05-Wasserland

Nach getaner Arbeit hier am See Llanquihue heisst es weiter im Seengebiet von Chile. Wir fahren als erstes nach Frutillar, wo wir die kleine Ortschaft und die grosse „Seebühne“ anschauen. Diese Ortschaft ist hauptsächlich auf Touristen ausgelegt an jeder Ecke verkaufen sie etwas wie z.B. typisch für diese Region „Kuchen“, wie auf Deutsch. Hier sieht man an jeder Ecke den Einfluss der Deutschen Einwanderer. Die Nacht verbringen wir aber weiter nördlich am nächsten See, Lago Rupanco hier hat es einige Einheimische die hier Campen, grillieren und Fischen, dies aber mit wenig Erfolg. Weiter beim Nationalpark Puyehue, machen wir ein paar kleinere Wanderungen zu verschiedenen Wasserfällen. Im Park kommt auch noch der Chilenische Grenzposten, wo wir unsere Dokumente ausstempeln. Aber Argentinien lassen wir noch warten! Wir übernachten zwischen den Grenzposten an einer Lagune. Hier hat es wie schon vorher im Nationalpark „schwimmende Steine“ oder Bimsstein, welche beim letzten Ausbruch im Jahre 2011 hier überall in der Gegen verteilt wurden. Da wir hier zwischen den Grenzen sind, scheint hier niemand die Lagune leer zu fischen, auf jeden Fall hat es hier Fische im Überfluss. So dass sogar Pirmin das erste Mal auf der Reise etwas Brauchbares fängt! Ein weiter Pluspunkt ist in der Nacht haben wir unsere Ruhe, an der Grenze arbeitet niemand während dieser Zeit. Am nächsten Tag geht es zu unserem Glück nach Argentinien wo wir unseren frischen Fisch nicht an der Grenze abgeben müssen! Direkt nach der Grenze ist auch schon der nächste Nationalpark Nahuel Huapi, von diesem bekommen wir relativ wenig mit, da wir zügig nach San Martin de los Andes fahren. Einzig kurz vor der Parkgrenze bei einem kostenlosen Camping (ohne Infrastruktur) schlagen wir unser Nachtlager auf. In San Martin de los Andes informieren wir uns über den nächsten Nationalpark Lanin. Nach einer sehr freundlichen und informativen Auskunft entschliessen wir Morgen einen zusätzlichen Abstecher in den Kostenpflichten Teil vom Park zu machen. Für heute geht es erst einmal aus dieser hübschen Ortschaft raus zum See Lolog, wo wir aber um die späte Mittagszeit nicht ganz alleine sind! An jedem schönen oder sonstigen Plätzchen am See hat es Einheimische welcher hier den Sonntag mit grillieren und Baden verbringen. Der Höhepunkt scheint kurz von fünf Uhr Nachtmittags zu sein. Ab da gehen die meisten langsam nach Hause und wir können doch noch ein Plätzchen am See ergattern. Wir wollen früh auf die geplante Wanderung. Darum fahren wir für einmal im Dunkeln los und testen die zusätzlichen Scheinwerfer, welche die ganze Strasse fast Taghell erleuchten. Einzig auf den Schotterstrassen sind sie momentan noch nicht so gut eingestellt! Durch das Geholper senken sie sich und leuchten nur noch einen Meter vors Fahrzeug. Da wir so früh los sind, kommen wir beim Parkeingang vor der offiziellen Öffnungszeit (meist 9Uhr!!!) an. Da noch niemand hier ist um den Eintritt einzuziehen, fahren wir einfach so in den Park. Als erstes fotografieren wir, wie der Sonnenaufgang den Vulkan Lanin erhellt. Weiter im Park beim Camping wo man sich registrieren müsste um auf diese 7 stündige Wanderung zu gehen, entschliessen wir dies für heute sein zu lassen, da dieser Aussichtspunkt auf dem Gipfel für uns doch zu wenig interessant erscheint. Wir fahren weiter bis zum Ende der Strasse und machen dort doch noch eine kleine Wanderung. Den Wasserfall welcher wir hier zu Gesicht bekommen können wir sogar inoffiziell von hinten besichtigen. Nach einer Zusatzschleife geht es im Park langsam zurück zum See Huechulafquen, wo wir bei der Hinfahrt heute Morgen schon ein Platz ausfindig gemacht haben. So beziehen wir schon um die Mittagszeit unser schönes und ruhiges Nachtlager am See. Wir gehen schwimmen, waschen Kleider, verrichten kleinere Arbeiten am Fahrzeug und geniessen den heutigen Tag.

