02-Nach Süden

Die ersten zwei Nächte auf Südamerikanischem Boden verbringen wir zu 8 mit vier Fahrzeugen im Kreis parkiert in der Nähe eines Leuchtturms. Durch den Monat ohne Internet hat sich einiges an Arbeit angesammelt. So wird dies abgearbeitet und am Nachmittag besichtigen wir den nahen Stadtteil. Eines unseren ersten Probleme in Südamerika ist Geld mit der EC-Karte zu bekommen, was beim ersten Mal so gut geklappt hat will nun nicht mehr funktionieren. Schlussendlich beziehen wir wieder beim gleichen Automaten und können nun endlich auch noch unsere Küche mit Lebensmitteln füllen.
So geht die Zeit in Montevideo vorbei und wir haben schon genug von der Grossstadt. Wir fahren nach Westen mit dem Ziel Colonia Del Sacramento, wo wir die Altstadt besichtigen wollen. Auf dem Weg machen wir noch einen Zwischenhalt in Nueva Helvecia. Hier schauen wir uns ein bisschen um und Unterhalten uns auf dem Touristeninformationsbüro auf Deutsch mit einer netten alten Dame. Sie gibt uns einen Einblick wie die Ortschaft entstanden ist. Bevor wir die Ortschaft verlassen decken wir uns noch mit feinem Käse ein. In Colonia Del Sacramento parkieren wir direkt neben dem Yachthafen. Da wir direkt bei der Historischen Altstadt sind können wir schon am späten Nachmittag unseren ersten Rundgang durch diese Strassen machen. Wir erklimmen die Stufen zum Leuchtturm und haben von oben einen super Rundumblick auf die Ortschaft und bis nach Buenos Aires, auf der anderen Seite des Río de la Plata. Unten in den Gassen sieht man immer wieder alte Oldtimer welche vermutlich nur wegen den Touristen so dastehen. Am nächsten Tag nehmen wir uns noch den restlichen Teil von Colonia Del Sacramento vor und besichtigen für uns die letzten Ecken hier. Bevor wir diese Ortschaft verlassen, wollen wir unser Bargeld noch aufstocken, aber auch hier suchen wir lange bis wir schon fast aufgegeben, doch noch einen Automaten finden. Der mit unserer EC-Karte funktioniert.
Eigentlich wollten wir in Mercedes auf einer Flussinsel übernachten aber die Brücke ist gesperrt und auch der Campingplatz auf der Insel scheint schon länger geschlossen. So Fahren wir noch ein ganzes Stück. Bis zu einem Stausee wo wir einen schönen Grillplatz finden. Am Abend war angedacht das wir noch eine Nacht mehr hier bleiben würden. Als wir aber am Morgen von Rasenmähren und später von Regen und Heranziehenden Einheimischen „verjagt“ werden, verlassen wir unser kleines Plätzchen. Unsere nächste Besichtigung sind die Grutas de Palacio. Bei Regen machen wir einen Rundgang durch den kleinen angelegten Park, und sehen wie das Wasser die einmaligen Säulen über Millionen von Jahren erstellt hat.

Mit einem Zwischenstopp fahren wir nach Tacuarembo und dem Valle Eden. Im Valle Eden gehen wir auf einen Camping ähnlichen Park. Wo wir wieder umsonst Übernachten können. Am nächsten Morgen gehen wir relativ früh zu Fuss los, um die Gegend zu erkunden. Um die Mittagszeit kommen wir zum Wasserfall. „Pozo Hondo“, weitab der Strasse bzw. des Weges. Zurück beim Park sind wir nicht mehr alleine. Da heute Sonntag ist sind nun die Einheimischen zu unserem Park gekommen und haben fast jeden Tisch im Schatten in Beschlag genommen. Aus einzelnen Autos ertönt die ganze Zeit Musik und unterhält den ganzen Park. Am späten Abend haben wir den Park dann wieder für uns alleine.

Mit einer grösseren Etappe über Artigas und ab da Querfeldein, geht es nach Termas Del Arapey. Hier in den Thermen geniessen wir die Heissen Bäder. Nach einem zusätzlichen Tag in den Thermen zum entspannen und Kleider waschen, geht es noch einmal kurz vor unserem Grenzübertritt nach Argentinien in eine Therme: Termas des Guaviyu. Hier versucht Pirmin wieder einmal einen Fisch aus dem Bach zu ziehen! Dies glückt im auch hier nicht. So geht es halt ohne Fisch wieder in die warmen bis heissen Bäder der Therme.

