03-Tiefe Süden

Am Montag dem 15. Dezember fuhren wir wieder weiter. Der Aufenthalt auf dem Campingplatz bei Rada Tilly war doch angenehmer und besser als es der erste Eindruck bei unserer Ankunft war, als der Wind den Gestank der Mülldeponie in unsere Nasen blies. Unser nächstes Ziel ist der Bosque Petrificado in der Nähe von Sarmiento oder anders gesagt ein Park mit versteinerten Bäumen sowie einer schönen Landschaft, wo man verschiedene Erdschichten mit Unterschiedlichen Farben sieht. Bevor wir allerdings diesen besichtigen, wollen wir am Lago Musters bei Sarmiento unser Nachtlager aufstellen. Aber entweder passt uns die Stelle nicht oder wir können nicht zur gewünschten Stelle fahren da alles eingezäunt ist. So geht es halt zum Tipp von Margrit und Walter einem Park der Sindicato del Petroleo y Gas Privado del Chubut oder S.P.G.P.C.H.. Wo wir einen schönen gepflegten Park mit Grillstellen, kleinen Hütten und sonstiger Infrastruktur vorfinden. Alles in allem ein sehr schöner Platz zum Übernachten, verweilen oder wieder einmal einen Fisch zu angeln! Am Morgen fahren wir durch Sarmiento durch und direkt zum Park, wo wir den kleinen Rundgang machen, aber zuerst werden wir darauf hingewiesen keine Versteinerten Stücke oder sonstige Fauna an uns zu nehmen. Bei diesem Rundgang ist vor allem die Kombination der Landschaft mit den versteinerten Baumstämmen sehr interessant. Am Anschluss des Rundganges wird der Ranger vom Hund gewarnt dass wir zurück sind und wir werden mehr oder weniger gründlich kontrolliert ob wir was mitgenommen haben.

Da wir erst Mittag haben und die Tage hier recht lang sind fahren wir vom Park direkt weiter Richtung Süden wieder an die Küste. Aber auf dem Weg dahin geht es zuerst einmal weiter auf einer kleinen Schotterstrasse. Zuerst haben wir unsere Ruhe und sind alleine Unterwegs, auf einmal kommt ein Fahrzeug mit Aufbau daher welches wie eine Kamera aussieht. Und Tatsächlich fährt auf dieser einsamen Strasse doch wirklich ein Fahrzeug von Google durch und sammelt hier die Daten für Streetview. Weiter auf der Strasse kommt jetzt der Werksverkehr der hier ansässigen Ölindustrie dazu. So ist es mit der Ruhe vorbei und wir haben wieder Staubfahnen vor uns und Steinschlag Gefahr. Und Tatsächlich erwischt uns ein LKW im letzten Moment doch noch und macht mit einem kleinen Stein einen Riss in unsere schöne Frontscheibe. Nach einem Einkauf und den letzten Kilometern Richtung Küste müssen wir feststellen dass unser Diesel nicht mehr für die geplante Route reicht. Wir haben auf den Schotterstrassen und dem vielen Gegenwind mehr Diesel verbrauch als gedacht. Dazu kommt noch, dass wir das letzte Mal nur wenig getankt haben, weil nur der teurere Diesel vorhanden war. So müssen wir unsere Pläne ändern und direkt Puerto Deseado anfahren. Dort tanken wird zuerst einmal und gehen dann bei Darwin Excursions vorbei und sehen uns dort nach einem Ausflug um. Da morgen das Wetter Perfekt sein soll, buchen wir den Tagesausflug zur Isla Pingüino. Den Abend verbringen wir am Flussdelta nahe der Ortschaft.

Bei schönsten Wetter und ruhiger See fahren wir am nächsten Morgen mit dem Boot zur Insel. Auf dem Weg sehen wir im Fluss zuerst noch Magellanpinguine und dann auf dem Meer begleiten uns Delphine welche nicht mehr von unserer Seite weichen bis wir bei der Insel sind. Auf dieser Insel wurden früher die Seelöwen und Seeelefanten gefangen und verarbeitet damit die Schiffe ihren Proviant auffrischen konnten. Heute steht die ganze Insel unter Naturschutz und man kann hier die hier weitverbreiteten Magellanpinguine, Seelöwen, Seeelefanten, Kormorane, und die hier wenig verbreiteten Felsenpinguine beobachten. Nach dem Rundgang auf der Insel bekommen wir noch eine reichhaltige Mahlzeit und fahren dann bei etwas rauerer See zurück nach Puerto Deseado, wo wir froh sind nach dem wilden Ritt zurück zu sein. Zum Schluss können wir sagen, wir haben einen sehr schönen und eindrücklichen Ausflug erlebt, wo alles gepasst hat.