Nach einer Zusätzlichen Nacht auf Argentinischer Seite an einem Bach wo es kleine Fische und Kontrolleure für die Fischerlizenz hat, Pirmin ist zum Glück nicht am fischen, geht es über den Grenzpass Mamuil Malal nach Chile. Vor Pucon fahren wir links ab auf eine Seitenstrasse im unteren Teil hat es mehrere Wasserfälle. Aber alle sind auf Privatgrund und diese wollen Geld sehen, da wir aber schon einige gesehen haben und noch mehr folgen werden. Haben wir uns entschlossen für Wasserfälle kein Geld mehr zu bezahlen. So fahren wir weiter die Strasse hinauf in den Nationalpark Villarrica hier sehen wir ein Schild auf diesem steht dass die Strasse in einem schlechten Zustand ist. Aber dies war ja bis jetzt mehr oder weniger immer in einem Nationalpark oder Reservat der Fall. Also weiter die Strasse hinauf, als erstes wird die Strasse schmaler, Schotter bzw. Sand ist schon länger der Fall! Dann kommen noch grosse Steine dazu und wir steigen das erste Mal aus. Kurz nachher kommt im Wald eine Lichtung wo man Übernachten könnte. Wir fahren also diesen relativ einfachen Abschnitt noch und machen bei der Lichtung eine Pause. Die Strasse sieht weiter im ersten Moment gar nicht so schlecht aus. Darum entscheiden wir weiter zu fahren. Es sind ja nur noch ca. 3km, so sagt es auf jeden Fall unsere Karte, bis wieder eine grössere Strasse kommt! Es wird immer sandiger, steiler und unser Landy muss sich auch schon ziemlich verschränken. Wir halten wieder an und sehen vor uns einen engen, steilen, sandigen Kanal mit immer wechselnden Schräglagen! Wir laufen noch ca. 1km die Strasse hinauf. Nach dem ca. 300m langen Kanal scheint es ein bisschen besser zu werden aber wissen tun wir es nicht wirklich. Nach langer und erneuten Besichtigung des schlimmsten Abschnittes entschliessen wir uns kehrt zu machen. Da wir unser Heim nicht beschädigen wollen in diesem engen, steilen Kanal. Wir sind zwar der Meinung, im schlimmsten Fall wäre es mit der Hilfe der Winde möglich! Aber dies wollen wir nicht riskieren. Zurück bei der Lichtung und unserem heutigen Nachtlager, kommt von oben auch schon ein Pickup zu fahren. Wir kommen mit dem Chilenen ins Gespräch und er meint es ist nur von oben möglich, diesen Weg zu befahren! Kurz später kommt ein Pickup von unten und fährt die Strasse hinauf, wir folgen langsam in Gedanken der kommt nicht weit! Oben sehen wir in aber nur noch, wie er nach der für uns schlimmsten Stelle ums Fahrzeug geht und alles prüft. Kaum hat er uns erblickt fährt er weiter. Beim retour laufen kommt doch tatsächlich noch einer mit seinem Pickup und wir sehen mit eigenen Augen wie die Einheimischen hier ihr Fahrzeug hinauf quälen. Keine Rücksicht auf Verluste einfach Gas geben und Blind durch. Wenn es nicht beim ersten oder zweiten Anlauf klappt dann sicher beim dritten Mal neu ansetzen. Wir haben genug gesehen und sagen uns: „So müssen wir wirklich nicht hinauf fahren.