Heute geht es für uns zum ersten Mal nach Argentinien. In Paysandu kurz vor der Grenzbrücke erledigen wir die Abwicklung der Grenzformalitäten. Die Zöllner wollen nur unserer Papiere sehen und füllen die Pässe bzw. die Fahrzeugeinfuhr schnell und unkompliziert aus, ohne das Fahrzeug genauer zu prüfen. Um Geld zu wechseln versuchen wir in der nächsten südlichen Grenzstadt Gualeguaychu jemanden zu finden der uns Dollar zu Peso zum Wechselkurs des Bluedolar wechselt, da dieser mit ca. 1:13 statt den Offiziellen ca. 1:8.5 den viel besseren Wechselkurs hat. Wir müssen für uns feststellen dass wir hier niemanden finden und wir so doch kurz einen Abstecher nach Buenos Aires machen müssen. So machen wir am zweiten Tag in Argentinien einen kurzen Halt in der Millionenmetropole Buenos Aires. Nur zum Geldwechseln und direkt wieder raus. Da wir jetzt nicht noch länger im Norden bleiben möchten, sondern zügig nach Süden wollen damit wir den Sommer auf der Südhalbkugel nutzen können um den Südlichen Teil des Kontinentes zu besichtigen.
Raus aus Buenos Aires halten wir Richtung Cerro Ventana wo wir geplant haben eine Wanderung zu diesem Bergspitz zu machen. Bis dorthin geht es fast auf schnurgeraden Strassen entlang endloser Viehweiden bis es kurz vor unserem Ziel Hügliger wird. Beim Park Ernesto Tronquist wollen wir übernachten, so dass wir am Sonntagmorgen direkt von dort auf den Berg können. Aber als wir beim Camp angekommen sind, werden wir unfreundlich vom Campingplatz vertrieben. Da dieser und der Berg für Trekking wegen zu viel Regen geschlossen sei. So übernachten wir in Villa Ventana auf dem Sportplatz, und müssen heute unser Fleisch welches wir für morgen geplant hatten essen. Da wir so wie es jetzt aussieht Morgen nicht auf die Wanderung können und so weiter Richtung Süden fahren. Wo wir mit Sicherheit in eine Kontrolle der Fruchtfliege kommen und uns das Fleisch weggenommen würde. Am Morgen entschliessen wir es noch einmal zu versuchen auf den Berg zu kommen und gehen heute direkt zum Einstieg wo wir mit den Parkwächtern über die Situation sprechen. Sie sehen für uns frühestens am Mittwoch eine Chance dass wir auf den Berg könnten, uns werden zwar andere Routen vorgeschlagen, aber uns interessiert eigentlich nur diese Wanderung und vier Tage zu Überbrücken sind wir dafür auch nicht bereit. So geht es halt heute weiter Richtung Süden und wir vertagen unsere nächste Wanderung.

Auf dem Weg Richtung Süden sind wir nun zweimal an einer Fruchtfliegenkontrolle vorbei gekommen. Wir wissen nicht ob es am Sonntag liegt oder die Kontrollen lasch geworden sind. Auf jeden Fall wollen sie bei uns jeweils ins Fahrzeug schauen. Aber sobald wir nur die Kühlbox mit Wein, Bier und noch etwas Spagettisauce zeigen reicht es ihnen auch schon und wir können weiter fahren. Kein Spürhund oder genauere Kontrolle der Schränke!
Bei Viedma biegen wir nach El Cóndor an die Küste vom Golfo San Matias ab. Hier an den Klippen beobachten und fotografieren wir die sich hier Nistenden Papageien, welche hier zu tausenden vorkommen. Nach einer herrlichen Nacht oberhalb der Klippen fahren wir am frühen Morgen weiter entlang der Küste zu einer Kolonie von Seeelefanten. Wir sehen ein paar Kämpfe der Männchen, ansonsten machen die Seeelefanten gerade Siesta. Über eine Schotterstrasse geht es immer weiter bis wir am Nachmittag an einem Strandabschnitt entschliessen unter dem einzigen Baum weit und breit die Nacht zu verbringen. So haben wir heute ein bisschen mehr Zeit um zu Fischen und auch einmal das Fahrzeug grob zu prüfen. Hier entlang der Schotterstrasse haben wir relativ viel Sand hinten bei der Hecktür aufgelesen. Dies sollten wir wohl noch etwas besser Abdichten damit wir weniger von dem feinen Sand im Fahrzeug haben. Wir stehen relativ früh auf um zeitig in Puerto Madryn zu sein. So dass wir ein paar Dichtungen auftreiben können.

Nachdem wir alles organisiert haben und uns mit Verpflegung eingedeckt haben, geht es zum Tierschutzgebiet auf die Halbinsel Valdés. Hier auf der Halbinsel machen wir an unserem ersten Tag eine geführte Tour zu den Walen auf dem Golfo Nuevo. Wir sehen einige verspielte Glattwale und auch immer wieder Muttertiere mit ihrem Jungen. Der Ausflug war zwar relativ teuer aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt, wir haben viele Tiere Hautnah gesehen. Für den Abend fahren wir zum Punta Pardelas wo wir die Nacht am Strand verbringen werden. Am Abend als die Flut den höchsten Punkt herreicht hat, schwimmen hier die Wale nur ein paar Meter von der Küste entfernt durch, so sehen wir heute auch vom Land noch Wale. Am zweiten und dritten Tag erkundigen wir die Insel und deren Bewohner noch ein bisschen genauer. So sehen wir neben Seeelefanten, Seelöwen und Magellanpinguine auch noch einige Landlebewesen wie z.B. Guanakos, Cuis Chico und kleine Echsen. Am Abend bei Flut versuchen wir noch Orcas bei der Jagt zu sehen. Aber nach gut vier Stunden warten, und da es jetzt auch schon dunkel wird, müssen wir die Übung abbrechen und uns auf den Weg zum Schlafplatz machen, da man hier nicht übernachten darf. Jetzt in der Nacht müssen wir auf dieser Schotterstrasse noch mehr aufpassen da jetzt deutlich mehr Tiere unterwegs sind als am Tag. Neben Stinktieren und Schafen sehen wir vor allem Hasen auf und an der Strasse. Zurück in Punta Pardelas geht es auch sofort ins Bett.