Den Abend bzw. die Nacht verbringen wir wieder am Flussdelta dieses Mal aber einiges weiter den Fluss hinauf. Wir wollten zuerst über kleine Feldwege doch noch nach Cabo Blanco fahren aber da diese Wege über Privatgrundstücke und abgesperrte Gatter gingen, haben wir uns wieder für das Flussdelta entschieden. Wieso haben wir nicht den normalen Weg aus der Ortschaft und die Schotterstrasse nach Cabo Blanco genommen? Als wir nach Puerto Deseado hinein fuhren, mussten wir an einer Polizeikontrolle vorbei welche von uns verlangten dass wir auf der Rückfahrt den Original Pass aus dem Tresor geholt haben und diesen vorweisen. Dies hat uns aber angespornt einen anderen Weg zu suchen damit wir die Pässe nicht runterholen müssen. Also nach der zweiten Nacht am Flussdelta fuhren wir mit Hilfe unserer Satellitenkarten noch die letzten noch kleineren Feldwege ab um die Polizeikontrolle zu umfahren. Dies ist uns Schlussendlich sehr gut gelungen und wir machten sogar eine kürzere Route als wenn wir die Offizielle Strasse genommen hätten. So geht es heute meist auf kleinen Schotterstrassen auf zum zweiten versteinerten Wald. Diesen erreichen wir am Mittag und auf dem Rundgang durch die grossen versteinerten Baumstämme windet es die ganze Zeit ziemlich stark. Hier bei diesem Park ist das Eindrückliche die Grösse der Bäume welche versteinert hier liegen. Ansonsten treffen wir hier wieder sehr freundliche Ranger, welche uns hier in der einsamen Landschaft empfangen. Da es schon spät ist und wir nicht mehr allzu weit fahren wollen geht es kurz vor oder doch nach dem Parkausgang? Auf einen kleinen Weg zu einem ausgetrockneten Flussbett in die Pampa, wo wir leicht Sicht geschützt übernachten.

Wir fahren bei bedecktem Wetter über die gut ausgebaute Routa 3 nach San Julian. Kurz vor der Ortschaft biegen wir auf den Circuito Costera auf eine schöne Küstenstrasse wo aber die Wolken immer dunkler werden und es sogar anfängt zu Graupeln. Hier von den Klippen aus kann man Nester von Kormoranen sehen und auf Seeelefanten runter schauen. Bei diesem Wetter bleiben wir nicht allzu lange und Fahren entlang dieser herrlichen, wie für unseren Landy gemachten Strasse. Wir beschliessen dass wir auf der Halbinsel bei San Julian übernachten wollen so fahren wir durch San Julian hindurch um dann auf den Weg auf die Halbinsel abzubiegen. An einem Strand schauen wir uns nach einem Schlafplatz für uns um, wir folgen einer kleinen Fahrspur die je weiter wir fahren immer kleiner wird und nach ca. 8 Kilometern passiert es. Wir erwischen einen abgebrannten Baumstrunk, dieser schlitzt uns den linken Frontreifen auf. Nun heisst es Fahrzeug aufbocken und das Rad austauschen. Nachdem wir wieder fahrtüchtig sind. Schauen wir uns zuerst den mittlerweile nur noch aus einzelnen Spuren bestehende Weg noch weiter zu Fuss an. Ob wir irgendeinmal weg vom Strand kommen? Da wir nicht das Gefühl haben dass es besser wird kehren wir um und fahren die ganzen 8 km am Strand zurück und dann mehr im Inland ans Ende der Halbinsel. In einer kleinen Senke finden wir dann unseren Schlafplatz für die Nacht.