“ In Pucon wollen wir Helm, Steigeisen und Eispickel mieten. Bei unserer nächsten Wanderung soll es auf den Vulkan Villarrica gehen, einen aktiven Vulkan, wo man im Krater sogar Lava sehen soll! Und in der Ortschaft sind auch überall Schilder mit Vulkantouren aufgehängt. An Hand eines Internetberichtes finden wir auch einen Laden wo wir das Material mieten könnten, aber dort erfahren wir dass der Villarrica diese Saison gesperrt ist, da er zu aktiv ist. Wir versuchen es noch bei einem Tourenanbieter welche die Schilder für den Villarrica noch gross aufgehängt hat. Aber auch dieser winkt ab. So sind wir enttäuscht, dass wir diese Wanderung auf den Vulkan nicht machen können. Da unsere Pläne für heute über den Haufen geworfen sind fahren wir raus aus Pucon und beziehen an einem Bach unser Nachtlager, hier können wir uns zumindest im Wasser abkühlen. Über eine kleine Seitenstrasse fahren wir am nächsten Tag zu den Eco Termen bei San Sebastian. Hier entspannen wir uns in einem Naturbecken von der letzten Enttäuschung. Die Termen hier sind auch ein Campingplatz so können wir auch noch am Morgen zum Sonnenaufgang die warmen Wasserbecken geniessen. Zurück bei einer grösseren Ortschaft heisst es meist neben einkaufen auch wieder E-Mail und Internet checken, aber das ist manchmal so eine Sache hier in Südamerika. Hier in Cunco finden wir kein offenes Wifi oder es funktioniert nicht. In der nächsten kleineren Ortschaft Melipeuco finden wir per Zufall ein offenes und schnelles Wlan-Netz. So können wir ein paar Anfragen für Ersatzteile und andere offene Punkte im Internet erledigen. Kurz vor dem Wasserfall Truful bei einem Lavafeld wo wir für einen Fotostopp anhalten, gesellen sich doch tatsächlich zwei andere Defender aus der Schweiz dazu. Nach einem kleinen Informationsaustausch trennen sich unsere Wege schon wieder, da wir zwar die gleiche Grobrichtung haben aber eine andere Routenwahl. Wir fahren zum Wasserfall Truful und dann in den Nationalpark Conguillio. Im Park fahren wir durch Vulkanlandschaften aber leider sind jetzt am späten Nachmittag Wolken aufgezogen und wir sehen den Vulkan Llaima nur ganz kurz. In der Nähe der Lagune Verde auf Lavaboden beziehen wir zwischen vielen Brombeersträuchern unseren Nachtplatz. Hier hat es so viele Beeren das wir unsere Vorräte wieder voll füllen können. Am Morgen ist es immer noch bewölkt. Beim Startpunkt für eine Wanderung machen wir kurz einen Zwischenhalt. Aber da es immer noch bewölkt ist, lassen wir diese mehrstündige Wanderung, da das Beste hier die Aussicht gewesen wäre. Beim Infocenter machen wir dann aber noch die kleine Wanderung durch die Arkadienwälder vom Park.

