisen auswärts. Am nächsten Morgen wird in Uyuni ein Markt auf den Strassen aufgestellt und wir kommen so noch zu ein paar feinen Sachen.

 

Dann geht es über die Asphaltierte Strasse nach Potosí. Kurz vor Potosí werden wir von der Polizei angehalten. Wir sind anscheinend zu schnell gefahren 88km/h statt 80km/h. Nach langer Diskussion und Dummstellen kommen wir ohne eine Busse davon. Und haben dabei auch noch erfahren dass die Höchstgeschwindigkeit 80km/h in Bolivien ist und ganz nebenbei auch noch eine sehr freundliche Polizei hat. In Potosí suchen wir uns zuerst einmal eine Unterkunft für uns und unser Fahrzeug. Dann schauen wir uns nach einer Tour für morgen um. Schliesslich wollen wir den berüchtigten Cerro Rico nicht nur von aussen sehen. Wir buchen schlussendlich eine Minen Tour bei Big Deal Tours. Danach schauen wir uns noch auf dem Markt um. Welcher am heutigen Feiertag hier in Potosi auch noch stattfindet. Nach dem beobachten des bunten Treibens auf dem Markt sowie Verpflegung geht es zurück zur Unterkunft. Da wir die Tour erst für am Nachmittag gebucht haben können wir ausschlafen und stehen so ausgeruht vor dem Tourenbüro. Von dort geht es zuerst auf den Mineuren Markt. Wo sich die Arbeiter vor der Schicht verpflegen und mit dem nötigen Material eindecken. Hier ist vielleicht für die einen noch interessant dass dies der einzige Ort ist wo man ohne Ausweis Dynamit kaufen kann. Auch wir decken uns mit ein paar Sachen ein welche wir dann als Geschenke in der Mine verteilen. Nach dem Markt geht es zuerst einmal zu einem Lager wo wir unsere Ausrüstung bekommen. Gut Ausgerüstet geht es dann zu einem Verarbeitungsbetrieb. Wo das Gestein welches aus dem Berg abgebaut wurde verarbeitet wird. Dann ist es aber so weit, nach einem kurzen Zwischenhalt für Fotos, gehen wir in eine Mine am Cerro Rico. In diesem wird schon seit über 400 Jahre Silber abgebaut. Früher betrug der Silberanteil unglaubliche 80%! Schon nach wenigen Metern sehen wir das hier gearbeitet wird. In einem Höllentempo kommt uns schon die erste volle Lore mit einem Arbeiter entgegen. Wir sind zum Glück gerade bei einer kleinen Ausbuchtung. Weiter geht es in den Berg hinein. Nach einer Weile geht es dann in einen kleineren Stollen welcher z.T. nur noch kriechend bewältigt werden kann. Durch den Staub und die Dämpfe welche es hier tief im Berg hat, trägt man Sinnvollerweise einen Atemschutz, was aber das Atmen deutlich erschwert. Am Ende sind wir eine Ebene tiefer. Wir treffen immer wieder auf Minenarbeiter welchen wir vor zu wieder etwas von den Geschenken verteilen. Auf einmal hören wir Explosionen! Weiter innen wird gerade gesprengt. Dass heisst für uns, wir müssen langsam Richtung Ausgang. Denn schon bald wird sich der Staub der Explosionen auch hier ausbreiten und es würde noch stickiger als es hier eh schon ist. Bevor es aber rausgeht, schauen wir noch beim Bergteufel Tio vorbei und opfern bei ihm noch puren Alkohol. Draussen an der frischen Luft noch ein paar Fotos, dann geht es wieder zurück in die Stadt. Die Tour war ein eindrückliches, beengendes, atemraubendes und stickiges Erlebnis, welches wir nicht missen möchten. Im Bus bei der Fahrt runter vom Berg erfahren wir, dass morgen noch ein spezieller Tag ist. All halb Jahr Opfern die einzelnen Korporationen und Mineure zu ehren Pachamamas Lamas. Da wir dies gerne einmal miterleben möchten. Fragen wir nach ob es möglich ist diesem beizuwohnen. Ohne Probleme wird dem zugestimmt. So ist der nächste Tag auch schon wieder verplant. Am nächsten Tag gehen wir also wieder zum Agenturbüro und fahren zusammen mit der ersten Tour zum Cerro Rico. Dort verbringen wir den ganzen Tag zusammen mit den Mineuren und deren Familien. Während dieser Zeit wird viel Alkohol getrunken und Coca im Mund verstaut. Um die Mittagszeit folgt dann die Opferung der 6 Lamas. Einem nach dem anderem wird die Kehle aufgeschnitten und das Blut mit Tellern aufgefangen. Welches dann am Mineneingang und den Gebäuden verteilt wird. Später wird dann jedes Lama ausgenommen und verarbeitet. Die Innereien werden dabei in Behälter gelegt, mit welchen sie dann an bestimmten Orten in und um die Mine gebracht werden, wo sie vergraben werden. Danach wir das Lamafleisch auf dem improvisierten Grill grilliert. Wir müssen aber leider schon langsam gehen den die letzte Minentour wartet schon auf uns damit sie wieder in die Stadt fahren kann. Zum Schluss bekommen wir noch einen kleinen Verpflegungssack mit Kartoffeln und Lamafleisch. So geht auch dieser Erlebnisreiche Tag am Cerro Rico vorbei. Am Sonntagmorgen besuchen wir noch das Museum Casa de la Moneda. Dort sieht man Maschinen bzw. Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, welche die Spanier hier zum Münzprägen erbauen liessen. Sowie Silbermünzen und einige Kunstgegenstände aus Silber.

Jetzt noch zum unerfreulichen Teil unseres Aufenthaltes in Potosí. Seit diesem Sonntag füllt sich zuerst Michael unwohl und dann auch Pirmin. Nun seit fast einer Woche wechseln wir uns mit guten und schlechten Tagen immer wieder ab. Zu allem Übel hat es Michael an einem „guten“ Tag doch tatsächlich geschafft sich von einem Hund beissen zu lassen. Was nun einige Spritzen zur Folge hat. Die Impfungen kann er zwar kostenlos hier in Bolivien machen aber diese sind halt Zeitintensiv bis alle gemacht sind. Zwischendurch sind wir nun noch nach Sucre gefahren wo es ein besseres Klima hat. Über Sucre werden wir dann wohl im nächsten Bericht schreiben. Wir hoffen bis dann sind wir wieder Topfit und alle Impfungen sind erledigt.

Kommentare sind geschlossen.