Am nächsten Tag machen wir Halt auf dem Campingplatz auf der Flussinsel Isla Pavon wo wir uns wieder einmal duschen können und unserem Fahrzeug einen ruhigen Tag gönnen. Am nächsten Morgen decken wir uns in der Ortschaft Comandante Luis Piedrabuena noch mit Proviant und Diesel ein. Und fotografieren auf einer herausgeputzten Strasse eine Statue des Papstes Franziskus. Dann machen wir einige Kilometer Richtung Süden und halten erst bei der Laguna Azul kurz vor der Grenze zu Chile. Da wir so früh da sind machen wir heute noch eine kleine Wanderung in und um die Laguna. Vor allem oben auf der Kante bläst uns ein kräftiger Wind um die Ohren so dass wir schon fast auf dem Wind liegen können. Da es auch beim Auto stark windet wird es wohl eine ungemütliche Nacht im Fahrzeug. Am späten Abend treffen noch Margrit und Walter bei der Lagune ein und wir erhalten unverhofft doch noch Windschutz in dem wir unseren Landy hinter ihr Wohnmobil parkieren. Wir verbringen noch einen angenehmen Abend bei ihnen im Wohnmobil und haben danach eine ruhige Nacht in unseren Schlafsäcken.

Heute erledigen wir an der Grenze zu Chile schnell die Formalitäten und sind relativ zügig in Chile. Wir fahren nach Punta Arenas wo wir uns mit Geld eindecken und kurz einen interessanten Friedhof besuchen. Weiter geht es zum Hafen hier buchen wir für Übermorgennachmittag die Überfahrt nach Feuerland wo wir unseren Südlichsten Punkt unserer Reise haben werden. Bevor wir aus der Stadt fahren gehen wir in der Zollfreien Zone noch Kleinigkeiten und einen neuen Reifen kaufen. Dann geht es von Punta Arenas aus weiter Richtung Süden wo wir seit langem wieder Bäume sehen, so Übernachten wir schön am Strand unter Bäumen und Windgeschützt von Sträuchern. Am nächsten Tag fahren wir ins Reserva Nacional Laguna Parrillar wo wir kleine Wanderungen an der Lagune und der schönen Waldlandschaft unternehmen. Die Nacht können wir kostenlos hier im Park übernachten, da wir mit unserem Fahrzeug nicht die kostenpflichtigen Zeltplätze verwenden müssen.

Am späten Morgen geht es zurück nach Punta Arenas wo wir am Nachmittag die Fähre nach Porvenir nehmen. Die gut zweieinhalb Stündige überfahrt geniessen wir an Deck bzw. bei uns im Fahrzeug. Nach der Ankunft auf Feuerland fahren wir noch ein Stück und biegen dann am Strand auf einen kleinen Weg ab wo wir den Weihnachtsabend verbringen werden. Zum Abschluss unseres Festessens überrasche ich Pirmin noch mit Schokolade aus der Schweiz welche ich in der Zollfreien Zone gefunden habe, so gehen wir heute zufrieden ins Bett. Am 25. Dezember fahren wir wieder über die Grenze nach Argentinien. Dieses Mal geht es auf der Chilenischen Seite länger, da wir mit den Argentiniern welche nach Norden wollen an derselben Schlange anstehen müssen. Auf Argentinischer Seite geht es dann schnell und wir können wieder weiterfahren. Nach einem Tankstopp in Rio Grande geht es direkt weiter. Wir biegen kurz vor Tolhuin links auf eine Schotterstrasse ab, bei der Einfahrt steht zwar eine Polizeikontrolle aber diese winkt uns nur durch. Wir fahren die Strasse weiter bis wir bei ca. Kilometer 45 das Schiffswrack der Desdemona sehen. Wir fahren an den Strand und machen einige Fotos um und auf dem Wrack. Im Anschluss fahren wir weiter auf der Strasse entlang der Küste bis wir an einem geschlossenen Gatter einer Estanzia wieder umkehren müssen. Die Nacht verbringen wir ein paar Kilometer vom Schiffswrack entfernt in einem kleinen Wäldchen. Am Morgen fahren wir wieder beim Wrack vorbei und machen nun noch bei Flut Fotos. So haben wir bei Ebbe und Flut das Schiff fotografiert. Zurück auf der Strasse geht es bei Tolhuin vorbei an den Lago Escondido wo wir auf der Rückseite unseren Platz für den Nachmittag und die Nacht suchen. Wir finden am See einen schönen einsamen Platz wo wir uns Niederlassen und uns entspannen.