In Curacautin machen wir einen Abstecher Richtung Osten. Erster Zwischenhalt nach der Ortschaft ist der Wasserfall Salto de la Princesa wo wieder einmal ein Wasserfall frei zugänglich ist. Bevor wir in das Reserva Nacional Malalcahuello fahren übernachten wir Wild am Bach nahe der Ortschaft Malalcahuello. Am Morgen geht es dann eben in das Reservat wo wir in der Vulkanlandschaft immer weiter nach oben fahren. Oben sehen wir mehrere Vulkane und ein riesiges Lavafeld welches sich hier beim letzten Ausbruch im Jahr 1988 hier seinen Weg gesucht hat. Wir fahren weiter ins Tal hinunter, unten wir der weg immer Sandiger und zwar von der feinsten Sorte. Wir haben jeweils hinter und neben uns eine riesige Sandwand welche wir aufwirbeln. Kurz vor der Grenze des Reservates sehen wir einen Helikopter stehen der hier hinten in der Einsamkeit aufgetankt wird. Dieser fliegt hier in der Nähe Löscheinsätze. Die Strasse wird je weiter wir fahren nicht besser, bei einer Pause haben wir hinten auf dem Trittbrett min. 1cm von diesem feinen Sand und alles andere ist auch damit verzuckert. Wieder auf einer leicht grösseren Strasse fahren wir den gesamten Weg wieder zurück Richtung Süden. Hier sehen wir auch einmal eine für uns neue Art von Brücke. Also Brücke kann man ja nicht sagen, mehr eine Fähre. Zum Glück sind wir nur gut 3 Tonnen und auch nicht allzu gross, darüber waren wir jetzt schon etliche Male froh und denken dabei an unsere Bekanntschaften mit ihren grossen und schweren Fahrzeugen! Bevor wir wieder in Curacautin sind müssen wir noch durch einen einspurigen Tunnel Las Raíces fahren, welcher abwechselnd von jeder Seite befahrbar ist.

 In Curacautin sind wir nur kurz um von dort über einer Nebenstrasse in den Nationalpark Tulhuaca zu fahren. Dort sozusagen über den Hintereingang kommend, halten wir bei der Ersten Rangerstation. Diese ist aber nicht besetzt, einzig eine Infoschild ist dort. Da der Wasserfall auf diesem so schön aussieht beschliessen wir den Weg zu der Laguna Verde auf uns zu nehmen. Schon wieder Laguna Verde! Ja Richtig, kann ich auch nicht ändern ist nun mal so. Oben nach dem strengen und heissen Aufstieg finden wir zwar die Lagune aber vom Wasserfall keine Spur und der Weg geht auch nicht nur ansatzweise weiter. So gehen wir Enttäuscht wieder zurück. Unten Besichtigen wir zwar noch den kleinen Wasserfall mit Pool, aber der Wasserfall vom Bild wäre wirklich riesig gewesen. Da es schon spät ist und hier nicht viel los ist bleiben wir direkt vor der Rangerstation und verbringen hier eine ruhige Nacht. Die Frage nach dem Wasserfall quält uns, am nächsten Morgen fahren wir zum Eingang von diesem Park und fragen nach. So wie wir es verstehen gibt es diesen Wasserfall nicht oder er will uns nicht sagen wo er wäre! Auf jeden Fall sei das Schild falsch und man könne nicht zu diesem laufen. Aber hier soll es einen Wasserfall geben, wir müssten halt nur den Parkeintritt zahlen. Kein Problem für uns Paso Anual oder auch Individual sei Dank, können wir auch hier kostenlos rein. Wir laufen um eine kleine Lagune herum bis zum Wasserfall Salto de Malleco. Obwohl es momentan wenig Wasser hat sieht dieser sehr schön aus. Über Feldstrassen fahren wir weiter Richtung Collipulli. Auf dem Weg dahin pflücken wir, wie schon mehrmals bis jetzt Wildbeeren und Äpfel, so kommen wir jeweils zu einer leckeren und kostenlosen Verpflegung. In Collipulli machen wir ein paar Fotos der stählernen Eisenbahnbrücke welche hier den Bach überspannt. Direkt neben an ist auch die Ruta 5 die Hauptstrasse in Chile, zum Teil ist es nur über diese Möglich nach Norden oder Süden zu kommen. So sehen wir Richtung Norden auf dieser doppelspurigen Strasse Jogger, Velofahrern, Mähdrescher und Ochsengespanne einfach alles. Man kommt auf dieser Strasse schnell voran muss aber halt auch immer wieder an diesen doofen Kassenhäuschen vorbei. So haben wir auch schon für 4km auf dieser Strasse 1.-Fr. bezahlt, nur weil es praktisch keine alternative gab. Bei den Wasserfällen Saltos del Laja gehen wir wieder einmal auf einen Camping, Camping Don Ambrosio. Dieser wird von einem Schweizer betrieben und hat neben den üblichen Ausstattungen auch Zwei Pools und eine Minigolfanlage und ist auch sonst sehr gepflegt. Aus der Schweiz hören wir dass der Vulkan Villarrica ausgebrochen ist! Wir können es fast nicht glauben. Keine Woche ist es her und wir wollten da noch hinauf laufen. Jetzt sind wir nicht mehr enttäuscht dass wir nicht nach oben konnten sondern dass wir den Ausbruch verpasst haben. Dies wäre definitiv ein einmaliges Bild für an die Wand zu Hause geworden. Wir überlegen ob wir zurück sollen, aber nach neusten Berichten hat er sich wieder ein bisschen beruhigt.