Nach Valdés machen wir in Puerto Madryn auf einem Campingplatz eine kurze Pause und bringen uns auf den neusten Stand. Wir überprüfen unseren Landy und erledigen kleine Arbeiten. Am zweiten Abend treffen auch noch zwei bekannte Fahrzeuge auf dem Campingplatz auf. Zum einen Margrit und Walter sowie Jens und Bärbel von unserer Schiffsüberfahrt.

gallerie-141207-dscf5882Unsere Deutschen Freunde bei der Arbeit mit üblicher Arbeitsteilung?

Am Abend sitzen wir bei einer gemütlichen Runde zusammen und lachen noch einmal über die komischen Geräusche welche wir im vorhergehenden Bericht schon erwähnt haben. Diesen haben sie mittlerweile auch gelesen und wissen daher auch von wo die Geräusche kamen. So haben wir einen lustigen und interessanten Abend. Da heute Feiertag ist bleiben wir noch einen Tag länger auf dem Platz und erledigen auch noch die letzten Arbeiten am Fahrzeug und unserer Ausrüstung. Am späten Nachmittag sitzen wir mit Margrit und Walter noch bei einer kleinen Runde und sprechen über die letzten Wochen und über die geplante Route. Als wir mit dem Nachtessen fertig sind kommt noch ein weiteres Fahrzeug hier auf dem Campingplatz an. Kim und Robert haben auch auf diesen Campingplatz gefunden, so treffen wir innerhalb von zwei Tagen schon die dritte Reisegruppe von unserer Schiffsüberfahrt. Am Abend sitzen wir mit Kim und Robert zusammen und erzählen über unserer bisherigen Erfahrungen hier in Südamerika. Eine Erfahrung müssen wir dann am nächsten Tag selber auch feststellen, Stichwort Depot!
Am Dienstag geht es wieder los wir gehen in Puerto Madryn noch bei ein paar Geschäften vorbei und Decken uns wieder mit Lebensmitteln für die nächsten Tage ein. Beim Lebensmittelladen bringen wir noch zwei Flaschen mit Pfand zurück. Diese können wir auch in einen Automaten stecken und erhalten wie bei uns eine Quittung mit dem Betrag. Aber an der Kasse wollen sie diese nicht einscannen sondern wir sollen noch frische Flaschen kaufen, oder zur Dame am Infostand gehen. Bei der Dame fragen wir nach dem Depot für die Flaschen, diese schaut die Quittung an und bringt uns statt dem Geld wieder unserer leeren Flaschen zurück. Wir können dieses System nicht ganz nachvollziehen oder der Laden bzw. Staat will die Leute zum trinken animieren? Unser nächstes Ziel ist die Pinguinkolonie in Punta Tombo. Da wir spät aus der Stadt kommen, legen wir noch eine Übernachtung am Strand kurz vor Punta Tomba ein, da man auf dem Nationalparkgelände nicht übernachten darf. Am Morgen geht es nun endlich zu den hunderttausenden Pinguinen, welche hier auf dem Gelände überall ihre Brutplätze haben. Dieser Nationalpark ist recht Touristisch aufgebaut und zieht dementsprechend viele Leute an. Aber zum Glück verteilen sich die Leute relativ gut auf dem Gelände. Hier sind wir ja nicht wegen den vielen Touristen sondern wegen den vielen jungen Pinguinen mit jeweils einem Elternteil. Beim Meer gibt es dann noch Hektik unter den Pinguinen ein alter oder kranker Pinguin liegt Tot am Strand und zieht nun die Aufmerksamkeit der Aasfressern auf sich. Diese treiben die anderen Pinguine ins Wasser.

 

Am Abend machen wir wieder einen Halt am Meer, wo wir das Fahrzeug voll in den Wind stellen müssen, direkt bei einigen Seelöwen. Am Morgen geht es weiter nach Cabo dos Bahias. Hier sehen wir uns in der schönen Landschaft der Buchten um und gehen bei einer weiteren Pinguinkolonie vorbei. Diese ist zwar kleiner aber uns gefällt es hier besser als in Punta Tomba. Hier in der Gegend sehen wir viele Guanakos und Nandus. Etwas ausserhalb von Cabo dos Bahias beziehen wir unser Nachtquartier wieder direkt am Strand an einer schönen Bucht. Am Nächsten Tag geht es zuerst über immer schlechter werdende Schotterstrassen weiter nach Süden bis wir für die letzten 90 km wieder auf der asphaltierten Strasse Richtung Rada Tilly sind. Um dort das Wochenende zu verbringen.

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