Heute fahren wir über den kleinen Pass Garibaldi nach Ushuaia wo wir uns mit Essen eindecken. Um dann direkt in den National Park Tierra del Fuego zu fahren und so das gute Wetter ausnützen können. Im Park treffen wir bei der Laguna Verde wo wir später auch unser Lager aufschlagen auf alte Bekannte. Margrit und Walter sind schon einige Tage hier. Bevor wir aber hier parkieren fahren wir noch ans Südliche Ende der Routa 3 und machen von dort noch eine kleine Wanderung um diesen Punkt. Zurück bei der Laguna Verde geht es dann noch zu einem Biberbau wo wir die Biber bei der Arbeit bzw. Nahrungssuche sehen. Diese lassen sich von uns fast nicht stören und fällen sogar die Bäume neben unserem Weg, direkt vor unseren Augen. Am Nächsten Tag stehen wir früh auf und fahren zuerst noch einmal zum Ende der Routa 3 und machen noch ein Foto ohne die vielen Touristen. Im Anschluss geht es an den Lago Roca, wo wir heute eine Wanderung zum Cerro Guanaco machen. Es geht die meiste Zeit steil bergauf bis wir schliesslich oben auf fast 1000m stehen. Hier Oben haben wir einen herrlichen Überblick über den Nationalpark und bis nach Ushuaia. Wieder unten beim See machen wir noch eine kleine Zusatzschleife zur Chilenischen Grenze! Zurück beim Fahrzeug haben wir heute 18km zurück gelegt und einige Höhenmeter. Wir schauen uns im Park noch ein bisschen um, da heute aber Sonntag ist, ist jeder Grillplatz und Campingbereich mit Fahrzeugen und Argentiniern überstellt. So geht es am Schluss wieder zur Laguna Verde wo wir nochmals die Nacht verbringen.

Zum Abschluss im Park wollen wir noch den Wasserfall welcher auf der Karte des Parks erwähnt ist anschauen, bei diesem müssen wir aber feststellen dass dieser mehr eine kleine Stromschnelle ist als ein Wasserfall. So kann man zum Fazit des Besuches im Park sagen dass sie zum Teil aus einem kleinen Vogelschiss ein Riesen Highlight machen! Aber es lohnt sich schon alleine wegen der schönen Natur und der Tiere hierher zu kommen.

Vom Park geht es wieder einmal auf einen Camping wo wir bis Neujahr bleiben wollen. Um uns und unsere Kleider wieder einmal richtig Waschen zu können. Auf dem Camping Rio Pipo ist auch jetzt über Neujahr nicht allzu viel los so sind nur ungefähr 8 „Reisegemeinschaften“ hier. Da der Platz so gross ist hat jeder genug Platz und man trifft sich im Aufenthaltsraum. Hier können wir die letzten Wochen aufarbeiten und für den nächsten Bericht vorbereiten: Die auch Informationen für den kommenden Abschnitt suchen. Am 31. machen die paar Argentinier hier ein Asado und grillen ein ganzes Lamm, und es kommen noch Kartoffeln und Rippchen und vieles mehr dazu. Auch wir grillieren heute und machen es uns hier gemütlich. Um Mitternacht stossen wir noch mit einer Flasche Sekt auf das kommende Jahr an. Am 1. Januar gehen wir zu Fuss noch Ushuaia besichtigen und können in aller Ruhe die Schaufenster der Läden und die fast leeren Strassen hier geniessen. Da ja Feiertag ist haben auch hier im Touristenstädtchen die meisten Läden und Museen geschlossen. Am Abend gehen wir seit langem wieder einmal auswärts Essen. Da uns hier die Königskrabbe zu Teuer war. Haben wir uns für einen Parrillar entschieden, wo wir relativ günstig zu einem guten Wein voll zuschlagen können. Am 2. Januar verlassen wir wieder den Campingplatz, machen aber noch einen Stopp in Ushuaia um noch die Galerie Tematic und das Museum zu besichtigen, wo wir mehr über Feuerland und Ushuaia erfahren. Mit frischem Proviant fahren wir dann auf die Estancia Haberton, wo wir morgen unseren Südlichsten Punkt unserer Reise erreichen werden. Hier auf der Estancia kann man an drei Stellen gratis campieren. Bei unserer Ankunft auf den zweiten Platz entdecken wir zwei bekannte Gesichter welche wir im Park kurz getroffen haben. Wir stellen unseren Landy direkt neben ihr Fahrzeug. Da es recht kühl ist, wird ein Feuer gemacht um uns zu wärmen und im Anschluss unser Fleisch zu grillieren. Wie die Wettervorhersage gesagt hat, ist am nächsten Tag wieder einmal viel Sonnenschein angesagt. So erreichen wir bei schönstem Wetter den Südlichsten Punkt mit unserem Fahrzeug. Das Highlight von heute sind aber die Bäume, welche hier durch den meist sehr starken Wind seitlich wachsen.