Also zurück zum hier und jetzt. Vom Camping gehen wir zu Fuss zu den Wasserfällen. Jetzt am Morgen hat es noch fast keine Leute und die Marktstände sind auch noch geschlossen, so können wir in aller Ruhe die Wasserfälle fotografieren. Ein riesen Unterschied zu gestern als wir kurz vorbeischauten. Denn Zweiten Wasserfall müssen wir auf einem Privatgrundstück eines Hotels aufsuchen dazu fragen wir dort nach ob wir diese besichtigen und fotografieren dürfen, mit einem Ja und kurz den Weg erklärt sehen wir auch diesen. Vom Camping und den Wasserfällen fahren wir ans Meer zu einer Felsformation welche einige Tunnels und Hallen hat, der Iglesia de Piedra bei der Ortschaft Cobquecura. Über die Küstenstrassen fahren wir Richtung Norden. Mit einem Zwischenhalt in Constitucion geht es zur Laguna Torca. Hier wollten wir zwar Wild campen haben aber nicht den geeigneten Platz gefunden, auch am See vorher war alles abgesperrt von den vielen Luxusanwesen. So gehen wir halt in das vom Reservat betriebene Camping, wo wir relativ günstig übernachten können.

Wir haben die Route in den letzten Tagen so geändert dass wir zuerst mehr Richtung Norden gefahren sind um an diesem Samstag beim Weinfest „Vendimia“ in Santa Cruz zu sein. Dort sehen wir uns das Festgelände und die Feierlichkeiten an. Nach diesem Gastspiel beim Weinfest geht es für einen kurzen Abstecher nach Argentinien. Hierzu fahren wir über den kleinen Pass „Paso Internacional Vergara.“ Uns gefällt dieser Grenzpass sehr, wir geniessen die Überfahrt auf über 2500 m ü. M. und die einsamen Strassen. Den Abstecher machen wir wegen der „Hexenhöhle – Caverna de Las Brujas” und natürlich auch wegen den zwei Passstrassen. Bei den Höhlen können wir uns direkt an eine Gruppe anschliessen und kommen so kaum angekommen schon in die Höhle. Die fast zweistündige Tour gefällt uns, einzig für uns hätte es ruhig ein bisschen weiter gehen können, was aber nicht auf alle aus der Gruppe zutrifft. Wir fahren noch am selben Tag über den anderen Pass „Paso El Pehuenche“ und den Argentinischen Grenzposten zurück nach Westen. So waren wir für gerade einmal knapp 8-10 Stunden auf der Argentinischen Seite! Was an der Grenze auch einige Erklärungen notwendig machte. Den chilenischen Grenzposten heben wir uns aber für morgen auf. Übernachtet wird oberhalb der Lagune del Maule kurz vor dem Grenzposten.

Nach der Grenze müssen wir zuerst wieder in eine Ortschaft wo wir unsere Vorräte auffüllen können, da wir nach Chile nichts Frisches mitnehmen dürfen. So machen wir in San Clemente Stopp, bevor es zum Nationalpark Altos de Lircay geht. Dort lässt man uns nach langer Diskussion doch mit dem Fahrzeug rein. So dass wir die drei sandigen und heissen Kilometer nicht zu Fuss machen müssen, um überhaupt an ein paar Informationen zum Park zu kommen. Hier werden wir sehr freundlich empfangen und wir werden über die Wandermöglichkeiten im Park informiert. Beim Camping sind wir am Anfang skeptischer aber da wir einen Freundschaftspreis und dies auch noch für zwei Nächte bekommen, nehmen wir das Angebot an. Ein weiter Pluspunkt ist dass wir so noch weiter in den Park hinein fahren können. Und die Wanderung so kürzer wird. Nach einer langen Entscheidungsphase entschliessen wir dass wir zur Laguna del Alto und zum Enladrillado (UFO- Landeplatz) gehen wollen. Einzeln sollen diese 7-8 Stunden dauern und kombiniert 12 Stunden. Da wir die Zeiten und die Mittagshitze zu wenig einschätzen können, nehmen wir sicherheitshalber Schlafsack und Verpflegung für eine Übernachtung mit. So laufen wir am Morgen mit vollem Rucksack und noch angenehmer Temperatur, trotzdem schon T-Shirt, los. Wir kommen gut voran und erreichen den Pass zur Lagune schon nach zwei Stunden. Hier gibt es auch noch eine Geschichte. Auf den Schildern beim Beginn des Weges sind die Zeit und die Höhen der Lagune angegeben, aber dass dazwischen noch ein Pass ist wird nicht erwähnt. Dass heisst vom Pass muss man gute 200m hinunter zur Lagune um die angegebene Höhe zur erreichen. Diese muss man danach auch noch wieder hinauf. Für diese Zusatzschlaufe mit Pause brauchen wir ca. eine Stunde. Dann laufen wir vom Pass hinüber zu unserem zweiten Ziel. Die Temperatur ist noch erträglich, so kommen wir auch hier trotz einer weiteren Steigung gut voran. Nach einer weiteren Stunde sind wir beim Enladrillado oder auch UFO Landeplatz. Diese natürliche Gesteinsanordnung auf ca. 2200 m ü. M.  welcher wie ein grosser Platz aussieht macht einem schon Eindruck und dahinter sieht man ins Tal hinunter und auf zwei ca. 3600m hohe Vulkane. Da es noch nicht sehr spät ist, können wir den Abstieg heute noch machen und müssen nicht hier an der Sonne denn ganzen Nachmittag die Hitze aushalten. So laufen wir nach einer Pause denn Weg hinunter wo es mit jedem Höhenmeter und Stunde heisser wird! Wir können nicht verstehen dass es Leute gibt die erst um diese Zeit noch hinauf laufen, da für uns die Temperatur doch langsam zu viel wird. Wenn man natürlich erst so spät losgeht braucht man sicher länger, darum vermutlich auch diese grosszügigen Zeitangaben. Wir sind auf jeden Fall nach nicht ganz 8 Stunden wieder zurück beim Camping und haben nicht die erwähnten 12 Stunden benötigt für die 25km und 1500 Höhenmeter. Und dass sogar mit vollem Rucksack. Am nächsten Tag und gut ausgeruht geht es zum nächsten Nationalpark Radal Siete Taza. Hierher sind wir vor allem wegen den Wasserfällen. Da diese alle relativ nahe sind fahren wir heute noch Richtung Santiago. Vor Santiago übernachten wir das erste Mal auf unserer Reise an einer Tankstelle.