Jetzt geht es wieder Richtung Norden. Wir machen noch einen Abstecher zum Lago Yehuin um dort die Nacht zu verbringen. Hier spricht uns ein Argentinisch Schweizerischer Doppelbürger an, welcher vor kurzem wieder aus der Schweiz nach Feuerland kam. Er erzählt uns noch einige Sonderheiten und auch über die Ruine des Ferienresort auf welchem wir uns hier befinden, welches von der Militärdiktatur begonnen aber nie fertig gestellt wurde. Über Rio Grande fahren wir heute zum Grenzübergang Bellavista welcher nur von ca. Dezember bis März offen ist. Dieser kleine Grenzübergang hat die Besonderheit das man dazwischen noch einen Bach überqueren muss. Bei uns war die Überquerung schon fast langweilig da haben wir schon mehr erlebt. Auf Chilenischer Seite von Feuerland fahren wir zuerst die Laguna Blanca an wo wir ein schönes Windgeschützes Plätzchen im ein kleinen Waldabschnitt finden. Nach einer kleinen Wanderung am See entlang machen wir am Abend noch ein schönes Lagerfeuer um uns zu wärmen. Ein neuer Tag eine neue gute Tat oder so. Aber alles der Reihe nach. Wir machen heute noch einen kleinen Abstecher Richtung Süden um auf Chilenischer Seite weiter Südlicher zu kommen. Dazu fahren wir auf einer Strasse welche vom Chilenischen Staat erstellt wird und irgendeinmal den Beagle Kanal erreichen soll, um dann Ushuaia den Rang abzulaufen? Es geht über mehrere Pässe kurz vor einem Aufstieg sehen wir in dieser Abgelegenen Landschaft zwei Tremper. Da unser Fahrzeug nur für zwei Personen zugelassen ist dürfen wir eigentlich gar niemanden mitnehmen. Hier in all der Einsamkeit machen wir aber eine Ausnahme. Unsere Tramper stellen sich als zwei Chilenen vor welche hier unten auf einem kleinen Refugio arbeiten. Magdalena und Sebastian wie sie heissen, erzählen uns dies und dass über ihr Leben und die Gegend hier. Bei ihnen angekommen zeigen sie uns noch ihre Unterkunft, Refugio und bieten uns eine Kaffee an. Auf den Tipp von ihnen Versuchen wir hier unten noch an einer Stelle Königspinguine zu sehen. Aber wir haben kein Glück und finden keine Pinguine. Wir fahren wieder zurück zur Laguna Blanca weil es hier unten im „No Mens Land“ Windig ist und wenig schöne Plätze zum Übernachten hat. Zurück bei der Laguna beziehen wir wieder denselben Platz wie am Vorabend. Am Abend machen wir wieder ein Lager Feuer es gesellen sich aber noch Lutz mit seiner Partnerin zu uns. Langsam geht es wieder runter von der Insel Feuerland aber bevor wir morgen nach Punta Arenas übersetzen besichtigen wir noch die Königspinguine welche wir leider bisher noch nicht gesehen haben. Dies können wir zwischen San Sebastian und Porvenir noch nachholen, dort kann man gegen gewisses „Kleingeld“ diese schönen Tiere beobachten und fotografieren.