Nach der kurzen Nacht fahren wir nach Santiago de Chile hinein. Eigentlich wollten wir diese Stadt eher grosszügig umfahren. Aber wie das Leben so spielt haben wir hier zwei wichtige Punkte hier zu erledigen. Erster Punkt ist Ersatzteile zu besorgen und für heute bzw. das Wochenende einen 24 Stunden Parkplatz zu finden. In der Stadt geht es gut voran, obwohl es viel Verkehr hat. Für die Ersatzteile fahren wir zur ersten Adresse die wir haben und kommen in ein edles Eigenheimquartier. Wir sehen auch zwei Defender vor der Einfahrt aber der Besitzer ist nicht zu Hause, wir sollen ihn doch anrufen. Nach mehrmaligen Versuchen, fahren wir zur nächsten Adresse diese haben wir vorher per Mail angefragt, haben aber keine Antwort bekommen. Jetzt vor Ort geht es schnell, wir bekommen alles was wir wollen. Sogar den defekten Lichtschalter welchen wir bisher aus Kostengründen nur überbrückt haben, bekommen wir hier günstig. So hat es sich eigentlich schon gelohnt nach Santiago zu fahren. Jetzt sollten wir für die nächsten 40‘000km genügend Ersatzfilter haben, bis auf einen welchen wir hier nicht bekommen. Diesen müssen wir wohl aus der Schweiz schicken lassen, aber dies hat noch gut 20‘000km Zeit. Jetzt muss nur noch die Parkplatzsuche so erfolgreich sein. Hierzu fahren wir ins Zentrum von wo wir schon ein zwei Tipps haben. Beim ersten stellen wir unser Fahrzeug nur für die nächsten Stunden ab, da dieser nicht 24 Stunden offen hat und auch am Sonntag geschlossen ist. Wir müssen feststellen das es nicht einfach wird die meisten sind nur ca. 20 Stunden am Tag offen oder zu niedrig für uns. Nachdem wir schon fast aufgegeben haben und eigentlich schon auf dem Rückweg zum Fahrzeug sind. Fragen wir ein letztes Mal bei einem kleinen Parkplatz nach welcher laut dem Schild zwar nicht 24 Stunden offen hat. Aber wie es sich herausstellt können wir das ganze Wochenende hier stehen und auch hier übernachten. So verhandeln wir einen Preis von Umgerechnet 46.- Franken für Donnerstagabend bis Montagmorgen. Dies direkt neben dem Park O’Higgins wo unser nächstes Ziel für Samstag und Sonntag ist, also besser geht es nicht. Am Freitag organisieren wir uns eine Wäscherei für unsere Kleider und danach geht es zum Shoppingcenter Costanera Center wo wir uns Tickets für das Musik Festival Lollapalooza besorgen, diese sind so kurzfristig nicht günstiger als in Europa, aber wir sind nur einmal hier und dann noch zum richtigen Zeitpunkt. So strapazieren wir für einmal unsere Reisekasse um dieses Wochenende am Lollapalooza Festival in den VIP Bereich zu kommen. Nach ein bisschen Stadtbesichtigung und Objektiv Suche für Pirmin geht es am Abend mit der U-Bahn zurück zum Parkplatz. Wo wir vor unserer Haustüre ans Lollapalooza gehen. Am Samstag können wir es kaum abwarten bis es los geht. Wir schauen uns auf dem Gelände um und gehen dann in den VIP Bereich. Wir entspannen uns und verfolgen die ersten Bands auf einer Leinwand. Hier im Schatten von Bäumen werden wir richtig umsorgt praktisch alles ist umsonst sogar der Alkohol, was einige hier auch richtig ausnützen. Am Abend sind wir dann auch vor der Bühne zu finden und verfolgen bis zum Schluss die heutigen Hauptakts. Am besten gefallen hat uns Jack White welcher durch sein gesamtes Repertoire einige seiner besten Songs gespielt hat. Am Zweiten Tag geht es im gleichen Zug weiter. Das Highlight ist für uns heute Sonntag Led Zeppelin, oder besser gesagt Robert Plant, von der leider nicht mehr aktiven Band Led Zeppelin. Aber auch so begeistert er noch heute die Massen.