Damit wir am Morgen direkt die erste Fähre nehmen können übernachten wir beim Mirador Porvenir wo wir nur noch ein paar Kilometer fahren müssen bis zur Fähre. Wie es Ausschaut hat es hier auf Weihnachten ein neues Schiff gegeben welches deutlich Eleganter als der alte Kahn ausschaut und neben bei verkürzt sich die Überfahrt um eine halbe Stunde. In Punta Arenas montieren wir noch kurz ein paar Reifen um damit diese sich dann hoffentlich auch lange halten. Weiter geht es mit Einkaufen da wir nicht allzu viel Essen über den Grenzübergang Bellavista nach Chile mitgenommen haben. Der Grund sind die Lebensmittelkontrollen der Chilenen welche relativ streng sind. Ein wichtiger Punkt ist noch den Paso Anual bzw. den Jahrespass für die diversen Parks und Reservate von Chile zu organisieren welcher sich sehr schnell lohnen soll. So suchen wir die Adresse des Conaf Büros in Punta Arenas ab und Fragen nach diesem Pass. Wir werde freundlich beim Bürogebäude empfangen und dann einmal von einer Stelle zur nächsten weitergereicht, am Schluss kommt noch der Chef und sagt wir sollen später noch einmal kommen, dann sei die entsprechende Person vor Ort. So machen wir in der zwischen Zeit einen kleiner Ausflug zum 1:1 Nachbau des Schiffes Nao Victoria mit welchem man eine alternative Route nach Asien bzw. alternative zum Kap Horn suchte und so die Magallanstrasse entdeckte. Zurück beim Conaf Büro ist nun die verantwortliche Person vor Ort und wir können uns nun als die stolzen Besitzer einer Paso Anual Karte bezeichnen. Damit haben wir praktisch zu allen Parks, Reservaten und Monumenten in Chile gratis Zutritt. Die Nacht verbringen wir kurz nach Punta Arenas in einem kleinen öffentlichen Park in welchem am Wochenende vermutlich die Chilenen grillieren. Nächste Station ist Puerto Natales wo wir für eine Nacht auf einen Camping gehen damit wir uns wieder einmal richtig waschen können. Hier in Puerto Natales informieren wir uns noch über unseren nächsten grösseren Aufenthalt, dem National Park Torres del Paine von welchem wir schon viel gelesen bzw. gehört haben. Wir entschliessen uns dass wir dort eine Mehrtages Wanderung machen wollen, darum decken wir uns hier noch mit entsprechendem Proviant ein. Am Abend gehen wir hier in eine Pizzeria wo wir genüsslich eine Pizza zu uns nehmen. Da das Wetter noch nicht so perfekt ist machen wir zuerst vor dem Park noch einen Halt. Den Nachmittag verbringen wir bei den Höhlen „ Cueva Miladon“ welche wir dank Paso Anual gratis besichtigen können. Nachdem wir in und auf der Höhle waren und noch die zwei kleineren besichtigt haben, fahren wir zu unserem Nachtlager an der Laguna Sofia.

Am 11. Januar betreten wir nun den NP Torres del Paine. Da das Wetter immer noch nicht das Beste ist, ändern wir unseren ursprünglichen Plan und fahren durch den Park und zu allererst auf die gegenüberliegende  Seite zur Laguna Azul. Auf dem Weg dahin machen wir noch bei zwei Wasserfällen halt bei einem Halt lernen wir noch den „Fotoschreck“ Erwin aus der Schweiz kennen und unterhalten uns kurz mit ihm. Bei der Laguna Azul finden wir ein schönen Platz zum übernachten. Der Betreiber der Anlage ist sehr freundlich und hilfsbereit. Wir müssen zum kochen aber den Aufenthaltsraum benützen draussen besteht Waldbrandgefahr. Als Bezahlung sollen wir ein Trinkgeld hinterlassen. Später erreichen dann noch zwei andere Fahrzeuge das Camp und zwar von derselben Fahrzeugmarke wie unseres. So stehen drei Generation von Defendern hier auf dem Platz. Den nächsten Tag warten wir noch ab bis wir auf unsere geplante Wanderung gehen und machen bei Wechselhaftem Wetter einen lockeren Tag und machen ein zwei Fotos. Gegen frühen Abend beziehen wir unser Parkplatz für die nächsten Tage welches später auch noch unser Zwischenlager sein soll, beim Parkplatz vor dem Hotel Los Torres.

Heute soll es nun los gehen mit unserer Wanderung aber um die geplante W-Route zu starten müssen wir nun noch zum Hafen kommen wo wir mit dem Schiff zum Start unserer Wanderung kommen wollen. Dies ist nicht ganz so einfach wie man es uns am Vortag mehrmals bestätigt hat. So werden unsere Befürchtungen bewahrheitet und wir kommen erst auf die zweite Fähre beim Hafen an, welche um 12 Uhr ablegt. Wir haben schon nach diesen paar Kilometern wieder genug vom ÖV und sind schon wieder froh um unser eigenes Fahrzeug. Bei der Überfahrt mit dem Boot haben wir einen schönen Blick auf die Berge, welche sich zum Teil noch nicht ganz zeigen wollen. Bevor wir nun endlich wirklich loslaufen, stellen wir direkt nach unserer Ankunft zuerst das Zelt beim Camping auf und legen einen Teil unserer Ausrüstung ins Zelt. Aber am wichtigsten erscheint uns bei dem starken Wind welcher hier heute bläst das Zelt sicher zu verankern und dieses mit Steinen zusätzlich zu sichern. Die erste Etappe geht vom Camping Grande Paine zum Gletscher Grey und wieder zurück. Mit leichtem Gepäck kommen wir gut voran und holen rasch andere Wanderer mit vollem Gepäck, welche diese Tour mit anderen Zwischenstationen geplant haben, wieder ein. Auf dieser Wanderung hat es viele Leute da momentan wohl Hauptsaison im Park ist. Da hat es Leute von überall auf der Welt, natürlich aus Südamerika, Nordamerika wie der „Crazy Kanadier“ wo mit kurzer Hose unterwegs ist. Europäer und Asiaten. Beim Gletscher angekommen, machen wir eine Rast und beobachten den Gletscher, einen Abbruch sehen wir nicht direkt aber hinter unserem Rücken bricht bei einer Eisscholle ein Teil ab. Auf dem Rückweg treffen wir zu unserer Freude fast keine Wanderer mehr da die meisten wohl schon ihr Lager für heute bezogen haben, so haben wir endliche Ruhe und müssen nicht immer kreuzen und begrüssen. Die erste Etappe hat sich nun über gut 24 Kilometer erstreckt aber mit relativ wenigen Höhenmetern. Beim Camping darf nur an einer Stelle gekocht werden und es sind auch gleichzeitig die einzigen Windgeschützen Plätze. Daher drängen sich alle in und um diesen Unterstand. Auch wir machen bei diesem starken Wind keine Ausnahme und zwängen uns dazu und füllen unsere Energiespeicher wieder mit Energie für den morgigen Tag. Am zweiten Tag gehen wir zuerst mit vollem Gepäck zu unserem nächsten Nachtlager, um dort für unser Zelt ein Platz im Wald zu finden. Danach geht es fast 600 Höhenmeter und 6 Kilometer ins Tal hinein um dort zum Aussichtspunkt zu gelangen. Der letzte Aussichtspunkt wurde aber ganz gesperrt und der zweitletzte, so wie es ausschaut, nach unten versetzt. Vermutlich hat eine Steinlawine den Weg zerstört, und dieser wurde noch nicht frisch angelegt. So müssen wir uns mit dieser Aussicht begnügen, sicher auch nicht schlecht aber man hat sich ja noch auf mehr eingestellt. Unten beim Camp können wir heute früher zu den Kochstellen und haben so auch noch einen Kochplatz. Hier gibt es nun unsere Portion Spagetti zum Nachtessen damit wir morgen wieder gestärkt in den Tag starten können. Michael hat sich wohl bei den wechselhaften Temperaturen leicht Erkältet und geht so heute auch direkt nach dem Essen in den warmen Schafsack. Am dritten Tag müssen wir unser Volles Gepäck über die ganze Distanz tragen. Dies bei schönen Wetter aber sehr starkem Wind welcher tendenziell meist von hinten kommt, aber dich bei Böen doch auch vom Weg schieben kann. So geht es immer wieder auf und ab bis wir nach langen Kilometern unser Camp für die Nacht erreicht haben. Nicht mehr bei einem Camping sondern wir haben es so geplant dass wir heute wieder im Fahrzeug schlafen. Beim Hotel haben wir in einem Prospekt noch eine andere Wandertour erblickt welche uns mehr zusagt als noch den letzten Teil der W-Route. So informieren wir uns dort über die Route und den Preis. Die Route geht zum Teil über Privaten Grund! Aber freundlicherweise meint die nette Dame vom Veranstalter der Exkursionen, dass wir die Wanderung auch alleine machen können und gibt uns den Wegbeschrieb wie wir den Einstig finden. Weiter meint sie dass morgen perfektes Wetter sein soll und wir oben einen Super 360° Grad Rundumblick haben werden. So gehen wir voller Tatendrang ins Bett um morgen erholt die Tour zur „Huella del Puma“ zu machen. Die heutige Tour geht anstatt wie die Offizielle W-Route nicht ins Tal hinein, sondern auf der Gegenseite auf den Berg hinauf und hat so nicht nur die Bergwände vor sich, sondern hat den vollen Ausblick auf die Berg und ins Tal. Ein weiterer Pluspunkt ist dass man hier seine Ruhe hat und keine Menschenseele trifft. Also ganz das Gegenteil von der Offiziellen Route wo sonst heute alles überlaufen ist von Tagestouristen bis zu den Mehrtageswandern! Durch den Wald können wir dem Trampelpfad der Pferde folgen welche hier bei geführten Touren bis zu Waldgrenze die Touristen hochschleppen müssen. Danach geht es einfach nur noch hinauf, irgendwie die Geröllhalde hinauf, bis zum ersten Bergspitz um dort kurz eine Pause zu machen und dann noch die letzten 400 Höhenmeter bis zum Höchsten Punkt der Wanderung zu gelangen. Von hier oben hat man einen Super Ausblick auf die Felsspitzen Torres del Paine und natürlich 360° Rundumsicht. Wie wir finden die viel bessere Aussicht als die anderen unten im Tal haben. So sind wir heute wirklich Glücklich dass wir die gut 1600 Höhenmeter gemacht haben und nicht unten im Tal die Offizielle Route gewählt haben. So schliessen wir heute Zufrieden unsere Spezial W-Route hier im Torres del Paine Nationalpark ab. Wir haben gut 80km und einige Höhenmeter in den vier Tagen gemeistert, dies zum Teil mit Vollpackung. Und zum Abschluss ergatterte Pirmin vom Hotel Los Torres noch eine kleine Zwischenverpflegung!