Am Morgen bedanken und verabschieden wir uns noch von unserem Platzwart, und fahren direkt in die nächste Stadt. In Valparaíso laufen wir vom Hafen in die Hügel und besichtigen einige schöne Aussichtspunkte und die vielen verschiedenfarbigen Häuser und sonstige Kunstwerke. Die Lifte für welche die Stadt auch bekannt ist, sind die meisten ausser Betrieb oder werden renoviert. Einzig El Peral können wir auch wirklich nutzen. Da wir die Nacht nicht in der Stadt verbringen wollen fahren wir am späten Nachmittag raus zur Laguna Verde, oberhalb in den Wäldern finden wir unser Nachtlager. Von dort geht es nach Viña del Mar welche wir aber zügig durchfahren. Von der Küste geht es Richtung Berge, wir fahren immer weiter bis wir nach ein paar Zwischenhalten zur Abzweigung Richtung Pass Cristo Redentor kommen. Wir könnten auch durch den Tunnel hier auf 3000 m ü. M.  fahren aber diese wäre für uns Schweizer nur halb so interessant wie die Schotterstrasse über den Pass. Oben beim Paso Cristo Redentor machen wir das obligate Bild mit dem Denkmal. Da wir uns hier auf 3834 m ü. M.  wohl füllen verbringen wir die Nacht auf dem Pass. Die Netten Leute von der Armee welche hier oben einen kleinen Stützpunkt haben kommen am späten Abend noch vorbei und erkundigen sich über uns und sagen falls etwas währe sollen wir uns bei ihnen melden. Nach einer frischen Nacht, für uns im Schlafsack kein Problem, wohl langsam aber für den Diesel, will unser Landy nur ungern starten.  Aber kurz zureden und wir können den Weg hinunter ins Tal auf uns nehmen. Vor der Grenzabwicklung biegen wir kurz ab um eine kleine Wanderung Richtung höchster Berg von Amerika zu machen, dem Aconcagua mit 6962 m ü. M. Von dort geht es zur Grenzabwicklung von welcher wir schon viele Geschichten gehört haben. Zuerst ist uns nicht klar wo wir bei diesem Platz hinfahren sollen. Dann in der Abfertigungshalle beim ersten Schalter erkennt der Chilenische Beamte das Formular vom Fahrzeug nicht welches wir beim letzten Grenzübergang bekommen haben. Und behauptet fest wir müssen ein neues Ausfüllen, weiter kommt hinzu uns fehlt der Zettel mit den verschiedenen Abfertigungspunkten dieser fehlt uns vermutlich da wir nicht den Tunnel genommen haben!? Oder wo auch immer wir etwas ausgelassen haben. Also kurz zu den Herren in Grün und diese nehmen ein Zettel Autonummer aufgeschrieben und Stempel schon haben wir auch dies gelöst. Mittlerweile ist auch dass mit dem Formular fürs Auto geklärt und wir können zum nächsten Posten gehen. Dieser ist momentan nicht besetzt so müssen wir diesen von der anderen Kolone benützen. Hier müssen wir das Formular fürs Fahrzeug wieder selber ausfüllen, bei kleineren Grenzposten wird dies vom Beamten erledigt. Stempel und Unterschrift und jetzt steht nur noch die Kontrolle des Fahrzeuges an. Bei uns geht dies sehr schnell alle drei Türen auf und schon ist es erledigt. Kein ausräumen des Fahrzeuges und röntgen, sondern ein Blick hinein und wir können fahren. Kurz nach der Grenzstelle kommt die Puente del Inca eine natürliche Brücke welche sich hier über den Bach spannt. Diese sieht durch das Mineralhaltige Wasser welches aus dem Boden kommt einfach nur super aus. Von dort geht es zügig nach Uspallata wo wir auf dem Camping Ranquil Luncay schnelles Internet finden, um diesen Bericht aufzuarbeiten und ins Internet zu laden.

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