Da wir bei schlechtem Wetter in den Park gefahren sind. Machen wir heute noch einige Abstecher zu den verschiedenen Aussichtspunkten auf das Bergmassiv, welche wir hier bei unserer Ankunft noch ausgelassen haben. Die Nacht verbringen wir hinten beim Lago Grey. Am Morgen geht es von hier dann mit Rucksack bepackt noch einmal 600 Höhenmeter hinauf zum Mirador bzw. Aussichtspunkt Ferrier. Der Weg geht wie wir es von den Südamerikanern gewöhnt sind einfach mehr oder weniger gerade steil den Berghinauf keine Serpentinen einfach gerade hinauf. Hiermit schliessen wir mit einmal Herrlichem Ausblick, unseren Aufenthalt im Nationalpark Torres del Paine ab. Als Fazit kann man sagen uns hat es hier gut gefallen. Den Blick auf das Bergmassiv, den Gletscher und die Natur ist atemberaubend schön. Die Wandermöglichkeiten hier im Park können wir auch als positiv bewerten, einzig was zu dieser Zeit halt ist, dass sehr viele Leute unterwegs sind und die Camps zum Teil recht voll sind. Dass sie sogar Beschränkungen machen, dass pro Camp nur eine Nacht übernachtet werden darf! Bsp. Campamento Italiano. Das hat uns zwar nicht betroffen aber soll zeigen wie voll es war.

Bevor wir Chile wieder verlassen machen wir noch einen Zwischenhalt bei der Laguna Azul wo wir am ersten Tag im Park übernachtet haben um noch ein paar Fotos zumachen und dem Parkaufseher von Margrit und Walter einen Gruss weiterzuleiten. Die Nacht verbringen wir an der Laguna Amarga wo wir noch Flamingos sehen und fotografieren. Am 19. Januar ist wieder einmal ein Grenzübertritt angesagt auf Chilenischer Seite klappt alles Reibungslos bei der Einreise nach Argentinien müssen wir aber zum ersten mal alleine die Fahrzeugpapiere ausfüllen, bisher wurde dies jeweils vom Beamten gemacht, so braucht es hier halt ein paar Anläufe bis wir dieses Formular korrekt ausgefüllt haben. Nach der Grenze geht es direkt nach El Calafate wo wir diesen Bericht und sonstiges abarbeiten.

So zum Schluss noch: die Zeit verging nur so im Flug, wir haben wenn wir die Bilder wieder anschauen einiges gesehen und erlebt. Und Blicken hoffnungsvoll nach vorne auf dass noch viel mehr komme.

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